Eine Ausstellung, die Opfern ein Gesicht gibt

Euthanasie im Nationalsozialismus: Wasserburgs Grüne fahren nach Kaufbeuren

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grunDer Ortsverband der Wasserburger Grünen lädt am Samstag, 23. Januar, alle Mitglieder und Interessierten zu einer Fahrt zum Stadtmuseum Kaufbeuren ein. Dort stellt sich in der Ausstellung „In Memoriam. Euthanasie im Nationalsozialismus“ das Bezirkskrankenhaus der Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus. Der Anlass für diese Fahrt ist der 75. Jahrestag des Beginns der Euthanasiemorde an Wasserburgern in den Jahren 1940 und 1941, in denen mehr als 700 Patienten und Bewohner der Einrichtungen in Gabersee und Attel ermordet wurden …

… im Rahmen der sogenannten T4-Aktion des NS-Vernichtungsprogramms.

Auf Antrag der Grünen Stadtratsfraktion beschloss der Stadtrat im März 2015 eine umfassende, wissenschaftliche Dokumentation dieses größten, jemals an WasserburgerInnen begangenen Verbrechens erstellen zu lassen.

Der Wasserburger Ortsverband B90/Die Grünen möchte nun erfahren, wie andere Kommunen mit vergleichbarer Geschichte sich dieser stellen.   

Mitglieder und Interessierte sind deshalb nun am Samstag, 23. Januar, zu einer gemeinsamen Tages-Fahrt nach Kaufbeuren eingeladen. Das Stadtmuseum Kaufbeuren zeigt die Ausstellung In Memoriam. „Euthanasie“ im Nationalsozialismus. Eine Vielzahl der in der Ausstellung gezeigten Schicksale entstammt der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren und deren Nebenstelle Irsee, einem zentralen Schauplatz der Euthanasie-Verbrechen in Schwaben.

Anhand von kurzen Texten, Schriftstücken, Fotografien und Videointerviews mit Zeitzeugen sowie einzelnen Objekten werden die verschiedenen Phasen des NS-Vernichtungsprogramms wie die „Aktion T4″, das Hungersterben und Tötungen durch Medikamente dargestellt. Die Dokumente zeigen unterschiedliche Opfergruppen – Erwachsene, Kinder und Zwangsarbeiter –, die Reaktion von Angehörigen, sowie die Haltung der Ärzte und die Auseinandersetzung in der Nachkriegszeit.

Die Ausstellung „gibt den Opfern ein Gesicht, Menschen, denen im Namen einer sich menschlich genannten Psychiatrie unsägliches Leid angetan wurde“, so der Psychiater und Kurator Prof. Dr. Michael von Cranach. Unter seiner Führung als Leitender Ärztlicher Direktor (1980-2006) stellte sich das Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren der Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus.

Um eine Anmeldung per Email wird bis zum 18. Januar 2016 gebeten unter:

alexander.hartung@gruene-wasserburg.de

Der Ortsverband übernimmt die Kosten der Zugfahrt von Reitmehring nach Kaufbeuren und zurück sowie der Führung durch die Ausstellung. Den Eintritt ins Museum (fünf Euro) und Verpflegung zahlen die Teilnehmer selbst.

Treffpunkt: Bahnhof Reitmehring: 23. Januar, 7 Uhr / Abfahrt 7.13 Uhr

Zurück in Wasserburg ist man gegen 18.45 Uhr sein.

Der Grüne Ortsverband freut sich über zahlreiche Teilnehmer.

 

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