Eine Rettungsinsel für die Seele

Caritas-Tagesstätte für Psychisch-Kranke gestern in Wasserburg eingeweiht

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Lehmann_kleinWasserburg – „Das Thema psychische Erkrankung ist näher als man denkt“, so Erwin Lehmann (links), Kreisgeschäftsführer der Caritas-Zentren, zu Beginn seiner Begrüßungsrede in der Caritas-Tagesstätte, die gestern offiziell eingeweiht wurde. Er verdeutlichte damit, dass eine psychische Erkrankung jeden treffen kann und seelische Gesundheit keine Selbstverständlichkeit ist. „Ein Rückzug aus Familie, Arbeit und Alltag und eine darauf folgende Vereinsamung ist die Folge einer psychischen Erkrankung. Die Bedeutung einer Tagesstätte ist, Menschen mit solch Erkrankungen zu helfen, ihnen eine Stütze zu sein und sie wieder zurück ins Leben zu leiten“, so Lehmann.

Die Räumlichkeiten der Tagesstätte für Psychisch-Kranke mit insgesamt 20 Plätzen wurden gestern am Marienplatz offiziell im Rahmen einer kleinen Feier eingeweiht. Siegfried Zimmermann, Fachdienstleiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Caritas, führte durch das Programm.

Die kirchliche Weihe mitsamt der Segnung des Kreuzes übernahm Caritas-Prälat Hans Lindenberger. Zahlreiche Ehrengäste, Vertreter sozialer Einrichtungen wie das Diakonische Werk, das Inn-Salzach-Klinikum oder die Stiftung Attl sowie Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden, fanden sich zur Einweihung der Tagesstätte ein.

Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl: „Die Adresse Marienplatz 1a für die Einrichtung spricht für sich und Wasserburg, das Rathaus hat schließlich nur die Nummer 2“. Daher sollte man laut Kölbl diese Adresse als ein Symbol für Menschen nehmen, denen hier die Möglichkeit gegeben werden kann, vom Rand der Gesellschaft in die Mitte der Stadt und damit wieder zurück ins Leben zu finden.

Doch nicht nur für die Stadt Wasserburg ist diese Einrichtung ein Gewinn, auch Dieter Kannengießer, der stellvertretende Landrat, ist sich sicher, dass die Tagesstätte samt ihrer Mitarbeiter dahinter als wichtige Hilfestelle für psychisch kranke Menschen steht. Die Caritas-Tagesstätte unterstütze nicht nur die anderen sozialen Organisationen im nördlichen Raum Rosenheim, sondern auch regionalübergreifend tätig.

„Eine Zusammenarbeit den sozialen Einrichtungen im Landkreis Rosenheim erleichtert nicht bloß den Erkrankten die Situation“, weiß auch Geschäftsführer Erwin Lehmann, „denn Not zu lindern und Menschen zu helfen, zurück in ein glückliches und zufriedenes Leben zu kehren, ist die Bestimmung unserer Tagesstätte“.

Schmidmeier_kleinRichard Schmidmeier (links), Chefarzt der Sozialpsychiatrie des Inn-Salzach-Klinikums, führte den Gästen noch einmal deutlich vor Augen, wie schnell eine psychische Erkrankung auftreten kann und man den Betroffenen dabei helfen könne, sich wieder vollständig in Alltag, Beruf und Familie zu integrieren. „Uns ist es möglich, eine akute Krise bei Menschen relativ rasch zu behandeln, mitunter auch mit Medikamenten oder psychosomatischen Mitteln, um die Krankheit in den Griff zu bekommen“, erklärte Schmidmeier.

„Die Sozialpsychiatrie ist ein wichtiger Punkt für die Gesundheit des Menschen, besonders soziale Kontakte zu pflegen stellt eine große Stütze dar, psychische Erkrankungen von vornherein zu vermeiden.“ Insgesamt waren sich alle Anwesenden in der Caritas-Tagesstätte einig, dass die Einrichtung für Hilfe und Unterstützung auf dem Weg zurück zur seelischen Gesundheit steht und als Rettungsinsel für Psychisch-Kranke wirkt. MO

MitarbeiterCaritas_klein

Die Mitarbeiterinnen der Tagesstätte.

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Die Gäste bei der Einweihungsfeier.

 

 

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Ein Gedanke zu „Eine Rettungsinsel für die Seele

  1. Ich denke, diese Tagesstätte ist ein Segen für die Betroffenen, ebenso für deren Abgehörigen und Freunde oder gute Bekannte. Oftmals kann diese Einrichtung ein erster Schritt für einen Betroffenen sein, der vielleicht noch am Anfang steht mit seinen Ängsten. Auch ein gemeinsamer Gedankenaustausch ist sehr, sehr wichtig für die Betroffenen, für eine evtl. erste Anlaufstelle, wenn er mit seinem „Gedankenwirrwarr“ vorerst nicht zurande kommt. Auch für Angehörige von hoher Wichtigkeit, damit sie erkennen können: Ich bin nicht allein.

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