Ein Stück über Erwachsene für Erwachsene

Theater Wasserburg zeigt ab kommender Woche „Peter Pan" - Regie Uwe Bertram

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peter_pan_whnPeter Pan – der Junge, der nicht erwachsen werden wollte, der zum Mythos wurde. Ist es aber vielleicht anders herum? Ein Mann, schon längst erwachsen und jenseits seines Lebenszenits, manövriert sich in eine Altersnostalgie, durch die er sich – gemeinsam mit seiner Frau – mit großer Freude an Infantilität bewegt? Aber war damals als Kind wirklich alles besser, als Mutti sich noch kümmerte und das Leben organisierte? Diesen Fragen geht das Theater Wasserburg in der neuesten Inszenierung, die kommenden Freitag Premiere hat, nach.

Für die Besucher des vermeintlichen Abenteuerlandes Nirgendwo mag ein Besuch reizvoll sein, doch Peter Pan ist eigentlich ein zutiefst einsames Kind, für das „Sterben vielleicht das größte Abenteuer ist“. James M. Barries größte Angst als Kind war, dass er im Alter nur noch heimlich spielen darf. Diese Angst war unbegründet. Das finden übrigens auch die Darlings!

So wie Barries Peter Pan werden auch musikalische Werke für Kinder durchaus oder vor allem von Erwachsenen rezipiert. Ballettwerke wie die „Nussknacker-Suite“ oder orchestrale Erzählungen wie „Peter und der Wolf“ dienten der Musik zu „Peter Pan“ als entfernte Vorlage und funktionieren als Bindeglieder zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt. Die Texte stammen von Autoren berühmter Kinder- und Gruselgeschichten, es gibt tragischen Horror nach Charles Dickens und poetische Liebeslyrik nach Lord Byron, aber wir können uns nie ganz sicher sein, wer für, wer von oder wer über Kinder singt … und vielleicht kommen die Worte auch von einem „Als-Ob“-Kind. Wie eine Erinnerung, die wir vielleicht schon fast vergessen haben, weil wir sie „vom Traumboot aus auf die Zauberinsel hinübergeworfen“ haben. Und wenn wir Glück haben, nimmt sie uns, wie die Darlings, ein klein wenig mit hinüber in das ominöse „Nirgendwo“ …

Eine Geschichte von James M. Barrie, ins Deutsche übersetzt von Erich Kästner. Premiere im Theater Wasserburg ist am Freitag, 19. Februar, 20 Uhr. Weitere Spieltermine: 20., 26. und 27. Februar sowie 3., 4., 5. März und 22., 23., 24. April. Donnerstags, freitags und samstags ist Beginn um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr.

Regie: Uwe Bertram. Musik: Nik Mayr. Bühne/Kostüme: Annett Segerer. Dramaturgie: Constanze Dürmeier.

Es spielen: Susan Hecker, Hilmar Henjes, Ann-Sophie Ludwig, Nik Mayr, Annett Segerer, Regina Alma Semmler.

Karten gibt es bis kurz vor Aufführungsbeginn online über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Buchhandlung Fabula in Wasserburg, beim Kulturpunkt Isen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

 

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