Entlastung für Priester und Diakone!

Erzbischöfliches Ordinariat stellt ab September neue Verwaltungsleiter ein

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KircheDas Erzbistum München und Freising will Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter weitgehend von Verwaltungsaufgaben entlasten, damit sie mehr Zeit für ihre seelsorglichen Aufgaben haben. Deshalb stellt das Erzbischöfliche Ordinariat ab September dieses Jahres Verwaltungsleiter ein, die die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Kirchenverwaltungen der Pfarreien und Pfarrverbände vor Ort unterstützen sollen. Die Finanzplanung sieht Stellen für 67 Verwaltungsleiter vor. Die Kosten werden sich auf vier Millionen Euro im Jahr belaufen.

Das Erzbistum reagiert mit diesem Schritt auf die drängende Bitte von Priestern und pastoralen Mitarbeitern nach einer weiteren Entlastung in den Bereichen Verwaltung, Organisation, Personal und Finanzen. Das Thema beschäftigt die Verantwortlichen an der Spitze der Erzdiözese schon seit geraumer Zeit; wiederholt wurde in wichtigen Gremien wie im Priesterrat oder in der Dekanekonferenz darüber diskutiert.

„Wir wollen, dass unsere Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiter sich voll auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können: den Menschen zur Seite stehen und als Seelsorger tätig sein“, erklärt dazu der Generalvikar des Erzbischofs, Peter Beer: „Die Aufgaben in der Verwaltung sind aufgrund staatlicher Vorgaben und neuer Gesetzeslagen stetig angewachsen und komplizierter geworden. Dafür sind unsere Seelsorger nicht ausgebildet.“

Betriebswirtschaftliche und rechtliche Fachkenntnisse sollen deshalb verstärkt von den neuen Verwaltungsleitern eingebracht und entsprechende Aufgaben vom Pfarrer oder Pfarradministrator an diese delegiert werden. Durch die Anstellung beim Erzbischöflichen Ordinariat ist es rechtlich möglich, dass die Verwaltungsleiter als stellvertretende Kirchenverwaltungsvorstände eingesetzt werden und somit auch als Dienstvorgesetzte der nicht pastoralen Mitarbeiter in der jeweiligen Kirchenstiftung agieren können.

Die letzte Verantwortung bleibe aber beim Pfarrer, der stets Vorstand der Kirchenverwaltung sei. Die verdienstvolle und für die Kirche unverzichtbare Mitarbeit der Ehrenamtlichen vor Ort, etwa der Kirchenpfleger, werde durch diesen Schritt keineswegs überflüssig. Vielmehr solle deren Engagement unterstützt werden.

Das Ordinariat geht davon aus, dass die geplanten 67 Verwaltungsleiterstellen nicht in einem Zug besetzt werden können. Im laufenden Haushalt für das Jahr 2015 sind 1,6 Millionen Euro eingestellt. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit Fragen der Stellenausschreibungen und Anforderungsprofile. Es wird mindestens ein Bachelor-Grad (Fachhochschule) oder ein vergleichbarer Abschluss erwartet.

Ein in Vollzeit tätiger Verwaltungsleiter wird für zwei bis drei Pfarreien oder Pfarrverbände zuständig sein. Der Stellenschlüssel sieht vor, dass die Pfarreien pro 1.000 Katholiken 1,5 Arbeitsstunden eines Verwaltungsleiters geltend machen können. Eine Pfarrei mit 12.000 Mitgliedern hätte also beispielsweise Anspruch auf 18 Arbeitsstunden eines Verwaltungsleiters.

kel

Foto: Ordinariat

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