„Ein Gefühl von Geborgenheit“

Michi Altinger über die Wunder der Weihnachtszeit

image_pdfimage_print

Altinger klein

Wasserburg – Unser Kabarettist Michi Altinger ist bekennender Weihnachtsfan. Nicht nur das Essen schmeckt ihm im Advent besser, auch der ganze Rummel rund um das Fest der Liebe bedeutet dem gebürtigen Wasserburger sehr viel. „Es gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit und versetzt mich zurück in meine Kindheit…“, schwärmt Altinger. Die Wasserburger Stimme hat den Kabarettisten getroffen und wollte wissen, wie es der Zauber der „staaden Zeit“ schafft, ihn derart einzunehmen…

Herr Altinger, Anfang Dezember diesen Jahres haben Sie zum ersten Mal die Sternstundengala mit Sabine Sauer moderiert – endgültiger Spendenstand 5,6 Millionen Euro. Was war das für ein Gefühl für Sie, diese Gala zu moderieren?

Das war eine ganz neue, aber auch tolle Erfahrung für mich und es packt einen emotional wirklich sehr, wenn man all die Kinder sieht, die todkrank sind… Und als Moderator muss man auch noch all diese Emotionen wegschieben und allerhöchste Konzentration halten… Aber ich bin sehr stolz, dass ich eine solche Gelegenheit ergreifen durfte.

Stichwort Advent und Vorweihnachtszeit: Was gefällt Ihnen an diesen Tagen besonders gut?

Prinzipiell bin ich ein Mensch, der Rummel auf Adventsmärkten eher meidet… Ich mag keine Menschenmassen. Das schönste in der Vorweihnachtszeit ist für mich persönlich ein gemeinsames Abendessen mit meiner Familie. Teilweise arbeite ich zehn Tage am Stück und ziehe von Hotel zu Hotel – da tut das unglaublich gut, heimzukommen und bei weihnachtlichem Kerzenschein gemeinsam mit der Familie zu essen. Das gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit und versetzt mich zurück in meine Kindheit…

Gemeinsames Essen mit der Familie wird bei euch großgeschrieben – wer übernimmt daheim die Küche über die Weihnachtsfeiertage ?

Das Regiment hat ganz eindeutig meine Frau! Bei uns gibt es eigentlich immer Fleisch, da meine beiden Buben, 14 und 16, der Meinung sind, was kein Fleisch ist, sei keine Nahrung… (lacht). Aber meine Frau ist da eine sensationelle Göttin der Küche; ich sag immer „der Schuhbeck und sie…“ (lacht). Ich bin da in der Küche nur ihr Assistent, helfe immer mit, schnipsle Gemüse oder schneide Fleisch und bin ein Weltmeister im Rein- und Rausnehmen, was Spülmaschine oder Tisch decken angeht… Ein bis zwei Mal aber lade ich meine Lieben auch zum Essen ein, das muss schon drin sein.

Und was Platzal backen betrifft, ich esse zwar wahnsinnig gern Süßes – vor allem in der Adventszeit – aber auch das Backen übernehmen meine Frau und die Kinder.

Skifahren, Langlauf, Eisstockschießen – Wintersportarten gibt es zur Genüge: Was ist Ihr Favorit?

Eindeutig das Skifahren, meine ganze Familie fährt Ski und wir verbringen jedes Jahr ein paar Tage im Skiurlaub! Richtiger Urlaub ist bei meiner Arbeit leider meist nicht drin… Bei der ganzen Völlerei rund um Weihnachten ist das jedoch wirklich nötig sich zu bewegen oder einfach auch nur ein bisschen spazieren zu gehen. Zur Not isst man eben eine Portion Schweiners weniger… aber wenn’s halt so gut schmeckt… (schmunzelt)

Was bedeutet Weihnachten für Sie persönlich?

Tatsächlich: Keinen Streit. Weihnachten ist die Zielgerade für mich im Jahr. Ich rechne mir meist schon im Oktober aus, wie weit es noch ist bis zum Christkindl. Da schreibe ich meinen persönlichen Jahresrückblick in meinem Tagebuch zusammen. Weihnachten ist für mich im positiven Sinn der versöhnliche Abschluss des Jahres – egal was war… Außerdem kommt mir dann wieder in den Sinn, wie schnell doch die Zeit vergeht und das Jahr auch schon wieder fast rum ist. Da empfinde ich Heiligabend als idealen Zeitpunkt, um das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die Schnelligkeit ist sowieso ein Phänomen unserer Zeit: Bereits die jungen Leute haben das Gefühl, dass die Zeit immer mehr zu rennen scheint, und das verblüfft mich wirklich. Wenn ich in meinen Terminplan schaue, weiß ich genau, wo ich in einem Jahr stehen werde – das macht die Zeit noch schneller! Mein persönlicher Tipp, das Ganze etwas zu entschleunigen, ist Tagebuch zu führen, weil man dadurch wieder an Ereignisse erinnert wird, die zwar noch gar nicht lang vergangen sind, jedoch kommen sie einem wie eine Ewigkeit vor. Weihnachten ist daher der ideale Zeitpunkt für mich, das gesamte Jahr zu resümieren.

