Für mehr sozialen Wohnungsbau in Wasserburg

Linke Liste lud gestern zu Veranstaltung mit dem Mieterbund - Von der Stadt zur Gemeinde

image_pdfimage_print

linke 10Bald faire Mieten in Wasserburg? Zu diesem Thema trafen sich gestern am Abend viele Wasserburger bei einer Veranstaltung der Linken Liste in der Taverna Italiana. Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des Mieterbund Deutschland, Landesverband Bayern, erläuterte gleich zu Beginn, warum die Mieten eben nicht mehr so fair seien und warum es immer schwieriger werde, bezahlbaren Wohnraum bei uns zu finden. So habe sich zum Beispiel der Bestand der Sozialwohnungen in Bayern in den letzten 16 Jahren von 250.000 Wohnungen bis heute halbiert.

Es würden immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung herausfallen, gleichzeitig würden aber nicht genügend neue Wohnungen gebaut.

Einen enormen Zuwanderungsdruck bekomme man auch in Wasserburg zu spüren, sagte Sophia Jokisch, Stadträtin der Linken Liste. Deshalb habe sie einen Antrag gestellt, der den sozialen Wohnungsbau in Wasserburg wieder ankurbeln solle.

Dies sei dringend notwendig, meinte auch Robert Obermayr, rechtlicher Betreuer und Sozialarbeiter aus Wasserburg. Er schilderte, dass es im gesamten Landkreis Rosenheim nur 400 Sozialwohnungen gebe. Dies sei bei weitem nicht ausreichend und führe zu Wartezeiten von über fünf Jahren bei den Betroffenen.

Der Mieterbund habe noch weitere Forderungen wie eine Bodenpreisbremse, die feste Einplanung von Sozialwohnungen in Neubaugebieten und deren unbefristete Sozialbindung, mehr Werkswohnungen und Zweckentfremdungsverordnungen mit empfindlichen Strafen, damit Wohnraum nicht für Gewerbe zweckentfremdet werde. Frau Schmid-Balzert führte außerdem aus, dass Genossenschaftswohnungen stärker gefördert werden sollten.

Brigitte Wolf, Stadträtin der LINKEN aus München beschrieb, dass mittlerweile 60 Prozent der Münchner Bevölkerung Anspruch auf geförderten Wohnraum haben. Die Stadt München reserviere bei öffentlichen Flächen 50 Prozent für den geförderten Wohnungsbau.

Wenn Grundstücke für den privaten Wohnungsbau vergeben werden, haben sie das Instrument der Sozialen Bodennutzung entwickelt, bei der der private Bauherr an den Kosten für die Infrastruktur wie Straßen, U-Bahnen, Schulen und Kindergärten beteiligt wird.

Als Fazit der Veranstaltung lasse sich sagen, dass eine große Gefahr bestehe, dass in Wasserburg die Mietpreise weiter ansteigen, so die Linken. Um dies zu verhindern, sollte, trotz der schwierigen geographischen Verhältnisse, mehr günstiger Wohnraum geschaffen werden und dies vor allem als geförderter Wohnraum und als genossenschaftliche Wohnungen.

Die zahlreichen Unternehmen könnten auch dazu ermuntert werden, Werkswohnungen zu bauen. Wasserburg könne sich außerdem darum bemühen, als Gemeinde eingestuft zu werden, in der auch die Mietpreisbremse und die bayerische Mieterschutzverordnung gelte, sagen die Linken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.