Einbruchsserie: Inhaberin mit „ungutem Gefühl“

Drei unbekannte Männer hatten ihren Laden am Tag vorher ausspioniert

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Silhouette of hooded man or hooliganWasserburg – Der Frau steht der Schreck noch immer ins Gesicht geschrieben. „Hoffentlich erwischen’s die bald“, sagt sie. „Die“, das sind die drei Männer, die in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in ihren Laden mitten in der Wasserburger Altstadt eingebrochen haben (wir berichteten). Dass es drei Einbrecher waren, weiß die Inhaberin des allseits beliebten Kramerladens ganz genau.

Denn schon am Dienstagnachmittag sind ihr die drei Männer aufgefallen. Weil sich zwei davon äußerst aufmerksam im Laden bei ihr umgeschaut haben, und weil einer die ganze Zeit mit prüfendem Blick um ihr Geschäft schlich. Sie ärgert sich deswegen. „Fotografieren hätt‘
ich sie sollen“, erzählt sie. „Doch es sind ja oft so viele Touristen in der Stadt. Da kann ich ja nicht jeden knipsen.“

Was ihr verdächtig vorkam: „Die zwei im Laden haben sich sehr für die Ecke mit der Postannahme interessiert. Schließlich hat einer von denen eine Briefmarke auf ein leeres Kuvert gekauft.“ Anschließend haben sie sich in ein nahegelegenes Café gesetzt, wo sich auch der Mann dazu setzte, der vorher den Laden von außen inspizierte.

Wie sie jetzt, wenige Stunden später, weiß: Die Täter haben es tatsächlich auf die Briefmarken abgesehen. Für mehrere tausend Euro wurden in der Nacht Postwertzeichen geklaut. Auch das Bargeld aus der Kasse fehlt. Besonders dreist findet die Geschäftsfrau den Umstand, dass die Diebe frontal durch die Tür an der Ledererzeile eingebrochen sind. Irgend ein Hintereingang, das wäre für sie noch nachvollziehbar gewesen. Aber von vorne? Das sei einfach richtig dreist.

Viel mehr will sie dazu nicht sagen. Denn der Schock sitzt immer noch tief, und sie muss die Tat erst noch verarbeiten. Obwohl sie es irgendwie im Gefühl hatte. Sie sagt leise: „Als heute morgen um acht das Telefon klingelte und meine Mitarbeiterin dran war, da habe ich es gleich gewusst.“

AF

 

 

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Ein Gedanke zu „Einbruchsserie: Inhaberin mit „ungutem Gefühl“

  1. Was braucht es denn noch, dass das Übel endlich mal an der Wurzel gepackt wird und die Wasserburger Polizei mit einer Personaldecke ausgestattet wird, die ausreicht um der u.a. hier geschilderten Dreistigkeit Vorschub zu gebieten?
    Mir scheint, als herrsche Narrenfreiheit für alle die, die genau wissen, wann es ein Einfaches ist, den Dingen habhaft zu werden, die man gerne hätte, einem jedoch nicht gehören? Mittlerweile weiß nicht nur jeder Wasserburger, dass des Nächtens die Polizei derart unterbesetzt ist, dass es ein Leichtes ist, zu agieren, wohlwissend, dass keiner kommt.
    Neben dem ganzen Ärger, den ein solcher Einbruch mit sich bringt, bleibt einfach das schale Gefühl, das einem keiner nehmen kann.
    Somit zur Eingangsfrage: Wieviele Einbrüche braucht es noch?

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