„Gefällt mir-Button – er verrät dich“

Thema Datenschutz: Vortrag am Gymnasium sehr gut besucht

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Er war einer der ersten Internetfahnder Deutschlands: Rainer Richard von der Kripo München ist am Gymnasium in Wasserburg zu Gast.

Rainer Richard von der Kripo München. Foto: Renate Drax

Wasserburg – Rainer Richard, erster Hauptkommissar vom Polizeipräsidium München und einer der ersten Internetfahnder überhaupt, leitet eine Dienststelle Cybercrime. Am Gymnasium Wasserburg informierte er auf Einladung des Elternbeirates und des AK Schule/Wirtschaft die Buben und Mädchen ab 14 Jahren sowie Eltern und Lehrer zum Thema Datenschutz im Internet. Sein Vortrag begann mit der Darstellung eines fiktiven Tages aus dem Leben eines fiktiven Herrn Mayers, der wir alle sein könnte. Sozusagen ein beispielhafter Tag vor dem Computer – ohne sich dabei wirklich bewusst zu sein, wie Daten von verschiedenen Internetdiensten aufgegriffen werden.

Fahnder Richard wies dabei auf die verschiedensten Probleme hinsichtlich persönlicher Daten und Datenschutz hin. Gerade die Nutzung von Internetsuchdiensten wie google oder sozialen Netzwerken wie facebook sei hierbei im Brennpunkt. Beispiele: jede Suchanfrage werde von Google mitgespeichert. Das würden viele gar nicht wissen.

Ein weiteres Problem seien Suchdienste für Bilderkennungs-Programme, mit denen man versuchen könne, den Namen einer Person herauszufinden. Sein nächstes Beispiel – eine Rechnung per e-mail als pdf-Dokument. Darüber könne von Kriminellen eine Schadstoffsoftware auf dem PC installiert werden – ohne, dass es der Nutzer merkt. Ein Kinderspiel, sei so etwas. Die Bankdaten könnten so beim nächsten online-banking auf ausländische Server umgeleitet werden. das bedeute wiederum für den Angreifer, er erhält ganz einfach die Bankdaten, kann sich bei der Bank des Nutzers einloggen und das Konto leerräumen.

Für ihn als Fahnder sei es ein großes Problem,, dass zwar in Deutschland nach den Datenschutzgesetzen vieles verboten sei, aber gegen ausländische Betreiber wenig ausgerichtet werden könne.  Äußerst geschickt würden sozialen Netzwerke vorgehen mit den Daten der Nutzer. Sein Beispiel: Auf facebook Freunde finden: Zugangsdaten werden eingegeben – E-mails werden ausgelesen und an facebook zurück übermittelt. Falls eine e-mail noch nicht bei facebook registriert  sei, werde an diese Adresse einfach eine Einladung geschickt, doch an facebook teilzunehmen.

Thema Gefällt mir-Button: Der Click darauf führe automatisch dazu, so der Kommissar, dass über zwei bestimmte Cookies, die man erhalte, facebook in die Lage versetzt werde, die Webseiten anzuschauen, auf die der Nutzer geht. Einzige sinnvolle Möglichkeit, sich dagegen weitgehend zu schützen, ist die, dass man nach jeder Sitzung die Cookies lösche.

Fotos: mit der Akzeptanz der Nutzungsbestimmungen von facebook gebe man die Rechte auf das eigene Bild an facebook ab. Wenn man wissen wolle, welche Daten über einen bei facebook gespeichert seien, „ist das nur noch per online-Abfrage möglich“, so Richard in seinem Vortrag.  Man dürfe dabei jedoch nicht vergessen, man bekommt  von insgesamt 57 Datenbereichen nur Auskunft über 23. Und immer wieder kam der Hinweis an diesem Abend – „das Internet vergisst nichts“.

Thema Mobbing

Richard schilderte den Fall von Amanda Todds, die sich nach jahrelangem Mobbing – zurückgehend auf ein Foto, das jemand über sie ins Netz gestellt hatte – das Leben nahm. Cyber Mobbing sei kein Kavaliersdelikt, verschiedene Straftatbestände würden damit erfüllt. Ein Schutz dagegen sei lediglich, nur echten, persönlich bekannten, guten Freunden den Einblick in das eigene Profil zu gewähren.

Hier einige Tipps des Internetfahnders: Den Empfängerkreis von Nachrichten beachten – Vorsicht mit der Vergabe des „Beziehungsstatuses“ – Finger weg von sogenannten „Hassgruppen“ – festlegen, wer Fotos und Videos sehen kann – keine Freundefinder benutzen – falls Mobbing passiert: Mobber von allen Freundes- und Kontaktlisten streichen – gegebenenfalls Strafanzeige erstatte – Betreiber der Seiten informieren und auffordern, Inhalte zu löschen.

 

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