Was war das schlimmste Geschenk, das Sie je bekommen haben?

Das sag ich jetzt nicht, weil man sonst logisch folgern könnte, von wem es war… (lacht). Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der sich immer freut etwas zu bekommen. Es gibt kaum etwas, über das ich mich nicht freuen würde… Das einzige, worüber ich mich ein wenig ärgern würde, ist, wenn mir eine Person, die mir nahe steht, ein Geschenk geben würde, das sie auch einem Geschäftspartner schenken würde. Mit einem Geschenk, das durch viele Hände geht, mag und kann ich nichts anfangen. Allerdings kann man demjenigen dann aber auch keinen Strick draus drehen, da man aufgrund des Schenkstresses an Weihnachten auch fast verpflichtet ist, sich was Nettes zu überlegen… Da wird der Einfachkeit halber eben auch mal weiterverschenkt.

Wie stehen Sie zu dem alljährlichen Weihnachtsrummel um Lebkuchen im August und Weihnachtslieder im November?

Ich gehöre dazu (schmunzelt). Beim Kabarett kommt das Thema bei mir gleich zu Beginn. An Allerheiligen spätestens bin ich jedes Jahr wieder aufs Neue angesteckt. Den ganzen Kitsch kaufe ich zwar nicht, aber es kann durchaus passieren, dass ich zugreife und esse wenn mir ein Lebkuchen im August angeboten wird. Außerdem habe ich eine ganz wunderbare Weihnachts-CD mit Liedern von Peter Alexander, die läuft ab Ende Oktober bei mir daheim rauf und runter – sehr zum Leidwesen meiner Familie.

Andere meditieren oder machen Yoga zur Entspannung, ich höre Peter Alexander. Allerdings geht es meinen Kollegen mit dem ganzen Weihnachtsirrsinn nicht anders. Helmut Schleich beispielsweise flippt völlig aus, bei dem steht der Christbaum in täglicher Festtagsbeleuchtung durchgehend bis 6. Januar. So lange hält es der Baum bei uns nicht aus… Meine Frau und ich führen stets einen Kleinkrieg um die Größe und Lebensdauer unseres Christbaums. Bei mir muss ein Weihnachtsbaum nun mal gefühlte drei Meter hoch sein, um das ganze Zimmer auszufüllen… (lacht). Christian Springer oder Monika Gruber, beide mit großen Familien, halten das ebenso. Ja, wir sind alle sehr der Weihnachtszeit verfallen… Ich erinnere mich noch genau als mein kleiner Sohn damals mit zwei Jahren das erste Mal den Christbaum und die Geschenke gesehen hat… Seine überwältigten großen Augen und der offen stehende, staunende Mund lassen mich jedes Mal aufs Neue schmunzeln…

Zum Abschluss: Wie empfanden Sie das Jahr 2013 rückblickend und was wünschen Sie sich zum Jahreswechsel für 2014?

Für mich persönlich war 2013 ein einschneidendes Jahr, weil viele Leute – auch in meinem Bekanntenkreis – gestorben sind. Das waren so viele wie noch nie in einem Jahr. Von daher bin ich sehr froh dass 2013 vorbei ist… Beruflich hingegen haben sich für mich ganz neue Weichen entwickelt – unter anderem mit der Übernahme des Schlachthofs und der Moderation der Sternstundengala. Besonders die Sternstunden waren ein ganz neues Terrain und bedeutete auch mehr berufliche Verantwortung für mich. Der Schritt geht mittlerweile beinah mehr in Richtung der Offenbarung von Problemen der Menschen als dass ich sie immer nur zum Lachen bringe…

Für 2014 kann ich nur sagen: Mein Terminplan ist übervoll und wenn ich mir das so ansehe, wünsche ich mir ausreichend Kraft dafür… Prinzipiell möchte ich in keine Verständlichkeit reinfallen. Es gehört zu einem Künstlerleben dazu, dass es Höhen und Tiefen gibt, und damit wachse ich auch. Mein Terminplan gibt mir gleichzeitig auch Sicherheit. Wichtig ist daher in keine Routine zu verfallen, da ein tiefer Fall – beispielsweise bei einer Krankheit – mich umso weiter in die Tiefe stürzen würde…

Herr Altinger, vielen Dank für das Gespräch! Marina Birkhof

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „„Ein Gefühl von Geborgenheit“

  1. zeilinger karin

    Hast Du gut gemacht Marindal:-)

    0

    0
    Antworten