„Er war so ein fröhlicher Kollege“

Große Trauer gestern in der Grafinger Pfarrkirche - Bewegende Worte

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blumen 2 tatEs war eine bewegende Rede, die der Präsident der Regierung von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, gestern am Abend vor 150 Trauergästen in der Grafinger St. Ägidiuskirche hielt. Er kämpfte mit den Tränen, als er über den Verstorbenen der Bluttat von Grafing-Bahnhof sprach – der 56-Jährige aus Reitmehring war einer seiner Kollegen, ein langjähriger Regierungsmitarbeiter. Er sei so ein liebenswürdiger, fröhlicher, unendlich geduldiger Kollege gewesen, sagte Hillenbrand. „Er war ein Problembeseitiger mit Leib und Seele und starb auf dem Weg zur Arbeit.“ 23 Jahre habe der 56-Jährige in der technischen Kommunikationsabteilung gearbeitet, er sei der Fachmann für Computer-Angelegenheiten aller Art gewesen. Der Regierungs-Präsident sagte, sein Mitgefühl gelte der Familie, er selbst werde den Verstorbenen als „mehr als einen Kollegen in Erinnerung behalten“.

In dem Gottesdienst, den Ibalayam Hippolyte für die Pfarrkuratie Reitmehring gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Axel Kajnath leitete, wurde nach Worten gesucht, um auszudrücken, wie tief der Schock Stunden nach der Bluttat ist. Es wurden vier Kerzen der Hoffnung angezündet.

Auch wenn nichts für einen terroristischen Hintergrund spreche, sei das Messer-Attentat für die Stadt Grafing das schlimmste Ereignis. Es sei unfassbar, wie das Verbrechen in die Stadt kam und das Ur- und Gottvertrauen erschüttert habe, sagte Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr.

Der 10. Mai 2016 sei ein Tag, der den Landkreis Ebersberg verändert habe – mit diesen Worten trat Landrat Robert Niedergesäß vor die Trauergemeinde gestern in der Grafinger Kirche. Er dankte allen Helfern, die den Opfern beigestanden haben – und er dankte vor allem auch der Polizei und den eingesetzten Feuerwehren. Trotz der Traurigkeit dürfe man jetzt nicht zulassen, dass dieses Gefühl der Ohnmacht nun unser Leben bestimme.

Das Denken und große Mitgefühl richtete sich gestern auch an die drei verletzten Opfer der Bluttat – drei Männer aus Grafing zwischen 43 und 58 Jahre alt – die mit zum Teil schwersten Verletzungen in Krankenhäusern liegen.

Foto: Georg Barth