Ein Wasserburger im Himmel

Der große Ludwig-Thoma-Abend mit Jörg Herwegh im Paulaner

image_pdfimage_print

herwegh_kEinen unterhaltsamen Abend mit Szenen, Erzählungen, Gedichten und Anekdoten von Ludwig Thoma bietet Jörg Herwegh am Samstag, 14. Februar, um 20 Uhr im Hotel Paulaner in Wasserburg. Für den Theatermann Herwegh ist und bleibt Ludwig Thoma der größte bayerische (Volks-) Schriftsteller. Immer wieder entdeckt er im umfangreichen Werk kleine sprachgewaltige Juwelen. 

In Herweghs Solo steht zwar Thomas Humor im Vordergrund,  der von harmloserem Humoresken (die aber oft erst durch die bekannten und üblichen Thoma-Interpretationen geglättet wurden) bis zu satirisch Bissigem reichte, doch es wird auch an die packend realistischen Romane erinnert, in denen Thoma fern jeder Seppl-Romantik das bäuerliche Leben beschrieb.

Als Rechtsanwalt in Dachau  hatte er Einblick in den Bauern-Alltag seiner Zeit, der von durchaus harten Regeln überlieferter Traditionen geprägt war. Ludwig Thoma zeigte sich hier als scharfsinniger Menschenbeobachter.

Auch Thomas unangenehme Seite wie die im „Miesbacher Anzeiger“ in den Jahren vor seinem Tode 1921 anonym veröffentlichten antisemitischen Hetzartikel fallen nicht unter den Tisch.

Es war der Erste Weltkrieg, der mit seiner vaterländischen Kriegsbegeisterung Thomas Schreiben veränderte. Dieser Krieg, der vor 101 Jahren Europa und die Welt in die Katastrophe stürzte, hat nicht nur millionenfachen Tod gebracht, sondern auch langrfristig das Denken verseucht. Vor 1914 könnte man Thomas Einstellung im Wilhelminischen Kaiserreich als linksliberal bezeichnen, was damals in erster Linie mit demokratischen Forderungen verbunden war. Die bissigen Artikel in der Satirezeitschrift „Simplicissimus“ brachten dem stattlichen Paradebayern eine mehrwöchige Gefängnisstrafe ein.
Höhepunkt des Abends sind der Einakter „Gelähmte Schwingen“, in der Herwegh den Theaterdichter, dessen Premiere am Vorabend ausgepfiffen wurde, und dessen Schwiegervater, einen gestandenen Metzger, und beider Ehefrauen spielt sowie die unverwüstliche Erzählung „Ein Münchner im Himmel“, die Herwegh zum „Wasserburger im Himmel“ verarbeitet.

 Vorverkauf über das Theaterbüro Herwegh (www.herwegh.info / Tel.: 08071-92 25 70)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.