Es ist vollbracht – die Premiere!

Große Begeisterung: Bravo-Rufe und minutenlanger Applaus

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Lampenfieber pur – geht’s boid los? Scheint das Volk zu fragen. Ja, gestern Abend war es endlich soweit – Premiere! Fotos: Renate Drax

Wasserburg – Standing ovations, Bravo-Rufe und minutenlanger, tosender Applaus: Unglaublich groß war die Begeisterung gestern Abend bei der Premiere der Wallenstein-Festspiele in Wasserburg am Inndamm. Und fesselnd das Bürgerspiel selbst – auf bayerisch! Ernst wegen der Thematik. Und doch – zur Überraschung vieler – immer wieder zwischendurch mit Humor und besonderem Charme. Großartige Kostüme, spektakuläre Lichteffekte, eine Bühne am Inn, die allein schon bestaunenswert ist und bei der von jedem Platz aus bestens zugeschaut werden kann – Bayerns größte Kanone, Pyrotechnik und Böller, Lagerfeuer und kulinarische Spezialitäten. Und vor allem schauspielerische Leistungen, die begeistern – sowie Texte, die berühren. Absolut sehenswert! (Siehe auch unseren Kommentar unter Des moanan mia)

Letzte Vorbereitungen für den Tod: Bestens besetzt in dieser Rolle mit Helge Leuchs.

Letzte Vorbereitungen für den Tod: Bestens besetzt ist diese Rolle mit Helge Leuchs.

Wasserburg macht Geschichte – und der Vollmond schaut auch zu! Große Komplimente gestern Abend von allen Seiten der über 1000 Besucher an alle Beteiligten. Volk, Bauern, Soldaten, Kinder. Die Lichttechnik, die Maske, die Bauten-Technik, der Chor, die Musik der Stadtkapelle Wasserburg, DJ BFuse und und und. Alle vor und hinter den Kulissen waren gemeint. Auf der Bühne faszinierten durch ihr Spiel: alle! Als die Geschwister Regina, Kathl und Magdalena Edlinger: Angela Sanftl, Brigitte Voglsammer und Magdalena Pfitzmaier. Als Bauernführer aus Babensham: Andreas Schuur. Als Tod: Helge Leuchs. Als Frau des Bürgermeisters: Bärbel Pfitzmaier. Als Surauerin Antonia Tahari.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn weiteren Hauptrollen Peter Mühle, Oliver Männer, Christian Hartmann, Albin Beschta, Christian Furtner, Thomas Haberle, Robert Kinzlmaier, Marion Michel, Josefine Paul, Alois Gugg, Hans-J. Bogarosch, Werner Gartner, Matthias Behon, Sepp Christandl, Benjamin Moser, Heinz Wollny, Dr. Matthias Baumann und Christoph Mühlbacher.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGroßartig die Kostüme (federführend sind hier zu nennen Sigrid Hartmann, Lotte Gröger und Ina Kroworsch – Beratung: Chris Fritz) und großartig die Maske (Siglinde Kirmaier und Sabine Lutter).

Hier ein paar Eindrücke am Rande. Sowie: Die besten Fotos zur Premiere unter der Rubrik Schlagzeilen!

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Teufel, Tod und Wallenstein

Spielleitung: Christian Huber – Gesamtleitung:  Sepp Christandl

Es ist das Jahr 1634. Seit 15 Jahren tobt ein vernichtender Krieg in deutschen Landen.

Schwedische Truppen stehen bei München und schicken sich an, nach Osten bis zum Inn vorzustoßen. Dort steht in Wasserburg – quasi mit dem Rücken zur Wand – die geschlagene katholische Allianz mit ihrem letzten Aufgebot, die verbliebenen Klöster Oberbayerns an den Alpen und am Chiemsee, die Schätze des Bistums Salzburg gegen die protestantische Übermacht zu verteidigen. Es ist die Hochzeit des große deutschen, des Dreißigjährigen Krieges.

Bayern, Kroaten, Franzosen, Österreicher – ein wildes Heer katholischer Söldnern lagert in den Gassen Wasserburgs. Soldaten und Bevölkerung leiden Hunger und arge Not. Die Pest hat jeden zweiten Stadtbewohner hingerafft und auch das Land ringsum nicht verschont. Überall treibt sich finsteres Gesindel umher – Strauchdiebe, Wegelagerer, Spione. Niemandem kann man in diesen Tagen trauen.  Wasserburg steht vor dem Untergang. Die letzte Bastion des Papstes wankt.

In dieser Weltsekunde, da das ganze Reich Deutscher Nationen den Atem anhält, reiten fünf kaiserliche Kürassiere bei Nacht und Nebel durchs Brucktor. Ein kühner Schwimmer entsteigt just zur selben Stund‘ an einem der Wassertore der Stadt dem reißenden, eisigen Fluss. Allesamt sind sie in geheimer Mission unterwegs. Nur einer aber wird die Rettung bringen – für Wasserburg, das Reich und den Kaiser. Einer mit dem niemand hier in dieser letzten, scheinbar von allen Heiligen verlassenen Festung der Katholiken gerechnet hat. Einer, der die Stadt aber auch auf ihre härteste Zerrreißprobe stellen wird.

Während sich der nächtliche, geheimnisvolle Schwimmer, nass und halb erfroren, den Zugang zur Stadt mit Hilfe einer schönen Wasserburger Bürgerstochter erschleicht, machen die Reiter lausstark vor dem Rathaus halt. Kommandos, Befehle schallen durch die Dunkelheit. Die Tage der Entscheidung nahen. Von fern her hört man schon den schwedischen  Kanonendonner und des Feindes Truppen stehen hoch über der Stadt thronend. Ist die Stellung am Inn, ist Wasserburg noch zu halten?

Das neue Wasserburger Bürgerspiel zeigt Leben und Ringen der Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Zweimal, 1632 bis 34, sowie 1647 und 48 standen protestantische Truppen vor den Toren und belagerten Wasserburg wochenlang. Das Schauspiel aus längst vergangenen Zeiten mit dem Titel „Teufel, Tod und Wallenstein“ nimmt sich der ersten, der wohl schlimmeren Phase des Krieges an, stellt das Leben der Wasserburger ebenso dar, wie das der Belagerer. 400 Statisten, rund 50 Sprechrollen, Reiter-, Artillerie- und Infanterie-Gefechte und ein riesiges, eineinhalb Kilometer langes historisches Feldlager am Inndamm, Bühnen mitten im reißenden Fluss und der Blick auf eine in Bayern einmalige Kulisse – das alles ist das neue Wasserburger Bürgerspiel.

Ein Spiel um Liebe, Hass, Verrat!

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