Grüne Landesvorsitzende zu Gast in Maria Stern

Gesundheitspolitischen Sprecherin Schopper besuchte Altenheim

image_pdfimage_print
Heimleiter Cristian Eder mit Schopper beim Rundgang. (KR)

Heimleiter Cristian Eder mit Schopper beim Rundgang. (KR)

Wasserburg – Sich bestehenden und kommenden Herausforderungen zu stellen, dazu  sind die Verantwortlichen des Altenheims „Maria Stern“ auch in Zukunft bereit. Diesen Eindruck gewann die Landesvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Theresa Schopper, bei einem Besuch der Einrichtung zusammen mit dem Wasserburger Ortsvorstand.

….

Heimleiter Christian Eder und Franz Hartl als Vorstand der Stiftung Attl schilderten bei einem Rundgang anschaulich ihren Spagat zwischen Anforderungen an moderne Pflegeeinrichtungen und den Grundbedingungen eines historischen Gebäudes, das ab 2015 wohl eine Sondergenehmigung für den Betrieb benötigt, da ab da nicht alle Anforderungen des Pflegewohnqualitätsgesetzes erfüllt werden können.

Dabei wären die Voraussetzungen für die maximal 73 Bewohner des Alten- und Pflegeheims, wie sich das Haus am liebsten definiert, gar nicht so schlecht. Ein langjähriger, motivierter Mitarbeiterstamm, gute Ausbildungsbedingungen im Bereich des Personals erwiesen sich, so Christian Eder, als beste Grundlage für optimierte Betreuung. Vor allem auch Fortbildungen im Bereich palliativer Begleitung seinen hilfreich.

Wünsche und Bedürfnisse des Personals, der Bewohner und deren Angehörigen würden bei der individuellen Milieugestaltung berücksichtigt und immer versucht, die persönliche Biografie des jeweiligen Heimbewohners mit seinen Erfahrungen im Auge behalten.

Die Frage der Art von Pflegequalität stellte Stiftungsvorstand Franz Hartl. Hierbei stelle sich immer die Frage, wie der Heimbewohner selbst die Pflege empfinde. Hier seien Gespräche wohl hilfreicher als statische Erfassungsbögen.

Theresa Schopper zeigte sich beeindruckt von den positiven Informationen und bemerkte, dass mehr Bürokratie nicht unbedingt mehr Pflegequalität bedeute. Stationäre Pflege sei unverzichtbar, vor allem, wenn keine Angehörigen ambulante Hilfe leisten könnten. Es sei allerdings bereits fünf nach zwölf, was die Rekrutierung von Pflegekräften für die Zukunft beträfe. Fehlende Wertschätzung des Berufsstandes, die Frage der Honorierung oder Arbeitsverdichtung seien angesichts geschlossener Leistungspakete im Pflegebereich zu kritisieren. Hier bestehe auch politischer Handlungsbedarf. Zudem dürfe auch der menschliche Bezug nicht vergessen werden, der sehr wichtig sei aber nicht so leicht in einem Erfassungsbogen beschrieben werden könne.

Die Frage was die Gesellschaft letztendlich zu zahlen bereit wäre, stellte Heimleiter Eder schließlich, da alt werden und gepflegt werden müssen leider noch zu den Tabuthemen der Gesellschaft gehörten. (KR)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.