Ein Blick ins Hennagassl

Wasserburger Museum lädt dazu ein - Seltenes Kunstwerk

image_pdfimage_print

Hennagassel PRVor etwa zwei Monaten konnte das Museum Wasserburg ein Aquarell des Dachauer Künstlers Otto Fuchs erwerben. Das Ehepaar Wolfgang und Anna Kraus wollten es an einen würdigen Ort zum Verbleib abgeben. Ansichten der Sedlmeiergasse finden sich vergleichsweise selten. Das Bild zeigt die im Volksmund Hennagassl genannte kleine Straße, die kurz vor der Hofstatt von der Salzsenderzeile gen Südwesten abzweigt. Hoch über dem Eingang wölbt sich der Schwibbogen. Darunter spaziert ein Paar in Tracht. Von der Gasse …

… selbst sind nur die Eckhäuser, das Gebäude der Gaststätte Klosterstüberl sowie der große Bau am Ende der Gasse zu sehen, vor dem eine Mutter mit Kindern steht.

Auf den ersten Blick mutet das Bild für den heutigen Betrachter seltsam verzerrt an. Der Künstler scheint aus leicht erhöhter Position in die Sedlmeiergasse zu schauen. Die Häuser wirken geduckt und der Schwibbogen zu breit. In Wahrheit hat sich der Eingang zur Gasse stark verändert. Eine Fotografie aus dem Jahr 1950 im Stadtarchiv Wasserburg zeigt das rechte Eckhaus noch mit einem Treppengiebel und nur drei Stockwerken. Auch das linke Eckhaus wurde später stark verändert. Dazu kommt die freie Auffassung des Malers.

Henna heute

Das Hennagassl in Wasserburg heute.

Gemalt wurde das Bild 1953 von Reinhold Otto Fuchs (*7.3.1897 Frankenthal (Pfalz) – 8.11.1987 Dachau).

Fuchs war ein bedeutender Luftfahrtingenieur der Kriegs- und Nachkriegszeit. Er fand über seine Frau, die Malerin Emi Fuchs-Hussong als Autodidakt zur Malerei. Beide übersiedelten 1945 von Berlin in den Dachauer Ortsteil Etzenhausen, wo sie ihrer Wahlbeschäftigung weiter nachgingen. In diese Zeit fallen auch Ausflüge in die Orte der näheren und weiteren Umgebung, wo viele seiner Landschaftbilder entstanden. Otto Fuchs war Mitglied in der Künstlervereinigung Dachau. Seine Gemälde befinden sich heute unter anderem im Besitz der Stadt Dachau und im Lenbachhaus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.