Digitalfunk im April – Probelauf im Oktober

Zweckverband, Rettungsdienste und Feuerwehren bereiten sich auf neue Technik vor

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reitmehringGestern erst haben wir gemeldet, dass rund 15.000 digitale Funkgeräte für die Feuerwehren der Landkreise Rosenheim, Miesbach und Traunstein geordert wurden. Voraussichtliches Lieferdatum: Oktober 2015. Doch erst frühestens im April kommenden Jahres werden die Organisationen im Rettungsdienst und die Feuerwehren endgültig vom analogen auf den digitalen Funk umstellen. Dessen bevorstehende Einführung beschäftigt die Verantwortlichen im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung derzeit am meisten. In der Verbandsversammlung am heutigen Donnerstag im Rosenheimer Landratsamt wurde zudem bekannt, dass das digitale Netz zur Erprobung bereits im Oktober eingeschaltet wird.

Zu den wichtigen Aufgaben bezüglich des Digitalfunks gehören in den kommenden Monaten die Ertüchtigung der Integrierten Leitstelle in Rosenheim für den Digitalfunk sowie die Einweisung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst und bei den Feuerwehren auf die neuen Funkgeräte. Hier stellten sich viele Ehrenamtliche zur Verfügung, die als Multiplikatoren die Schulungen übernehmen. Wie berichtet, benötigen allein die Feuerwehren in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach sowie in der kreisfreien Stadt Rosenheim knapp 6.000 neue digitale Endgeräte.

Der Geschäftsführer des Zweckverbands, Ronald Zillmer, listete in seinem Tätigkeitsbericht noch einige andere Ereignisse auf. Erstmals überhaupt übten Wasserretter und Feuerwehren am 28. Februar am Rotter Au See eine gemeinsame Wasserrettung. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine effiziente und abgestimmte Zusammenarbeit ist. Ursprünglich war eine Eisrettungsübung geplant. Wegen Föhn und des damit verbundenen Wärmeeinbruchs wurde daraus eine Wasserrettungsübung.

Rettung des Höhlenforschers thematisiert

Am 1. Notfalltag am 9. Mai nahmen über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsdiensten teil. Ein Thema war unter anderem die Bergung eines Höhlenforschers aus der Riesendinghöhle im Berchtesgadener Land. Am 21. Mai beschäftigten sich Vertreter von Gemeinden in einer Informationsveranstaltung mit dem Umgang mit Großveranstaltungen. Eine wichtige Rolle spielt hier der Einsatz des Sanitätsdienstes.

Laut Michael Bayeff-Filloff, einer der vier Ärztlichen Leiter Rettungsdienst in Rosenheim und Landesbeauftragter der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, gelingt es im Rettungsdienst die gesetzlichen Vorgaben bezüglich der 12-Minuten-Frist einzuhalten. In mindestens 80 Prozent aller Notfälle muss der Einsatzort nach spätestens 12 Minuten erreicht sein. In der Auswertung aller Versorgungsbereiche für das Jahr 2014 blieb lediglich die Rettungswache in Bad Endorf mit 78,2 Prozent knapp darunter. In Rosenheim und im Bereich der Rettungswache Dürnbach liegt der so genannte Erreichungsgrad bei 94 Prozent. Um sich weiter zu verbessern, beginnt in wenigen Wochen eine Trend- und Strukturanalyse.

Deutlich mehr Einsätze im Rettungsdienst

Die Zahl der Einsätze im Rettungsdienst nahm im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zu. Als Gründe für die Steigerung um 12 Prozent auf beinahe 24.000 Einsätze nannte Bayeff-Filloff die Grippewelle zu Beginn des Jahres, die nachlassende Rundum-Versorgung durch die Hausärzte sowie die Versorgung von Flüchtlingen und immer älter werdenden Patienten. Der demografische Wandel, die immer älter werdende Gesellschaft, wird die Notfalleinsätze weiter ansteigen lassen. Bayeff-Filloff zitierte aus einem Gutachten, wonach bei über 90-Jährigen bis zum Jahr 2030 die Notfalleinsätze bei den Frauen um knapp 150 Prozent und bei den Männern um fast 300 Prozent zunehmen werden. Der Landesbeauftragte der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst fordert daher, die Krankenhausplanung in Bayern stärker auf Strukturvorgaben für die notfallmedizinische Versorgung auszurichten.

Neuer Schichtplan für Kolbermoor

Die Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes in Kolbermoor erhält einen neuen Schichtplan. Die Verbandsversammlung reagierte damit auf die erhöhte Anzahl von Notfallereignissen in den Rettungswachbereichen Bad Aibling und Rosenheim in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag. Die 12-Minuten-Frist wird daher häufiger überschritten. Um die Situation zu verbessern, werden die Schichtzeiten in der zentral zwischen Bad Aibling und Rosenheim gelegenen Rettungswache in Kolbermoor verändert. Derzeit ist die Wache täglich von 8 Uhr bis 23 Uhr besetzt. Ab 1. Juli wird die Dienstzeit von Sonntag bis Donnerstag auf 9 Uhr bis 21 Uhr reduziert und am Freitag und Samstag von 8 Uhr bis 5:45 Uhr des Folgetages ausgeweitet.

In der Integrierten Leitstelle in Rosenheim ist ein höherer Personaleinsatz notwendig. Der genaue Bedarf wird jetzt durch ein Gutachten ermittelt. Die Kosten dafür in Höhe von 8.000 Euro übernimmt der Zweckverband. Hintergrund ist ein stetiger Anstieg der Einsatzzahlen. Wurden 2010 noch 52.000 Einsätze registriert, waren es im vergangenen Jahr bereits knapp 69.000.

Nachdem im vergangenen Jahr mit der Rettungswache in Feldkirchen-Westerham die Zahl der Rettungswagen im Rettungsdienstbereich Rosenheim auf 17 erhöht wurde, will der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung die Reserverettungswagen um einen auf fünf erhöhen. Wenn die regulär eingesetzten Rettungswagen aufgrund ihrer starken Auslastung in die Werkstatt müssen, werden sie durch einen Reserverettungswagen ersetzt. Diese Reserverettungswagen sind alle beim Bayerischen Roten Kreuz in Rosenheim untergestellt. Bei Bedarf stehen sie aber allen Organisationen zur Verfügung. Das Bayerische Innenministerium empfiehlt einen Reservefahrzeugbestand von bis zu 30 Prozent. Im Rettungsdienstbereich Rosenheim wären das fünf Fahrzeuge. Mit der Zustimmung der Sozialversicherungsträger wird gerechnet.

Verwaltungskosten von knapp 1,4 Millionen Euro 

Beschlossen wurde zudem der Haushalt für den Zweckverband für das Jahr 2015. Der Verwaltungshaushalt umfasst knapp 1,4 Millionen Euro. Knapp eine Million Euro davon überweist der Zweckverband an die Stadt Rosenheim als Erstattung der Betriebskosten der Integrierten Leitstelle. Knapp 119.000 Euro fallen für Fortbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle an und 114.000 Euro erhalten die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst als Aufwandsentschädigung. Gedeckt sind die Ausgaben durch die Verbandsumlage aus den Landkreisen Rosenheim und Miesbach sowie durch die kreisfreie Stadt Rosenheim in Höhe von gut 1,1 Millionen Euro, durch Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage in Höhe von 127.000 Euro und durch Erstattungen der Zentralen Abrechnungsstelle für den Rettungsdienst Bayern in Höhe von 130.000 Euro.

Dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim gehören die Landkreise Miesbach und Rosenheim sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim an. In dieser Region leben über 400.000 Menschen.

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