Frühlingsfest: So war das mit dem Feuerwerk

Ein Blick hinter die Kulissen - Viele Stunden Vorbereitung

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6Das Feuerwerk am letzten Festsonntag gehört jedes Jahr zu den traditionellen Höhepunkten des Frühlingsfestes. Grund genug, dass sich die Wasserburger Stimme mal genau anschaute, wo denn das Himmelsspektakel eigentlich herkommt. Einen kleiner Einblick, warum dieses Feuerwerk anders aussieht als das, was normalerweise an Sylvester in den Himmel fliegt und warum dieses Feuerwerk mit Kaffee und Senf etwas gemein hat…

 

Von Dietmar Gebert 

 

1Wer sich am Sonntagabend auf den Weg Richtung Badriastadion machte, weitab vom Rummel des Festplatzes, der war erst mal überrascht über das Aufgebot der Wasserburger Feuerwehr, das die Laufbahn rund um das Stadion bewässerte – Sicherheitsmaßnahme. Und gleich wissen wir auch wofür.  Am anderen Ende des Sportplatzes, auf der Grünfläche Richtung Wuhrgraben treffen wir Peter Sauer. „Das gehört alles zu unseren vorbereitenden Maßnahmen“, erklärt der Feuerwerker. „Damit eventuelle Blindgänger oder glühende Effektteile keine Brandflecken auf der Laufbahn hinterlassen.“

Sauer ist Chef der in Gersthofener bei Augsburg ansässigen Firma Sauer die seit 1863 Feuerwerk produziert. „Mein Urgroßvater hat schon Feuerwerk gemacht und war damit sogar königlich-bayerischer Hoflieferant“, erzähl Sauer stolz. „Das war wie beim Kaffee und Senf: Da gab’s auch nur einen Lieferanten für den Kini.“

Neben dem Chef selbst arbeiten noch zwei Mitarbeiter in der anbrechenden Dämmerung hochkonzentriert an dem Befüllen der Abschussvorrichtungen. Jede Ladung, die in den Rohren platziert wird, hat ein Zündkabel und eine Nummer. Die Enden des Kabels müssen an den dafür vorgesehenen Klemmen verdrahtet werden, damit das Feuerwerk, das eine eine Choreografie hat, auch synchron zu der am Festplatz abgespielten Musik abbrennt. Die kriegt Sauer schon vorab mitgeteilt. Er arrangiert dann das Feuerwerk dazu. Hierbei hilft der Computer, der die Effekte zum richtigen Zeitpunkt zündet.

In den rund zehn Minuten werden über 400 Ladungen mit einem Gesamtgewicht von rund 140 Kilogramm gezündet. Dabei sind nicht alle Effekte fertige Standardware, sondern werden zum Teil Tage vorher in Handarbeit selbst hergestellt.

Die Kosten? Hierrüber wird nicht geredet. Nur so viel, dass sich Wasserburg nicht das billigste Feuerwerk gönnt und natürlich aber nach oben immer noch Vieles möglich sei. Ob ein Feuerwerk letztendlich schön ist oder nicht, so Sauer, ist nicht unbedingt eine Frage des Geldes.

Aufgrund der Sicherheitsauflagen, die man befolge müsse sei man an diesen Standort neben dem Badriastadion gebunden. „Das Problem ist in Wasserburg, dass man das Feuerwerk so erstellen muss, dass sich das Bouquet über dem Badria entfaltet. Bis in eine  Höhe von über 125 Meter  werden die Feuerwerkskörper geschossen, damit man auf dem Festplatz auch ordentlich was sieht, was aber auch erklärt warum das Feuerwerk soweit zu sehen ist.

Und so erlebten die Besucher des Frühlingsfestes und viele Menschen in der Region ein tolles Himmelsschauspiel. Ach ja und Karl Valentin hatte doch recht als er sagte: „Es riecht nicht alles gut was kracht.“ Das merkte man dann am Schluss, als die Rauchwolke abzog.

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