Ein süßes Geheimnis?

Aus dem Leben der Wasserburger Neubürgerin Hiltrud Sander (XIX)

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Fashion models. Sketch.Sie kennen Hiltrud Sander nicht? Kein Wunder. Die Dame mittleren Alters ist Wasserburger Neubürgerin – erst seit ein paar Monaten da. Was für uns Stodara ganz selbstverständlich ist, muss die gute Frau aus Münster in Westfalen erstmal erkunden und lernen. „Hille”, wie wir sie liebevoll nennen, berichtet jede Woche von ihrem Leben als Neu-Wasserburgerin. Heute: Hiltrud hat ein süßes Geheimnis  … www.wasserburger-stimme.de …

Was ist denn nur los mit mir? Mein Magen meldet sich zu unvorhersehbaren Zeiten und fordert Butterbrot mit Meerrettich und Gurke. Dazu am besten auch noch süßen Senf.

Nach dem Italienurlaub und dem darauf folgenden Sinneswandel hinsichtlich gesunder Ernährung und innerer Balance scheint nun alles aus dem Ruder zu laufen. Mein Gehirn hat zwar verstanden, aber offensichtlich hat der gierige Magen nun das Zepter übernommen.

Die werten Metzgerei-Kolleginnen gucken schon ganz komisch wegen meines sonderlichen Fressverhaltens. Haben sie früher die Nase über meinen erhöhten Leberkässemmelkosum gerümpft, können sie heute nur sehr schwer nachvollziehen, was mein Magen wann, wie und wo von mir will. Dumme Gänse halt!

Andauernd muss ich auf Toilette rennen und mir süße Gummifrösche in Abwechslung mit Essiggürkchen rein pfeifen. Ich gebe zu, normal ist das nicht. Aber was ist schon normal? Vielleicht sind das die ersten Vorboten für den anstehenden Wechsel…

Als ich mit der Chefin in der Kühlkammer stand, fragte sie mich doch allen Ernstes, ob ich nicht vielleicht schwanger sei. Was weiß denn ich? Wechsel, schwanger, Magenverstimmung … ich habe ja keine Ahnung vom Schwanger sein und mit dem Wechsel bin ich auch nicht vertraut. Eines kann ich sagen: Nicht schwanger war ich 44 Jahre meines Lebens, obwohl ich leider immer so aussah.

Ich solle doch mal einen Arzt konsultieren, meint die Chefin mit vielsagendem Blick. Schon wieder? Aber ich komme doch gerade erst vom Zahnarzt. Ich werde noch eine Nacht darüber schlafen. Diese eingebildeten Weißkittel dürfen nicht die Macht über mein Leben erhalten.

Mitten in der Nacht wache ich auf und bilde mir ein, dass ein Rollmops jetzt eine feine Sache wäre. Müde aber voller Gier kaue ich auf dem fischigen Mops herum und verspreche meinem fordernden Magen, dass schon ganz bald alles gut wird. Ich genehmige mir ein Gläschen Eierlikör und beschließe, erst einmal auf den Rat vom Franz zu warten. Der ist ein kluger und verantwortungsbewusster Mann und der weiß auch, was zu tun ist.

Unbewusst streichle ich meine dralle Fresskugel und unterhalte mich zärtlich mit der Blähung. Man könnte fast meinen, der Bauch sei über Nacht gewachsen. Raus mit der Luft vom blähenden Rollmops.

Einmal kräftig rülpsen und alles wird gut!

Ihre Hille.

 

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