„Für uns war Wasserburg ein Feiertag“

Taubenmarkt: Traditionsveranstaltung wird immer kleiner - Schreiben aus Garmisch

image_pdfimage_print

haag zweite wocheAm nächsten Sonntag, 1. Februar, findet er wieder statt: Der einstmals weltgrößte Taubenmarkt in Wasserburg! Scharfe Auflagen wegen der Vogelgrippe und neue Tierschutzgesetze haben den Markt in den vergangenen Jahren kontinuierlich schrumpfen lassen. Vergangenes Jahr waren es nur mehr 100 Anmeldungen, heuer rechnen die Verantwortliche mit noch weniger. Und das stößt vor allem bei auswärtigen Besuchern auf Kritik. Die Wasserburger Stimme erreichte ein Schreiben eines Kleintierzüchters aus Garmisch-Partenkirchen, in dem dieser sich mächtig Luft macht …

„Ich bin Jahrgang 1952. Mit 14 Jahren fuhr ich das erste Mal mit einem Bekannten nach Wasserburg zum alljährlichen Taubenmarkt“, schreibt Michael-Georg Bader, Mitglied im Garmischer und Weilheimer Kleintierzuchtverein. „Eigentlich war es ja mal der alljährliche weltgrößte Taubenmarkt, der Wasserburg so in das breite Bewusstsein vor allem der Kleintierzüchter aller angrenzenden Landkreise und darüber hinaus bekannt machte.

Seit 1980 fuhr ich jedes Jahr nach Wasserburg, erlebte noch den alten Markt in der Brauerei, an der Kirch und alle Veränderungen, auch die Abkehr vom Blasiustag vom 3.Februar auf einen Sonntag“, so Bader weiter, der sich fragt: „Was haben die Stadt und der Wasserburger Verein für den Traditionsmarkt eigentlich getan? Scheinbar nicht viel, sonst würde er nicht unter dem Vorwand der Vogelgrippe zum kleinen Verkaufsmarkt für ein paar Taubenzüchter verkommen sein. Das ist einfach kläglich bei der langen Tradition einer Stadt, dem Zulauf von Menschen aus allen Regionen“, schimpft der Garmischer.

„Selbstverständlich verstehe ich den Trubel an dem Tage in der Stadt, aber der ist ja nur einen Tag lang und im Sinne der Tradition. Obendrein ist das kostenlosen Werbung für die Stadt, die von angereisten Züchtern aus allen Landkreisen, ja ehemals aus ganz Europa getragen wurde. Letztendlich brachten die Züchter ja auch Geld in Wasserburg in Umlauf, man muss nur an die Parkgebühren, Essen, Getränke und so weiter denken.“

Und Bader weiter. „Also, wo liegt da das Problem? Denkt’s da einmal darüber nach, weil viele schon darüber nachdenken überhaupt nicht mehr nach Wasserburg zu fahren. Bei dem Kleinmarkt rentiert sich das nicht mehr. Der Stadt wünsche ich, dass sie auf den Kleintierzuchtverein Wasserburg zu geht und dass der Markt wieder zur alten Blüte findet. Für uns war’s immer ein Feiertag nach Wasserburg zu fahren.“

Foto: KTZV Wasserburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.