Gestern vor genau 65 Jahren …

Am 5. Juli 1950: Wasserburger Land von schwerem Unwetter getroffen

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unwetter 1Reitmehring – Genau 65 Jahre ist es her: Anfang Juli 1950 herrschte eine ähnliche Wetterlage wie momentan und am 5. Juli wurde die Gegend um Wasserburg von einem Unwetter getroffen, das sich in diesem Ausmaß zum Glück nicht mehr wiederholt hat. Wenn sich früher von Westen her eine schwere Gewitterfront näherte, so hörte man oft die Alten sagen: „Des kimmt daher wia Neinzehnfuchzge!“ Was die Leute damals so traumatisierte, erschließt sich erst wenn man unsere Bilder von damals sieht …

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Wie gesagt, herrschte Anfang Juli 1950 eine ähnliche Wetterlage mit ähnlichen Temperaturen wie derzeit. Am späten Nachmittag des 5. Juli konnte man von Westen her über Edling eine Gewitterfront aufziehen sehen, die sich in ihrer Farbe schon von anderen Fronten unterschied.

Erdbraun und von Blitzen durchzogen – so beschrieben Augenzeugen die Front, die auf Reitmehring zuzog.

unwetter 3Reitmehring war der erste Ort, an dem sich das Unwetter mit voller Wucht und mit Abstand am Schlimmsten entfaltete. Besonders betroffen war die Molkerei Meggle. Wie in der Umgebung auch wurden auch hier Dächer abgedeckt, Wände eingedrückt und Bäume wie Zündhölzer abgeknickt oder mit der Wurzel aus dem Boden gerissen. Schlimm getroffen hat es aber das erst sieben Jahre zuvor erbaute Kesselhaus. Der damalige anwesende Heizer – Sebastian Spannbrucker – berichtete, dass er, als das Unwetter losschlug, in einer sicheren Ecke Schutz suchte.

Hagel und Regen sowie Ziegel und Mauerteile stürzten in das Kesselhaus. Als es sich wieder etwas beruhigt hatte, schaute er nach den beiden Dampfkesseln, die unter vollem Dampfdruck standen. Dabei stellte er fest, dass das Kesselhaus kein Dach mehr hatte und die oberen zwei Drittel des rund vierzig Meter hohen Kamins in das Kesselhaus gestürzt waren.

Unwetterkatastrophe Juli 1950 (16)Ähnlich erging es Gabersee. Auch hier wurde der Kamin umgeworfen. Die Presse schrieb damals, Wasserburg sei ein Ort der Verwüstung mit unbeschreiblichen Schäden. Östlich von Wasserburg wurden dann die Schäden etwas leichter und hinter Waldhausen hatte der Spuk sein Ende. Schwer getroffen hat es hier besonders die Landwirtschaft, da die Getreideernte kurz bevor stand und nun die ganze Arbeit zerstört war.

Zum Glück muss man sagen, dass sich die anfangs vermuteten sechs Todesopfer nicht bestätigt haben und ’nur‘ ein Schwerverletzter zu beklagen war. Auch unter dem Vieh gab es zum Glück keine Verluste.

DJG

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