Eine Petition für den Badestrand!

Staudhamer Badegäste wollen für ihren beliebten Ufer-Platz kämpfen

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Morgenstimmung_See_kDas Aus für den Badestrand in Staudham scheint beschlossene Sache zu sein (wir berichteten). Der Politik sind nach eingehenden, ergebnislosen Verhandlungen mit dem Eigentümer die Hände gebunden. Der vor allem bei Familien aus Stadt und Altlandkreis so beliebte Badeplatz, der sich in Privatbesitz befindet, soll aufgeforstet und für die Allgemeinheit gesperrt werden. Doch damit wollen sich die Staudhamer Badegäste noch nicht abfinden. Sie reichten jetzt beim Bayerischen Landtag eine Petition für den „Erhalt des Naherholungsgebietes Badeplatz Staudhamer See“ ein.

sabine riemer„Wir wollen einfach nichts unversucht lassen, unser Staudhamer Ufer für die Allgemeinheit zu bewahren“, sagt Sabine Riemer, Sprecherin der initiative für den Erhalt des Badeplatzes. Deshalb starte man jetzt auch mit Unterschriftenaktionen. In den nächsten Tagen würden in Stadt und Altlandkreis Wasserburg Listen aufgelegt. Außerdem kann man sich auch bei der Wasserburger Stimme online oder unter http://rettet-den-badestrand.de in eine Liste eintragen.

Mittlerweile wurde auch bekannt, dass sich eine Edlinger Grundschulklasse an den Eigentümer des Seegrundstücks gewandt hat, mit der Bitte, das Bade-Ufer doch zugänglich zu lassen – die Kinder und ihre Lehrerin warten seit Wochen vergeblich auf eine Antwort.

Und das ist der Wortlaut der Petition

Petition an den Bayerischen Landtag: Erhalt des Naherholungsgebietes „Badeplatz Staudhamer See“

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit möchte ich eine Petition an den Bayerischen Landtag einreichen mit der dringenden Bitte um eine wohlwollende Prüfung zu Gunsten der Vielzahl von Erholungssuchenden, insbesondere vieler Familien aus dem näheren Umkreis des Staudhamer Sees in Wasserburg/Edling. …

Unterschriftentafel_kKurze Darstellung des Gegenstands meiner (Sabine Riemer) Petition: Das Naherholungsgebiet „Badeplatz Staudhamer See“ liegt nördlich des Ortes Staudham im Gebiet der Stadt Wasserburg a. Inn, an der Grenze zur Gemeinde Edling; beides Landkreise von Rosenheim in Oberbayern. Dieser Badesee soll als beliebtes Freizeitziel insbesondere für Familien und auch ältere Badegäste erhalten bleiben. Der Eigentümer hat nun jedoch den Nutzungsvertrag mit dem Landkreis Rosenheim gekündigt und ist entschlossen, den Zugang zum See für die Allgemeinheit zu sperren.

Zu diesem Zweck ist es seine Absicht, den bisherigen Badeplatz aufzuforsten; er hat dazu eine Genehmigung beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten / Rosenheim beantragt. Was ich mit dieser Petition erreichen möchte:

1. Verhinderung der Aufforstung am besagten Badeplatz

2. Erhalt des Badeplatzes in seiner jetzigen Form

Die Petition richtet sich

1. gegen das Vorgehen des Grundeigentümers, der das verfassungsmäßig verbürgte Recht der Allgemeinheit auf Zugang zum See verhindern will,

2. an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, dem dazu ein konkreter Antrag vorliegt und

3. an den Freistaat Bayern, den Landkreis Rosenheim, die Stadt Wasserburg a. Inn und die Gemeinde Edling, die nach der Bayerischen Verfassung berechtigt und verpflichtet sind, der Allgemeinheit den Zugang zu Seen frei zu halten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes zugänglich zu machen. Kurze Begründung der Petition Der Staudhamer See wird laut Wasserburger Stadtarchiv seit 120 Jahren von den Bürgerinnen und Bürgern gerne zum Schwimmen genutzt. Der Landkreis Rosenheim hatte vor 30 Jahren den bis dahin genutzten Kesselsee als Naturschutzgebiet ausgewiesen, dazu den Badeplatz gesperrt und deshalb am nahe gelegenen Staudhamer See eine Alternative zum Baden für die Besucher geschaffen.

Der Badeplatz „Staudhamer See“ ist derzeit der einzige für Familien gut zugängliche und auch mit dem Fahrrad sicher erreichbare Badeplatz. Insbesondere sein sehr seichtes Ufer macht ihn für Besucher auch mit kleineren Kindern ebenso wie für die Seniorinnen und Senioren in unserer Umgebung so attraktiv und einzigartig in dieser Gegend. Der Landkreis Rosenheim pachtete vor ca. 30 Jahren vom Vater des jetzigen Eigentümers, dem damaligen Eigentümer, das Grundstück und verlegte Wasser- und Stromleitungen, legte einen kleinen Parkplatz an und schaffte so eine Infrastruktur, die dem lokalen und regionalen Bedarf der Besucher entsprach und bis heute entspricht.

