Eine Stadtführung aus dem Rahmen fallend

Beliebte Veranstaltung in Wasserburg: Wir waren live dabei - Unsere Reportage

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Dass unser Wasserburg auch schaurige Schattenseiten vorzuweisen hat, zeigen Irene Kristen-Deliano und Ilona Picha-Höberth immer wieder auf ihren „Gruselführungen“. Wir waren nun einmal live dabei! Die Teilnehmer werden durch dunkle Gassen und in historische Winkel geführt. Zu entscheiden, welche der Geschichten sich dabei am Rande der Realität bewegen, bleibt dem Besucher selbst überlassen. Unsere Reportage …
DSC_0752Seit fast schon fünf Jahren führen die Erzählerin Ilona Picha-Höberth und Stadtführerin Irene Kristen-Deliano Besucher sowie Bürger durch die Altstadt. Durch ihre gemeinsame Liebe zu einer Stadt, die noch so viele Geheimnisse zu entdecken hat, haben sie zueinander gefunden.

Ihre Themenführungen, die sprichwörtlich „aus dem Rahmen fallen“, erfreuen sich großer Beliebtheit. Geschichten, ob tatsächlich recherchiert oder durch die eigene Fantasie der Autorinnen ausgeschmückt, machen diese besonderen Führungen so lebendig – als wäre man damals selbst mit dabei gewesen.

 

DSC_0751„Die Wege sind krumm und schief“, weist Kristen-Deliano ihre Gruppe an – jeder Teilnehmer bewegt sich auf eigene Gefahr durch das verwinkelte Wasserburg.

Startpunkt der Gruselführung ist an der Burg. Das heutige Altenheim war einst ein Frauengefängnis für „leichte und liederliche Weiber“. Hier beginnt die Führung mit einer Geschichte über eine fesche Witwe, die vor 300 Jahren in einem kleinen Häuschen zwischen Wasserburg und Soyen gelebt haben soll. Aufgrund ihres flammend-roten Haares wurde sie „Fuchserl“ genannt – was dann mit ihr geschah, lässt so manchem Gast die „Haare zu Berge stehen“.

 


DSC_0775„Neun Kinder spielen im Haus, neun kleine Särge trägt man hinaus“: Weiter geht der gruselige Spaziergang hinunter zur Jakobskirche, um die sich etliche Geschichten zur Pest-Zeit ranken.
Beispielsweise erfährt man hier, warum der Heilige Rochus seine Pestbeule zeigt (Foto) und warum die Kirchenbänke mit Messing beschlagen worden sind …

 

DSC_0776Vorbei an einer historischen „Pest-Türe“ wird am ehemaligen „Suranger“-Haus, dem heutigen Gruber Gewandhaus, das Rätsel um die ungewöhnliche und farbenfrohe Bemalung gelöst: Es sollte zur damaligen Zeit Geister und Dämonen verwirren, damit sie nicht den Weg in das Haus finden konnten.

 

 

Auch in der Frauenkirche soll sich eine gespenstische Geschichte zugetragen haben: Warum Elise Erl, eine gelähmte, junge Frau, plötzlich wieder gehen kann, erzählt Picha-Höberth anschaulich und spannend. Auch wird auf der Führung die Herkunft einiger Sprichwörter erläutert, zum Beispiel warum jemand „seinen Löffel abgibt“.

 

Das Mysterium der „Viertel“-Galgen und die Drachen über Wasserburg sind Hinweise auf weitere Stadtführungen, die die beiden Autorinnen in ihrem breit gefächerten Repertoire anzubieten haben.

Die nächste „Gruselführung I“ findet übrigens am Samstag, 15. Oktober statt – Treffpunkt ist um 17 Uhr auf der Burg.

Weitere Themen-Führungen:

  • „Frauendreißiger“ – Mariä Himmelfahrt
    Am kommenden Montag, 15. August, Treffpunkt: 19.30 Uhr vor der Frauenkirche – wir berichteten.
  • „Wasserburg – jenseitig – makaber“ Gruselführung II
    Freitag, 26. August, Treffpunkt: 19.30 Uhr am Altstadtfriedhof
  • „Karner – Pranger – Narrenhäusl“ Gruselführung III
    Samstag, 3. September, Treffpunkt: 17 Uhr am Rathaus unter dem Pranger
  • Neu: „Abwehrzauber, Magie und Aberglaube“
    Samstag, 24. September, Treffpunkt: 19.30 Uhr in der Hofstatt, Roter Turm
  • Neu: „Angestachelt – Aufgestachelt“
    Freitag, 7.Oktober, Treffpunkt: 19.30 Uhr in der Kellerstraße
  • „Wasserburg – jenseitig – makaber“ Gruselführung II
    Samstag, 29. Oktober, Treffpunkt: 17 Uhr am Altstadtfriedhof
  • „Karner – Pranger – Narrenhäusl“ Gruselführung III
    Samstag, 12. November, Treffpunkt: 17 Uhr am Rathaus unter dem Pranger
  • „Abwehrzauber, Magie und Aberglaube“
    Samstag, 19. November, Treffpunkt: 19.30 Uhr in der Hofstatt, Roter Turm

In der Vorweihnachtszeit und zum Jahreswechsel finden außerdem Raunachtsführungen statt, auch werden Sonderführungen für Familien-, Firmen- und Betriebsfeiern angeboten.

Anmeldungen unter den Telefonnummern 08071/93157, 08071/4107, in der Gästeinfo Wasserburg oder unter der E-Mail-Adresse info@picha-hoeberth.com.

Weitere Infos unter www.picha-hoeberth.com und unter www.kristen-deliano.de.

HF

Die Stadtführerinnen empfangen die Gruppe, die sich schon ganz gespannt ist, auf der Burg …DSC_0749

 

Das alte Richterhaus: Hier soll man im Gemäuer Gebeine von Verurteilten gefunden haben DSC_0761

 

Wer vermutet bei diesem Anblick über Wasseburg eine solch düstere Vergangenheit?DSC_0762

 

Die Jakobskirche erzählt von der Pest-Zeit …
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Das alte „Suranger“-Haus: Die ungewöhnliche Bemalung sollte einst Dämonen verwirrenDSC_0779 DSC_0782 DSC_0784

 

In der Frauenkirche: Hier gedenken das Schild von Elise Erl und die Statue des Bruder Konrads an ein unheimliches Wunder …

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In der Sedlmeiergasse nehmen Irene Kristen-Deliano und Ilona Picha-Höberth nach einer schaurigen Geschichte über ein Bauern-Pärchen aus Wasserburg von den Teilnehmern Abschied .

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