Die Feuerwehr bei den Massai

Altes Wasserburger Fahrzeug dient jetzt in Afrika als Rot-Kreuz-Lkw

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SelbstbefreiungBürgermeister Michael Kölbl hatte vor gut einem Jahr ein 34 Jahre altes Fahrzeug der Feuerwehr Wasserburg an Fritz Tischner, den Vorsitzenden des Songea-Bavaria-Netzwerks übergeben (wir berichteten). Der Verein unterstützt die Bevölkerung in Songea, im Süden von Tansania, wo auch der in Wasserburg geborene Arzt und Pfarrer Dr. Thomas Brei im Einsatz ist. Das Fahrzeug leistet mittlerweile in Afrika wertvolle Dienste. Ein Fahrbericht aus der Serengeti …

„Das mit dem Feuerwehrauto hat alles wunderbar geklappt, einschließlich Inhalt. Alles ist unbeschadet angekommen – ganz vollständig“, berichtet Dr. Brei. Der Wagen habe mittlerweile einige Anpassungen bekommen und „ist ganz toll geworden“. Brei: „Er ist poliert, beschriftet und mit Rot-Kreuz-Emblemen versehen. Die Pumpe hat noch einen weiteren Überzug geschneidert bekommen, die Sitze haben aus dem selben Zeltstoff Überzüge, eine tolle Reserverad-Aufhängung mit Flaschenzug wurde unter den Wagen hinten bei der Anhänger-Kupplung gebaut. Das kleine Leck bei der Hydraulik der Servo-Lenkung wurde geflickt, die Kupplung geschmiert.“

Und dann ging es zur ersten Serengeti-Fahrt nach Wasso, wo Dr. Brei tätig ist, und zurück (siehe Fotos unten). Der gebürtige Wasserburger: „In Schlamm und auf den richtig schlechten, teils weglosen Etappen macht sich der Lkw sehr gut. Ein Problem sind nur die Wellblechstraßen im Ndabaka-Korridor, dort kann das Fahrzeug wegen der eigenen Federung und deren Eigenschaften nur im Schneckentempo fahren und man wird trotzdem gnadenlos durchgeschüttelt. Die Ladung muss auf diesen Strecken im Inneren extrem gut verzurrt werden, denn durch die Vibration kommt alles mit gewaltigen Kräften in Bewegung, und Lasten dürfen unter keinen Umständen in die sensiblen Rolltüren hinein wandern, weil diese natürlich dann rausgedrückt werden.“

Eine andere Erfahrung sei das Klima in der Führerkabine: „Bei der extremen Hitze, die auch der Motor abstrahlt, kann man nicht anders als mit offenen Fenstern fahren. Aber in der Serengeti wimmelt es derzeit von den aggressiven Tse-Tse-Fliegen, die sind wie die Bremsen bei uns im Sommer. Und sie folgen bewegten Objekten. ist es natürlich ein ständiges Schlagen und Hauen unter den Passagieren gewesen. Ich denke, ich werde eine Klimaanlage oder wenigstens Ventilatoren im Innenraum der Kabine nachrüsten müssen.“

Dr. Brei weiter: „Einmal hatten wir uns ordentlich festgefahren, konnten uns aber unter anderem mit den Schneeketten, die ich für den Landcruiser habe, frei machen, waren natürlich für den Laster zu klein, aber provisorisch ging es; ein Rad mit Schneekette reichte. Ziemlich wagemutig ging es über eine Brücke, ganz, ganz schmal, mit einem absolut dicken Nilpferd drunter. Und auf dem Rückweg hat ein steckengebliebener Laster den Weg verkeilt, so dass wir in den Busch ausweichen mussten.“

Alles in allem leiste der Lkw unschätzbare Dienste in Afrika.

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2 Gedanken zu „Die Feuerwehr bei den Massai

  1. Wirklich schön, der Bericht und die Bilder vom Rundhauber.

    Gegen die Fliegenplage während der Fahrt hätte ich noch einen preiswerten Tipp:
    Mit ein paar kräftigen Magneten lässt sich ein stabiles Fliegengitter (im Bau- und Gartencenter erhältlich) „vollgasfest“ von außen anbringen, und bei Bedarf rasch wieder abnehmen.
    Hier ein typisches Beispiel (für den Rundhauber muss man die Maßfertigung natürlich selbst vornehmen):
    http://www.vanessa-mobilcamping.de/zubehoer-allgemein/fliegengitter.html

    Zusammen mit kleinen 12V-Ventilatoren ist das jedenfalls kostengünstiger als die Installation einer Klimaanlage.

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  2. Christiane Fricke

    Selbst im Düsseldorfer Raum haben wir mit großem Interesse über den Wasserburger Feuerwehr Wagen, umgerüstet zum Rot-Kreuz-Wagen mit den beeindruckenden Fotos gelesen.

    Wir waren selbst im letzten Sommer mit unserer Wasserburger Enkelin u.a. in der Serengeti, und haben uns gefreut von dort zu hören.

    Wenn der Fahrer jetzt häufig ermüden sollte, dann ist die Tse-Tse-Fliege schuld.

    M.f.G. Christiane Fricke

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