Gibt es irgendwann mal Winterwetter?

Unser Wetter-Experte Dominik Jung und seine trüben Aussichten

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ice frost windowWasserburg – Wer heute morgen in Westdeutschland aus dem Haus gegangen ist, der dürfte es schon gemerkt haben: Mit einem Wintermantel ist man deutlich zu warm angezogen. Um 7.30 Uhr lagen die Temperaturen etwa in Düsseldorf bereits bei 11 Grad. Von Frieren oder gar Winterstimmung keine Spur – dagegen viel Grau, recht windig und immer wieder Nieselregen. Und im Süden Bayerns ist es nicht viel anders, wenn auch die Temperaturen niedriger liegen.

„Zum Vergleich: die Frühwerte der spanischen Urlauberinsel Mallorca lagen am Donnerstagmorgen mit 13 Grad nur unwesentlich höher. Insgesamt wird es heute noch wärmer. Wir erwarten am Nachmittag im Westen und Südwesten Höchstwerte bis 14 Grad. Vom Winter fehlt weiterhin jede Spur. Im Mittel ist der Dezember bisher 1,7 Grad zu warm. Besonders übel hat es in Sachen Winterwetter Süddeutschland erwischt: dort liegt der Monat aktuell 3 bis 3,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. In Kempten im Allgäu ist der Monat sogar 4 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Kein Wunder also, dass man in den Wintersportorten Süddeutschlands und an den Alpen langsam nervös wird. Viele fragen sich: Kommt der Winter dieses Jahr noch mal zu uns?“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Die Antwort ist nicht ganz so leicht. In den Berechnungen der Wettermodelle wird immer wieder mal winterliches Wetter nach dem 7. oder 8. Tag gezeigt. Doch kaum nähert man sich diesem Zeitpunkt, da verschwinden diese Berechnungen wieder und die Prognosen schwenken zurück auf „weiter mild und regnerisch“.

 

NEUER HOFFNUNGSSCHIMMER IN SACHEN WINTERWETTER

 

Nach dem extrem milden Donnerstag wird es auch am Freitag noch mal bis 12 Grad mild und ziemlich stürmisch. Samstag und Sonntag wird es wieder kühler, dann liegen die Höchstwerte um 5 Grad. In den Mittelgebirgen und am Alpenrand ist dann sogar wieder etwas Schneefall möglich.

 

Doch schon am Montag und Dienstag kommt ein neuer Schub milder Luft und treibt die Höchstwerte auf 8 bis 12 Grad. Dabei fällt zeitweise Regen.

 

Über die Weihnachtstage wird es dann aber wieder kühler. Während an Heiligabend und am 1. Weihnachtstag meist trübes Schmuddelwetter mit etwas Regen herrscht, kann es am 2. Weihnachtstag vielleicht sogar für Schneeflocken bis in tiefe Lagen reichen. Zumindest im Osten stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

Unmittelbar nach Weihnachten deuten die Wettermodelle eine markante Abkühlung an. In der Mitte und im Süden würden die Temperaturen demnach auch am Tag kaum noch über den Gefrierpunkt klettern. Zudem kündigt sich dann auch Schneefall bis in die Täler an. Das ganze könnte in einem weißen Jahreswechsel enden – wobei die Betonung auf KÖNNTE liegt.
Dieses Szenario wird so nun schon seit drei Tagen berechnet. Warten wir ab, ob uns der Winter tatsächlich noch in diesem Jahr einen Besuch abstattet…

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