Auch ein kleiner Kiosk wurde (per Verpachtung durch den Grundstückseigner) eröffnet. Es entstand ein Naherholungsgebiet, das seither von den Wasserburgern und vor allem von den Edlinger Bürgern gerne genutzt und sehr geschätzt wird. Der Badeplatz ist wegen seiner ruhigen Lage und seiner Familienfreundlichkeit kaum ersetzbar, d.h. es gibt umliegend schlichtweg keine Alternativen mit gleichermaßen barrierefreiem (kinder- und seniorengerechtem!) Zugang. Der Pachtvertrag mit dem Landkreis läuft jedoch 2015 aus. Dem Kioskbetreiber wurde von Seiten des Grundstückseigentümers bereits zum Ende der Saison 2014 gekündigt.

Weder die intensiven Bemühungen der Stadt/Gemeinde Wasserburg und Edling, der unteren Naturschutzbehörde und des Landratsamtes, noch die (schriftlichen) Bitten vieler Privatpersonen und auch einer ganzen Schulklasse konnten ein Einlenken des Eigentümers bewirken. Das Entgegenkommen der Behörden durch Verlegen der bisherigen Zufahrt zum Parkplatz, bzw. die Verlegung des Parkplatzes an sich und das Errichten einer Schranke, um seltene nächtliche Besuche des Sees zu unterbinden, wurden vom Eigentümer abgelehnt. Es muss hier angemerkt werden, dass verschiedene Begründungen des Grundstückeigners für seine Entscheidung, den See für die Öffentlichkeit zu sperren, überhaupt nicht greifen: Die Behauptung, die Badenden wären ein Störfaktor der Privatsphäre des Besitzers ist nicht nachvollziehbar, da der See in ca. 400 Meter Entfernung vom Wohnhaus des Eigentümers in einer Senke liegt und von Wald umgeben ist.

Der See ist vom Standort des Wohnhauses nicht einsehbar. Ebenso ist der Vorwurf, der Badeplatz wäre unsauber, schlichtweg nicht zutreffend: Der Badeplatz und auch der Parkplatz werden bis dato nicht nur durch die Besucher selbst, sondern insbesondere durch die Kioskpächter so sauber gehalten und vorbildlich gepflegt, wie man an anderen Seen suchen muss bzw. sich wünschen würde. (Dies kann jederzeit durch Besichtigung oder durch vorhandene Fotografien belegt werden.)

Auf Nachfrage beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, erfuhr ich nun, dass bereits ein Antrag auf Erstaufforstung für das Grundstück des jetzigen Badeplatzes eingereicht wurde. Gegen eine Genehmigung desselben richtet sich Punkt 1 meines Petitionsschreibens. Punkt 2 orientiert sich an Artikel 37, Absatz 1, 2 und 3 des Bayerischen Naturschutzgesetzes bzw. an den Pflichten des Freistaates Bayern und der Gemeinden. In meinem geschilderten Fall würde eindeutig das „Eigeninteresse eines Einzelnen“ über das Wohl der Allgemeinheit gestellt werden.

Die wachsenden, familienorientierten Gemeinden Edling und Wasserburg a. Inn und auch die umliegenden Gemeinden brauchen zukünftig jedoch ein Naherholungsgebiet wie dieses! Ich bitte Sie daher, die Sachlage zu überprüfen und sich für den Staudhamer Badeplatz als wertvolles Naherholungsgebiet einzusetzen, bevor es nach all den Jahren für die Allgemeinheit unwiederbringlich verloren geht. Gibt es nicht auch hier ein „Gewohnheitsrecht“? Andere Rechtsbehelfe habe ich bisher noch nicht eingelegt. Es sind noch keine Behördenentscheidungen erfolgt. Die betroffenen Badegäste, die Familien und auch unsere Seniorinnen und Senioren aus der Region wurden über Informationsaktionen am See, durch die regionale Presse und das Bayerische Fernsehen über die Sachlage informiert.

Bisher haben sich die politischen Vertreter der Stadt Wasserburg a. Inn, der Gemeinde Edling und des Landkreises Rosenheim, zusammen mit der staatlichen unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt, auf dem Vehandlungsweg für unser Anliegen zum Erhalt des Badesees eingesetzt. Am 10. Juli 2014 habe ich eine Anfrage zur Umsetzung über die mögliche Aufforstung des Badeplatzes an die Bayerische Staatsregierung gesendet.

…. Mit herzlichem Dank für Ihr Bemühen und freundlichen Grüßen, Sabine Riemer.

 

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2 Gedanken zu „Eine Petition für den Badestrand!

  1. Respekt und danke, Sabine Riemer, dass Sie sich so einsetzen. Klasse! Ich hätte bereits aufgegeben, bin aber froh, dass sie es nicht tun. Ich hoffe sehr, dass das Ganze erfolgreich sein wird !!

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  2. „Gemeinnutz vor Eigennutz“. Mehr muss man dazu nicht mehr sagen, außer Anerkennung für das Engagement von Sabine Riemer.

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