Guido Sich erlebt Alltag in einem Kinderhaus

„Hilfe für rumänische Waisenkinder“: Pfaffinger war bei Helfer-Reise in Rumänien dabei

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Foto Benefiz 1Von einer Hilfsaktion oder besser Helfer-Reise nach Rumänien ist der Pfaffinger Guido Sich im Namen des Wasserburger Vereins „Hilfe für rumänische Waisenkinder“ gerade nach Hause zurück gekehrt. Hier sein Bericht: „Ich begleitete mit fünf weiteren Männern die Vorsitzende Luise Fichtel für zehn Tage nach Santana in der Arader Ebene. Der Verein betreut dort derzeit in seinen beiden Häusern Maria und Josefa insgesamt 24 Kinder mit sechs Hausmüttern. Mit zwei vollgepackten Kleinbussen und Anhängern – mit Spenden unter anderem von Meggle und dem Pfaffinger Edeka-Markt Friedl/Breitsameter – fuhren wir los und erreichten nach zwölf Stunden unser Ziel.

Die Kinder mit der Hausmutter erwarteten uns bereits im Haus Josefa. Die Wiedersehens-Freude war bei allen groß.

Am Montag stand der vom Gefühl her schwierigste Teil der Reise an, die Fahrt zu der Roma – Siedlung auf einer ehemaligen Müllkippe in Arad.

Die gespendeten Grundnahrungsmittel und Süßigkeiten tüteten wir am Vormittag ein und luden diese mit den bereits in Edling zusammengestellten Paketen mit Bekleidung, Schuhen, Kissen und Betten in einen Anhänger. Am Nachmittag fuhren wir in die Siedlung Apfelstraße. In diesem Elendsviertel wohnen meist kinderreiche Familien in für uns unvorstellbaren Verhältnissen.

Bei nasskaltem Wetter verteilten wir die Familien- und Lebensmittelpakete. Angesichts der dortigen Zustände kehrten wir bedrückt nach Santana zurück.

Am nächsten Tag warteten die Kinder des Hauses Josefa mit uns gespannt auf die Ankunft ihrer neuen Mitbewohnerin, der erst dreijährigen Ionela (unser Foto). Gegen Mittag brachten zwei Mitarbeiter der Kinderdirektion Arad das kleine Mädchen. Es war bewegend, wie liebevoll die Kinder und Jugendlichen die Kleine aufgenommen haben. Trotzdem flossen bei ihr noch reichlich die Tränen. Auch die erste Nacht war sehr unruhig. Die nächsten Tage vergingen deutlich besser und auch die Nächte waren wieder ruhiger.

Kaum einer konnte sich dem Charme ihrer neuen, quicklebendigen „Schwester“ entziehen. Nur duschen mag sie nicht so gerne. Nach einer Eingewöhnungszeit von drei bis vier Wochen soll Ionela den benachbarten Kindergarten besuchen. Noch vor Weihnachten zieht ein weiteres Mädchen, die sechsjährige Cassiana ins Haus Josefa ein. Sie lebte bisher im Heim für Straßenkinder in Arad.

Der Nikolaus brachte allen 24 Kindern der Häuser Maria und Josefa Geschenke, die von Mitgliedern unseres Vereins organisiert und individuell zusammengestellt wurden. Es machte Freude, den Kindern beim Auspacken zuzuschauen.

Die Mehrzahl der Kinder besucht in Santana die örtlichen Schulen, meist in deutschen Klassen. Auf weiterführende Schulen in Arad gehen fünf Jugendliche.

Viel zu schnell ging der Besuch in Santana zu Ende. Die gemachten Erfahrungen, in einem der Häuser zu wohnen, am Alltag der Kinder teilzuhaben und mit ihnen zu spielen, zu singen und mit den Älteren über ihre Zukunftspläne zu diskutieren, ließen mich zufrieden, aber auch nachdenklich nach Hause fahren.

Es lohnt sich, den Wasserburger Verein „Hilfe für rumänische Waisenkinder“ und damit letztendlich die betreuten Kinder selbst auf ihrem Weg in ein eigenständiges Leben persönlich und/oder finanziell zu unterstützen. Informationen über die Aktivitäten des bereits seit 20 Jahren bestehenden Vereins gibt es im Internet unter der Adresse www.waisenkinder-ev.de.“

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Ein Gedanke zu „Guido Sich erlebt Alltag in einem Kinderhaus

  1. Eine wunderbare Sache!

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