Ein neues Heim für Wasserburgs Fußballer

Stadtrat gab gestern grünes Licht für Projekt an der Landwehrstraße

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sportheim_kTrotz des neuen Sparkurses: Der Wasserburger Stadtrat brachte gestern am Rande der Haushaltsberatungen (Bericht folgt) ein größeres Bauprojekt auf den Weg. Die Fußball-Abteilung des TSV Wasserburg kann sich demnächst über ein neues Sportheim an der Landwehrstraße freuen. 200.000 Euro gibt es an Zuschuss, nochmals 200.000 Euro als zinsfreies Darlehen für die Sportler. Dafür sprachen sich gestern Bürgermeister Michael Kölbl und fast alle Räte aus – nur Alexander Hartung (Grüne) stimmte dagegen.

Man habe 2014 das marode Sportheim in der Altstadt bei einer Ortsbegehung unter die Lupe genommen, so der Bürgermeister. Allen Mitgliedern des Hauptausschusses sei damals schon klar gewesen: „Das Gebäude hat in jeder Hinsicht ausgedient.“

Vom TSV Wasserburg habe es dann rasch Planungen für einen Neubau gegeben. Die Kosten: Etwas mehr als 500.000 Euro. Diese Summe könnten die Sportler natürlich nicht alleine aufbringen.

„Vor dem Hintergrund, dass die Sanitär- und Aufenthaltsräume auch von anderen Wasserburger Vereinen gut genutzt werden könnten und in Relation zur Förderung des neuen Probenheims der Stadtkapelle, können wir uns einen Zuschuss von 200.000 Euro sowie ein Darlehen in gleicher Höhe gut vorstellen“, sagte Bürgermeister Michael Kölbl. Das Darlehen könne man auf 20 Jahre anlegen.

Einen kleinen Haken habe der Plan der Fußballer allerdings schon. „Einige der geplanten Räume sind von ihrem Zuschnitt her eher ungünstig. Da muss der Architekt nochmals ran.“

Und auch zur Be- und Entlüftung müsse der Plan nochmals überarbeitet werden. Alles Dinge, die der TSV bereits in die Wege geleitet habe, wie Edith Stürmlinger (Bürgerforum) von den Fußballern weiß. Man habe sich bereits mit dem Architekten kurzgeschlossen. „Jetzt geht es darum, dem TSV Planungssicherheit zu verschaffen und das Projekt auf den Weg zu bringen.“

Christian Stadler von den Grünen regte an, den Fußballern einen gewissen Anreiz zu geben, etwas gegen die bisher sehr hohen Energiekosten zu unternehmen. „Vielleicht sollten wir jetzt sogar einen etwas größeren Zuschuss gewähren, wenn dieser in eine sinnvolle, sparsame energetische Ausrichtung investiert wird. Der Bau sollte so gut wie möglich energie-freundlich ausgerichtet werden, damit später nicht hohe Folgekosten kommen.“

„Wir haben jetzt schon eine vernünftige Lösung“, sagte Sportreferent Markus Bauer (CSU). Man habe sich bei den Planungen intensiv damit beschäftigt und werde bei der Ausführung des Baus ein Auge auf die Energiekosten haben. Er freue sich, dass man bereits jetzt in die Planungen voll einsteigen könne. „Dass wir das schon 2016 hinbekommen, ist auch dem Engagement des TSV und aller am Projekt Beteiligten zu verdanken.“

Andreas Ass (CSU), seit jeher eng mit den Fußballern des TSV verbunden, bedankte sich bei den Räten für deren Zustimmung zum Neubau. „Die Fußballer leisten jetzt seit gut zwei Jahren ganz Außergewöhnliches. Da ist etwas gewachsen. Und wir dürfen nicht vergessen: in der Hauptsache sind es Jugendmannschaften, die in der Altstadt trainieren.“

Man habe im Spielbetrieb täglich bis zu 250 junge Menschen dort unten auf dem Sportgelände. „Das ist ein tolles Projekt für sie alle. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass wir jetzt den Startschuss für den Neubau geben, dann hätte ich es nicht für möglich gehalten.“

Alle Stadträte – mit Ausnahme von Alexander Hartung – sprachen sich anschließend für den Zuschuss und das Darlehen aus und gaben den Fußballern noch eine Hausaufgabe mit auf den Weg:  Das neue Sportheim soll energetisch so günstig wie möglich ausgeführt werden, um hohe Folgekosten im Unterhalt zu vermeiden. HC

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5 Gedanken zu „Ein neues Heim für Wasserburgs Fußballer

  1. Ich wüsste nicht, was Außergewöhnliches geleistet wurde, wenn mit viel Geld in A-Klassen und Kreisklassen rumgespielt wird.

    Es gibt mir zu denken, dass auf einmal Gelder zur Verfügung stehen, wo früher nur geträumt wurde. Ich hoffe nicht, dass das schöne Bv zweckentfremdet wird.

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  2. Bevor man das neue Sportheim baut, sollte man sich vielleicht überlegen, ob nicht das ganze Sportgelände ausgesiedelt werden sollte, um die beengten Verhältnisse mit Grundschule, Realschule, Kindergarten und Receyclinghof etwas zu entzerren.

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    1. Ein Sportplatz zwischen zwei Schulen macht aber schon irgendwie Sinn, zumindest wenn er auch für den Schulsport benutzt werden kann.

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      1. Jetzt, wo Pläne einsehbar sind, sieht man, dass das Sportheim eine reine Fehlplanung ist, jeder weiß das nachmittags und am Abend die Sonne im Westen steht. Jeder will Sport anschauen, die Sonne genießen, untergeordnete Räume müssen an der Klagemauer angebracht werden.

        Warum muss der Bau auf die Ecke gedrückt werden?
        In Bayern ist es ein halbes Jahr Schlechtwetter, darum Überdachungen im Erd- und Obergeschoß großzügig, westlich mit Solaranlagen und Stromerzeugug.

        Eventuell mit Haumeister-Wohnung. Für einen Tag Inndammfest lässt sich auch anderweitig was organisieren.

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        1. Für gewöhnlich liegen Kommentare wie von Thiago unter meiner Wahrnehmungsschwelle, ich fühle mich aber gezwungen auf so eine Darstellung zu antworten.
          Bei der Planung des Gebäudes muss man sich selbstverständlich auch in diesem Fall an die Baulinie halten. Durch die Winkelanordung ist es somit gelungen eine einigermaßen Süd-West-Ausrichung zu erreichen. Das Sportheim beinhaltet weder eine Einliegerwohnung noch einen Wellnessbereich sondern ist zweckbestimmt, mit 4 Umkleiden, einer Schiedsrichterkabine, Haustechnik und einem kleinen Gastbereich, um Spielersitzungen, Kurse, Schulungen, Besprechungen und auch Versammlungen zur Teambildung abzuhalten.
          Es darf nicht vergessen werden, dass in Wasserburg über 230 Jugendliche spielen, denen auch ein Umfeld für Betreuung und natürlich Körperhygiene zu Verfügung gestellt werden muss.
          Bitte erst informieren, dann kritisieren.

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