Grüne im Stadtrat erstmals zu Dritt

Wasserburg: Status einer eigenständigen Fraktion damit geschafft

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gruene_logo_3Wasserburg – Bei der Stadtratswahl konnten die Wasserburger Grünen erneut einen Sitz dazu gewinnen (wir berichteten bereits). War man nach der Wahl 2008 erstmals zu zweit im Stadtrat vertreten, darf man sich jetzt über drei Stadträte und damit auch über den Status einer eigenständigen Fraktion freuen. Zu den bereits amtierenden Stadträten Christian Stadler und Markus Hoeft gesellt sich nun noch Alexander Hartung. Die Grünen freuen sich und bedanken sich recht herzlich bei allen, die ihnen ihre Stimme gegeben haben.

Außerdem bedanken sie sich für die 16,76% für die Landratskandidatin Andrea Rosner (Foto) und besonders für die 20,26 % bei der Kreistagswahl. Mit dem Kreistagsergebnis hätten die Wasserburger nicht nur den Nimbus als grüne Hochburg im Landkreis ein weiteres mal bestätigt, sondern auch noch einen wesentlichen Anteil daran, dass auch im Kreistag mit nun neun Sitzen ein grünes Rekordergebnis erreicht werden konnte, heißt es heute in einer Presserklärung.

Darunter mit Christian Stadler (wie bisher) und Karlheinz Rieger (neu) auch wieder zwei Wasserburger. Schade finden sie allerdings, dass im Stadtrat auch in Zukunft eine reine Männerfraktion sein wird….

Kontra Selbstzufriedenheit und Phlegma

Sehr bedenklich und auch von anderer Seite schon hinreichend beklagt ist die niedrige Wahlbeteiligung speziell in Wasserburg. Gerade einmal 43,74% der Stimmberechtigten haben – wie bereits mehrmals schon berichtet – von diesem Recht auch Gebrauch gemacht. Neben der allgemeinen Politikverdrossenheit sehen die Grünen hier in Wasserburg aber noch einen zusätzlichen Faktor: vielen war vermutlich nicht klar, warum sie denn zur Wahl gehen sollten, wenn plötzlich alle vorgeblich das Gleiche wollen, kontroverse Inhalte nach Möglichkeit komplett aus dem Wahlkampf herausgehalten werden und fast alle Gruppierungen den Eindruck erwecken, dass ja im Grunde alles nur irgendwie so weitergehen müsse wie bisher – und das nach Möglichkeit auch noch mit den gleichen Akteuren. So die Meinung der Grünen.

Wenn gerade bei den großen Parteien die Riege der Amtsinhaber die vorderen Listenplätze blockiere, erwecke dies nicht den Eindruck, als wären frische Leute mit frischen Ideen irgendwie gefragt. Umso mehr werde es sich das Bündnis 90/Die Grünen in den kommenden sechs Jahren zur Aufgabe machen, dem allgemeinen Hang zu Selbstzufriedenheit und Phlegma etwas entgegenzusetzen und klare inhaltliche Konzepte für die dringend anstehenden Aufgaben zu entwickeln.

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