Ein Zahnarzt ist auch nur ein Mensch…

Aus dem Leben der Wasserburger Neubürgerin Hiltrud Sander (XVIII)

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Fashion models. Sketch.Sie kennen Hiltrud Sander nicht? Kein Wunder. Die Dame mittleren Alters ist Wasserburger Neubürgerin – erst seit ein paar Monaten da. Was für uns Stodara ganz selbstverständlich ist, muss die gute Frau aus Münster in Westfalen erstmal erkunden und lernen. „Hille”, wie wir sie liebevoll nennen, berichtet jede Woche von ihrem Leben als Neu-Wasserburgerin. Heute: Hiltrud beim Zahnarzt … www.wasserburger-stimme.de …

Der Zahnarztbesuch ist für mich schon seit jeher ein Reizthema. Schon beim Betreten einer Zahnarztpraxis beschleicht mich ein kotzübles Gefühl in der Magengrube. Aber wie sagt man so treffend: was muss, das muss!

Meine Backe ist dick, der Zahn pocht und meine Lebensfreude ist gleich null. Durch das sonnige Wochenende konnte ich mich nur mittels Schmerztabletten in fiesen Überdosen hangeln und meinen freien Montag werde ich nun wohl oder übel dazu nutzen, das leidige Thema anzupacken.

Nur wohin mit meiner dicken Backe? Hier in Wasserburg habe ich noch nie einen Zahnarzt aufgesucht. Gutaussehend und jung darf der Typ unter gar keinen Umständen sein. Wer steht schon darauf, sich mit weit aufgerissenem Mund und vor Schreck ebenso weit aufgerissenen Augen vor solch einem Porsche fahrenden Playboy die Blöße zu geben? Schöne Zahnärzte sind meiner Meinung nach auch schlechte Zahnärzte. Sie wollen nur mein Geld und können nichts … außer mein Geld wieder auszugeben!

Nur schade, dass einem das Branchenbuch über das Erscheinungsbild des Zahnklempners so gar keine Auskunft gibt. Ein altmodischer Vorname könnte allenfalls auf das Alter hinweisen. Aber auch diese These ist sehr vage.

Der liebe Franz kann mir diesmal auch nicht wirklich behilflich sein. Er ist nämlich genau bei dieser Spezies gut gebräunter Halbgott in Weiß in Behandlung. Das geht schon mal ganz und gar nicht. Manche Leute fürchten sich vor Schmerzen, ich hingegen hasse es schlichtweg, wehrlos auf diesem Stuhl zu liegen, mir von einer Arzthelferin den Speichel aus dem Mund saugen zu lassen, während der Arzt jeden zweiten meiner Zähne mit einem herablassenden „K“ wie Karies abstempelt. Ich kann dann noch nicht mal irgendetwas zu meiner Verteidigung erwidern, weil seine Instrumente meinen Mund in Beschlag nehmen und da artikuliert es sich eben sauschlecht.

Nein, ein Zahnarzt ist weiß Gott niemand, den ich an meinem freien Montag auf dem Terminkalender stehen haben möchte und Sie werden Verständnis dafür zeigen, dass ich heute der Worte karg bin. Meinen Humor werde ich jedenfalls erst wieder finden, wenn dieser Horrortrip ein Ende hat.

Ja, ja…ein Zahnarzt ist auch nur ein Mensch, der seinen Job tut. In diesem Sinne: Herr Doktor, retten Sie meinen Backenzahn!

Alles Liebe,

Ihre Hille

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