Grundschule ein Jahrhundert alt

Als noch 70 Kinder in einer Klasse waren ... - Festakt Mittwoch

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Ein Jubiläumsjahr an ihrer Schule: Wasserburgs Grundschul-Rektorin Christa Fiedler.

Rektorin Christa Fiedler.

Wasserburg – Groß war das Interesse am Wochenende beim Tag der offenen Tür – und groß gefeiert wird jetzt noch einmal am Mittwoch, 19. Juni, um 18.30 Uhr im historischen Rathaussaal: Die Grundschule der Stadt Wasserburg wird ein Jahrhundert alt. Was wäre eine Schulfeier ohne die Kinder. Deshalb werden die Feierlichkeiten von Schülerinnen und Schülern mit Theater-, Tanz- und Musikdarbietungen bereichert. 

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Schon im Rahmen einer Projektwoche setzten sich die Buben und Mädchen mit ihren Lehrkräften mit dem Thema „Unsere Schule im Wandel der Geschichte“ auseinander. Sie konnten in den Unterrichtsalltag vor hundert Jahren hinein schnuppern, sich in der Sütterlinschrift versuchen, alte Schulfilme anschauen und Pausenhofspiele von anno dazumal ausprobieren. Überdies gab’s die  Gelegenheit, das Schulhaus mit Kunstwerken, beispielsweise einem Schiff aus Weidezweigen oder Glasbildern, auszuschmücken. Und nicht zuletzt wurde die Anlage eines Kräutergartens realisiet. Ganz im Zeichen einer großen Tombola steht der Donnerstag, 20. Juni. Zugunsten eines ambitionierten Schulprojekts in Kenia können die Kinder Lose erwerben und attraktive Preise gewinnen.

Die Geschichte

Um 1900 war in Wasserburg in der Knabenschule an der Hofstatt und besonders in der Mädchenschule bei den Englischen Fräulein die Raumnot so groß, dass in einigen Klassen 70 oder auch mehr Schüler unterrichtet werden mussten. Deshalb begann man am 31. Juli 1912 mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes neben der damals bereits vorhandenen Turnhalle am Gries. Die Einweihung des Schulhauses erfolgte am 7. September 1913 durch Dekan Schreiber, der Stadtpfarrer von Wasserburg und zugleich „Distrikt-Schulinspektor“ war. Das als Mädchenschule erbaute Schulhaus am Gries wurde 1937 zur Knabenschule, da die Nationalsozialisten das Gebäude der Knabenschule für sich vereinnahmten und es zum Kreishaus der Hitlerpartei machten. Die Mädchenklassen wurden auf verschiedene Wasserburger Gebäude verteilt. Man sprach deshalb von einer „Schule ohne Schulhaus“.

Gegen Ende des 2. Weltkrieges war an allen Wasserburger Schulen ein geordneter Unterricht nicht immer möglich. Der Unterricht konnte oft nur an drei Tagen stattfinden. Am 28. April 1945 wurde schließlich der Schulbetrieb der gesamten Volksschule für ein halbes Jahr eingestellt. Das Englische Institut wurde als Lazarett für die verwundeten Soldaten verwendet und die Lehrerinnen wurden im Lazarett eingesetzt. Die Knabenschule am Gries war vorübergehend seit Februar 1945 ein Flüchtlingslager, dann ein Quartier für Pioniere und ab Mai 1945 ein Sammelplatz für Kriegsgefangene. Erst ab dem 17. September 1945 konnte mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung der reguläre Unterricht wieder aufgenommen werden.

Schwankende Schülerzahlen

In den fünfziger und sechziger Jahren wuchs die Siedlung im Burgerfeld stark an und so wurde es notwendig, für eine große Anzahl von Kindern aus diesem Stadtteil Grundschulklassen, gemischt für Knaben und Mädchen einzurichten. Sie waren auf sechs verschiedene Häuser verteilt, die mitunter weit voneinander entfernt lagen, was einen unzumutbaren Zustand für Lehrer und Schüler bedeutete. Überlegungen zum Neubau eines Schulhauses wurden angestellt. In der Stadtratssitzung am 17. Dezember 1964 wurde der Beschluss gefasst, eine Grundschule für das Burgerfeld und eine Hauptschule für die gesamte Stadtgemeinde auf dem Grund des ehemaligen Gerblklosters am Klosterweg zu bauen. Im Mai 1967 begann man mit dem Schulhausbau und im September 1969 konnte in dem neu errichteten Schulgebäude der Unterricht mit den ausgelagerten Grundschulklassen beginnen. In den Jahren ab 1969 schwankten die Schülerzahlen der Grundschule stark. Waren es im Schuljahr 1973/1974 noch 407 Schüler, so sank die Anzahl im Schuljahr 1984/85 auf 205 Schüler und stieg dann wieder auf 350 Schüler im Schuljahr 1994/95 an.

Bis zum Schuljahr1996/97 waren immer drei bis vier Klassen der Grundschule an den Klosterweg ausgelagert. Im Juli 1995 fiel die Entscheidung für einen Schulhausneubau am Gries und im Schuljahr 1996/97 zogen alle Klassen der Grundschule in die Gebäude am Gries. Im Schuljahr 1997/98 stieg die Anzahl der Klassen auf 13 an und es musste eine Klasse im Mehrzweckraum im Souterrain des Neubaus untergebracht werden. Die Schülerzahl  wuchs erneut auf 386 und es herrschte schon wieder Raumnot. Deshalb stimmte der Bauausschuss der Stadt Wasserburg dem Ausbau des Speichers im Altbau zu und zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 konnte das Dachgeschoss mit zwei großen Klassenzimmern und zwei kleineren Gruppenräumen bezogen werden. Außerdem wurde gleichzeitig die umgebaute Hausmeisterwohnung im Erdgeschoss für die Schulleitung bezugsfertig.

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