Ein Frühstück mit dem Landrat

… und viele Themen, die auf den Nägeln brennen – Von Asyl bis Umgehung

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2Ein Frühstück für die Presse-Vertreter gab es heute an einem besonderen Tag im Rosenheimer Landratsamt mit Landrat Wolfgang Berthaler und Pressesprecher Michael Fischer (links): Die große Bauphase hat begonnen. Ein 17-Millionen-Projekt! Ende des nächsten Jahres oder spätestens Anfang 2018 soll der Umbau des Landratsamtes fertiggestellt sein. Viele Themen – darunter auch einige zum Altlandkreis Wasserburg –  sprach Berthaler heute an …

Auch, dass aufgrund der neuen gesellschaftlichen Situation das Jugendamt eventuell um 50 Personen erweitert werde – was genau die Hälfte mehr an Personal wäre, wie bislang, nämlich 100 Mitarbeiter.

Eine gute Nachricht gibt es für die Schüler der Wasserburger Realschule: In Kürze werde die Turnhalle wieder zur Verfügung stehen. In den nächsten 14 Tagen werden die 230 Menschen, die derzeit noch in Hallen in Bruckmühl, Prien und Wasserburg untergebracht seien, aus der Notunterkunft ausziehen. Die Hallen müssten dann hergerichtet werden, was noch einmal Zeit in Anspruch nehmen werde. Auf jeden Fall, so der derzeitige Plan, stehen die Sportstätten ab dem kommenden Schuljahr wieder zur Verfügung. Außer es gebe eine zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersehbare Entwicklung beim Thema Asyl.

2700 Menschen habe der Landkreis aufgenommen. Derzeit sei ein Anmiet- und Baustopp (wir berichteten) und selbst Grundstücke wie das in Babensham, das bereits erschlossen wurde für zwei Container des Landkreises für je 48 Personen, werden nicht mehr genutzt.

Nur die geplanten Unterkünfte in Brannenburg, Stephanskirchen und Halfing werden noch fertiggestellt und bezogen, sagte der Landrat heute. Der letzte bezogene Container im Altlandkreis war der in Forsting (siehe unseren Bericht).

Fehlbelegungen aufgrund eines bewilligten Asylantrages – wir berichteten bereits über diese „Problematik“ im Landkreis – werde es in naher Zukunft nicht geben. Die Menschen werden einfach da, wo sie wohnen, wohnen bleiben, umschrieb es Berthaler. Es sei ja auch gar kein anderer Wohnraum da. Nur in Wasserburg nahe der Krankenhausstraße plane der Landkreis derzeit ein Projekt mit 16 Einheiten sozialen Wohnungsbaus. Es sei natürlich wünschenswert, dass die Kommunen selbst auf die Situation reagieren.

Wie es insgesamt mit der Asyl-Situation weitergehe, wisse niemand. Die Lage und Situation im Hause habe sich aber in den vergangenen Wochen sehr entspannt, sagte Berthaler. Dagegen habe das Thema Asyl den Ton zwischen den Gemeinden, aber auch gegenüber der Landkreis-Behörde ganz allgemein gesprochen oftmals verschärft. Es gebe einige Kommunen, die überhaupt keinen einzigen Asylbewerber bei sich aufgenommen haben. Berthaler sagte wörtlich: „Die kommunale Familie ist da a bissal zerrissen worden.“

Vor einer ganz besonderen Herausforderung stehe man beim Thema Berufsschulen im Landkreis. Bei derzeit 15 Klassen mit je etwa 20 Schülern, sei der nahe Plan, auf insgesamt 45 Klassen aufzustocken. Was 30 Klassen mit je 20 Schülern immerhin 600 Jugendliche ausmache, die untergebracht sein wollen. Das entspreche in der Größenordnung ja schon einer ganzen eigenen Schule. Da sei man zudem auch das Zuhause des Landkreises Ebersberg, der keine Berufsschule habe.

Schon zum kommenden Schuljahr würden in Wasserburg an der Berufsschule Container aufgestellt, so der Landrat heute.

Weitere Themen des Pressegesprächs in gemütlichem Rahmen war der geplante Hospiz-Bau in Bernau, das digitale Gründerzentrum, das am Bahnhof Rosenheim entstehen soll, die Schullandschaft im Allgemeinen mit dem Umbau der FOS/BOS Wasserburg in zwei bis drei Jahren auf der Agenda.

Nicht zuletzt das Gesundheitswesen mit dem nun anlaufenden 80-Millionen-Klinik-Projekt in Wasserburg – 50 Millionen würden bezuschusst. Hier gehe es um den Synergie-Effekt der Krankenhäuser. Auf Dauer sei der Plan, die Kliniken im Landkreis stets mit einer Spezialisierung aufzustellen – zusätzlich zur Allgemeinmedizin und dem Unfallklinik-Status, sagte der Landrat.

Beim Straßenbau stehe vor allem die Ortsumgehung von Albaching in naher Zukunft im Fokus (wir berichten gesondert). RD

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Das Landratsamt ist ab heute Großbaustelle.

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