„Die Tür ist noch nicht zugeschlagen“

Fall Staudham: Sabine Riemer bleibt zuversichtlich und sucht weiter nach Lösungen

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biber_kAltlandkreis – Einen Tag nach der Sitzung zum „Fall Staudham“: Ganz zufrieden schaut sie nicht aus, die Initiatorin der Petition für den Erhalt des beliebten Badestrandes am Staudhamer See. Auch wenn sie gestern vor dem Petitionsausschuss des Landtages nicht verloren hat, als Siegerin fühlt sich Sabine Riemer irgendwie nicht. Denn der Ausschuss hat zur Petition weder ein klares Ja, noch ein deutliches Nein ausgesprochen. Eine Mediation soll helfen, die Kuh vom Eis des Staudhamer Sees zu bringen. Riemer: „Zumindest ist die Tür noch nicht ganz zugeschlagen.“ Derweil arbeiten die Natur und der Biber kräftig gegen den Badeplatz …

Sie kamen aus Pfaffing, aus Edling und sogar aus Isen – der halbe Altlandkreis interessierte sich bei der gestrigen Sitzung im Maximilianeum für das Thema „Staudham“. Der Inhaber des Sees, der den Badestrand schließen will (wir berichteten mehrmals), hingegen war nicht anwesend, ließ sich nicht einmal durch seinen Anwalt vertreten. Beraten wurde dennoch. Unter dem Vorsitz von Dr. Christian Magerl tagte der Petitionsausschuss gut eine halbe Stunde öffentlich zur Eingabe von Sabine Riemer.

CSU-Abgeordnete Tanja Schorer-Dremel legte die Sachlage dar, berichtete von der Ortsbegehung durch die Ämter und die Betroffenen, die vor ein paar Wochen stattgefunden hatte: „Meiner Meinung nach ist in Staudham noch eine Lösung möglich, mit der beide Seiten zufrieden sein könnten.“  Man sehe das Interesse der Öffentlichkeit, den Zugang und die Qualität des Badestrandes zu erhalten, aber auch das des Inhabers an Ruhe und Sauberkeit auf seinem Grundstück. Ausdrücklich gelobt wurden alle beteiligten Behörden, die besonnen und sachlich auf beide Seiten eingegangen seien.

Und diese beiden Seite sollen sich jetzt nach dem Willen des Petitionsausschusses nochmals in die Richtung des jeweils Anderen bewegen. Die Petition wurde zurückgestellt, damit ein Mediationsverfahren eingeleitet werden kann – ein eher außergewöhnliches Vorgehen in einer solchen Sache, wie aus dem Landratsamt zu erfahren war.

Appell an Badegäste

In der Zwischenzeit ist der Badeplatz nach wie vor frei zugänglich, wird allerdings nicht mehr gepflegt, weil ja dem Pächter des Kiosks vom Inhaber gekündigt worden war. Der Kiosk-Betreiber hatte sich darum gekümmert, dass Liegeflächen und Seeufer in einwandfreiem Zustand gehalten wurden. „Ich kann jetzt nur an die Badegäste appellieren, unseren wunderbaren Badestrand selbst sauber zu halten, sonst geben wir selbst Anlass, dass sich der Inhaber noch stärker gegen unser Anliegen zur Wehr setzt. Wir sollten positive Signale geben, zeigen, wie wichtig dieses Idyll uns und unseren Familien ist“, sagte Sabine Riemer.

In der Zwischenzeit soll jetzt nach Lösungen gesucht werden. Das kann allerdings eine Weile dauern. Und darüber freut sich vor allem der Biber am Seeufer. Ein dicker Baum nach dem anderen fällt seiner akribischen Waldarbeit zum Opfer. „Keine Ahnung, wer die Schäden jetzt beheben soll, wenn’s der Inhaber nicht macht. Es läuft wohl erstmal auf eine ziemliche Verwilderung dort unten hinaus“, bedauert Riemer.   HC

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