Ein Künstler, 1000 Störche

Seit Monaten schon arbeitet Georg Mayerhanser am Projekt „Storchenflug nach Mekka"

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stoerche„Die orange Farbe, rostiges oder poliertes Metall sowie die spezielle Cut-Out-Technik – das ist zu meinem Markenzeichen geworden“, erzählt Georg Mayerhanser, freischaffender Künstler aus Bichl, nahe Waldhausen. Nachdem der gebürtige Dachauer eine Ausbildung zum Schmied absolvierte, führte ihn sein Lebensweg schnell zur Kunst. Seit 1983 ist Georg Mayerhanser als freischaffender Künstler tätig und betreibt mit seiner Ehefrau Anni die „ARTworld“ – eine einzigartige Plattform für „lebendige Kunst“ mit einer Galarie, einem Skulpturengarten sowie einem Café.

Dort finden regelmäßig Vernissagen verschiedener Künstler sowie Konzerte oder Lesungen statt. Momentan arbeitet der Künstler an seinem grenzenlosen Kunstprojekt „Storchenflug nach Mekka“ – und das seit Monaten. Am 3. und 4. Oktober wird die Ankunft des 1000. Storches in der ARTworld gefeiert.

Georg Mayerhanser wuchs in Dachau auf und verbrachte dort einen großen Teil seines Lebens. Als Jugendlicher absolvierte er eine Ausbildung zum Schmied. Mit 22 Jahren bestand er seine Meisterprüfung und machte sich kurze Zeit später selbstständig. Mit 23  Jahren hatte er seine erste Ausstellung in der Volksbank Dachau. Viele Jahre war er in der Restauration tätig – seit 1983 arbeitet Mayerhanser als freischaffender Künstler. Seine ersten künstlerischen Arbeiten entstanden in der Schmiedetechnik. Auch sein aktuelles Projekt „Storchenflug nach Mekka“ wird geschmiedet. „Ich habe die Schmiedetechnik bewusst, wegen der künstlerischen Aussage und der Einzigartigkeit gewählt“, erzählt Georg Mayerhanser. Arbeiten des Künstlers sind Ankäufe oder Auftragsarbeiten von Banken, Behörden, Kirchen, Städten, Landkreisen, Bundesländern und Sammlern auf der ganzen Welt.

Im Jahre 2007 zog er mit seiner Familie in die Wasserburger Gegend. Zwei Jahre später, im August 2009, eröffneten Georg und seine Frau  Anni das „ARTworld Café“. Seitdem wächst die einzigartige Kunstplattform stetig. Einige seiner Frühwerke sind noch immer im Skulputrengarten zu sehen.

In seinen Werken verkörpert Mayerhanser unter anderem religiöse, weltliche und politische Themen: „Kunst heißt auch Aufarbeitung: Das ist meine Form von Aussage – meine Sprache mich auszudrücken.“ Früher hat der 57-jährige lange Zeit die Kampfsportart Taekwando praktiziert: „Daher kommt die Kraft und die Energie für meine Kunst.“

Taucht man in die atmosphärische Kunstwelt des Skulpturgartens in Bichl ein, so fällt in Georg Mayerhansers Ausstellung vor allem eines auf: Viele seiner Kunstwerke enthalten die Farbe Orange. „Das Orange hat mich von Anfang an begleitet. Damit habe ich schon immer zu tun uns sie hat sich bei mir gefestigt“, so Mayerhanser. Die Farbe habe vor allem in der Heilmedizin große Bedeutung. Bei dem 2. Chakra liegt die Farbe Orange als Krabzentrum im sakral- oder sexualen Frequenzbereich. Sie wirkt Wärme, aktiviert sowie symbolisiert Offenheit und Öffnung nach außen. „Man kann mit dieser Farbe Kraft auftanken.“

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Storchenflug nach Mekka

Auch in seinem grenzenlosen Kunstprojekt findet sich das Orange in den Schnäbeln der Störche wieder. Seit Januar diesen Jahres arbeitet er kontinuierlich an seinem „Herzensprojekt“, dem Storchenflug nach Mekka – einer momentan 140 Quadratmeter großen Installation aus geschmiedeten Störchen, die auf Stahlstangen in unterschiedlichen Höhen durch die Galerie der ARTworld fliegen. Die Anordnung der Vögel, die südöstlich ausgerichtet sind, ist ein Art Labyrinth mit schmalen Durchgängen: „Teilweise sieht man nur noch Störche. Das macht das Ganze viel erlebbarer“, so Mayerhanser.

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Mit seinem Projekt möchte Georg Mayerhanser ein Zeichen für Völkerverständigung setzen: „Jeder meiner Störche ist einzigartig, so wie es auch jeder Mensch, jede Kultur und jede Glaubensrichtung ist. Und doch fliegen sie alle gemeinsam. Denn letztendlich sind sie alle Störche.“

Nahezu jeden Tag fertigt er bis zu fünf Störche – ein Zeitaufwand von etwa acht Stunden: „Momentan liege ich bei 900. Es sieht gut aus, dass ich die 1000 bald habe. Das ist das Projekt, das mich bisher am meisten beschäftigt hat, vor allem was die Zeit betrifft.“ Bei 500 Vögeln wollte er eigentlich aufhören: „Da beißt sich bei mir wieder der Sport durch – der Ehrgeiz. Vielleicht hör‘ ich bei 1000 auf. Ich weiß es noch nicht.“

Mit der Ankunft des 1000. Storches ist ein weitere, wichtiger Meilenstein erreicht. Dieses Ereignis möchte die Familie Mayerhanser feiern. „Wir laden alle Interessenten am 3. und 4. Oktober von 13 bis 18 Uhr darauf ein, mit uns anzustoßen.“ Außerdem ist eine kleine Tombola geplant, bei der es Störche zu gewinnen gibt.

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GALERIE CAFÉ / ARTworld

Mühldorfer Staße 44
83530 Waldhausen-Bichl
www.mayerhanser.de

Jeden Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung für Besucher geöffnet. Eintritt frei

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