Flüchtlinge kommen in Sporthallen

Krisensitzung: Landkreis muss jetzt 57 Asylbwerber pro Woche unterbringen

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SONY DSCLandkreis – Unterkünfte dringend gesucht! Bei der Unterbringung von Flüchtlingen hat der Landkreis Rosenheim die Grenze des Machbaren erreicht. In den kommenden zehn Wochen muss der Landkreis 570 Asylbewerbern ein Dach über den Kopf besorgen. In dieser Zahl sind die ankommenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge nicht eingerechnet. Sie stellen die größte Herausforderung dar. Allein am vergangenen Wochenende wurden 50 in die Verantwortung des Kreisjugendamtes Rosenheim übergeben.

Diese allein reisenden jugendlichen Flüchtlinge ihrem Alter gemäß zu betreuen übersteigt inzwischen die Ressourcen des Kreisjugendamtes und der Jugendhilfeträger. In einer Krisensitzung heute Mittag (1.06.15) im Rosenheimer Landratsamt forderte Landrat Wolfgang Berthaler erneut die Unterstützung der Landespolitik ein. Es kann nicht sein, dass wenige Kommunen, Berthaler meinte die Landkreise Passau, Berchtesgadener Land und Rosenheim sowie die kreisfreien Städte Passau und Rosenheim sowie die Landeshauptstadt München, die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ausbaden müssen. In einem Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer und die Staatsminister Marcel Huber und Emilia Müller pocht er, auf eine faire Verteilung der jugendlichen Flüchtlinge auf alle bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte.

Täglich kommen etwa 310 Flüchtlinge in München an

Am vergangenen Freitag kündigte die Regierung von Oberbayern an, ab kommender Woche für die Dauer von zehn Wochen jeweils 57 Asylbewerber in den Landkreis Rosenheim zu schicken. Seit Anfang Mai wird in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in München ein weiterer deutlicher Anstieg der Zugangszahlen festgestellt. Im Durchschnitt kamen täglich etwa 310 Asylbewerber dort an. Zur Entlastung der Aufnahmeeinrichtung in München müssen diese Flüchtlinge auf Unterkünfte in Oberbayern verteilt werden. Weil der Landkreis Rosenheim dar-über hinaus derzeit seine Quote nur zu 80 Prozent erfüllt, erzwingt die Regierung von Oberbayern deren Erfüllung innerhalb der nächsten zehn Wochen.

Sporthallen der Schulen werden zu Unterkünften

Da die im Moment angedachten Container-Standorte zur Unterbringung von Asylbewerbern in Raubling, Bad Aibling, Wasserburg, Halfing und Großkarolinenfeld frühestens im Herbst zur Verfügung stehen, wird der Landkreis nicht nur auf angebotene Wohnungen und Pensionen zurückgreifen, sondern auch zeitlich befristet auf Sporthallen. Mit Beginn des neuen Schuljahres Mitte September sollen die Sporthallen den Schulen wieder zur Verfügung gestellt werden. Die Asylbewerber sollen dann, so der Plan, in die Container umziehen.

Landkreis bestellt Container und erschließt Grundstücke

Aufgrund der knappen Zeit beginnt der Landkreis Rosenheim ab sofort mit der Erschließung der Grundstücke. Gleiches gilt für die Bestellung der Container. Der Landkreis Rosenheim sucht zudem weiterhin dringendst Wohnungen, Pensionen sowie für Container-Standorte geeignete Grundstücke, denn die bisher geplanten Pavillon-Standorte reichen nur für die in den kommen-den zwei bis drei Monaten ankommenden Flüchtlinge aus. Landrat Berthaler bat heute alle Bürgermeister per E-Mail um Unterstützung bei der Suche nach Flüchtlingsunterkünften. Auch die Pfarreien im Landkreis sollen noch einmal angesprochen werden. Mitte Juli will die Regierung von Oberbayern eine Zwischenbilanz ziehen. Gut möglich, dass die Zahl der wöchentlich ankommenden Asylbewerber dann weiter ansteigen wird.

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