Dramatische Rettung aus Felswand

76-jähriger Bergsteiger aus Edling bei 30-Meter-Absturz schwer verletzt

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091114a1Edling/Bad Reichenhall  – Ein 76-jähriger Bergsteiger aus Edling ist am Donnerstagmittag gegen 11.30 Uhr am Hochstaufen-Jägersteig in rund 1.450 Metern Höhe rund 30 Meter tief abgestürzt und dabei unter anderem schwer am Kopf verletzt worden. Während die Bergwacht wegen des Nebels bereits einen aufwendigen bodengebundenen Abtransport vorbereitete, schaffte es die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“, den Patienten am 25 Meter langen Rettungstau durch eine kurze Wolkenlücke auszufliegen, meldet das BRK.

091114a3Der 76-jährige war am Vormittag zusammen mit einer größeren Gruppe von der Padinger Alm aus über den Buchmahdsattel und den Jagersteig aufgestiegen, als er gegen 11.30 Uhr in rund 1.450 Metern vom Weg aus etwa 30 Meter tief über Schrofengelände abstürzte und an einem Felsvorsprung zwischen Latschen im Steilhang hängen blieb. Einer Wanderin war aufgefallen, dass der Mann plötzlich nicht mehr da war. Sie entdeckte den Verunfallten und kraxelte zu ihm hinab; der Rest der Wandergruppe hatte vom Unfall nichts mitbekommen und war weiter aufgestiegen.

Der Hochgebirgsjägerzug des Gebirgsjägerbataillons 231 übte gerade in der Nähe der Unfallstelle und wurde ebenfalls auf den Notfall aufmerksam. Die insgesamt sieben Soldaten übernahmen die Erstversorgung, setzten gegen 11.40 Uhr bei der Leitstelle in Traunstein einen Notruf ab und brachten den zunächst Bewusstlosen zum Steig hinauf. Die alarmierten Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger bereiteten wegen des dichten Nebels einen groß angelegten bodengebundenen Abtransport vor und stiegen von der Nordseite aus mit umfangreicher Ausrüstung in Richtung der Unfallstelle auf.

Aufgrund der umherziehenden Wolken und der ständig veränderten Sichtflugbedingungen mussten die Rettungskräfte mehrfach den Tallandeplatz von Karlstein nach Urwies und wieder zurück verlegen. Der Pilot von „Christoph 14“ schaffte es gegen 12.30 Uhr, den Notarzt und einen Bergwacht-Luftretter mit dem sieben Meter kurzen Rettungstau durch ein Wolkenloch zu fliegen und in der Nähe abzusetzen. Die beiden stiegen weiter auf, versorgten den 76-Jährigen medizinisch und sicherten ihn in einem Rettungssitz, so dass er gegen 14.10 Uhr durch eine kurze Wolkenlücke zusammen mit dem Notarzt am 25 Meter langen Rettungstau ausgeflogen und zum Landeplatz in der Hochstaufen-Kaserne gebracht werden konnte. Dort wurde der Mann in einem Rettungswagen des Roten Kreuzes weiter versorgt und anschließend zum Klinikum Traunstein geflogen.

An der Unfallstelle am Berg waren auch vier weitere Bergwachtmänner im Einsatz, die zu Fuß mit zusätzlicher Ausrüstung aufgestiegen waren. Die Bergretter und die Soldaten des Hochgebirgszugs hatten bereits angefangen, den Verunfallten in einer aufwendigen Aktion mit Seilgeländern talwärts zu transportieren, da die Sichtweiten teilweise unter zehn Metern lagen und eine Rettung per Hubschrauber immer unwahrscheinlicher wurde.

Die Besatzung des nachgeforderten Polizeihubschraubers „Edelweiß 1“ schaffte es noch, einen Bergwachtmann samt Ausrüstung an der Einsatzstelle per Winde aufzunehmen und ihn ins Tal zu fliegen; wenige Minuten später schloss sich die Wolkendecke wieder, so dass der Rest der Mannschaft und die Ersthelferin zu Fuß absteigen mussten. Insgesamt waren 15 Einsatzkräfte der Bergwacht, sieben Soldaten und zwei Hubschrauber-Besatzungen bis zu viereinhalb Stunden lang im Einsatz. Ein Bergführer der Polizeiinspektion Bad Reichenhall hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen.

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Text und Fotos: BRK-Kreisverband Berchtesgadener Land

 

 

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