„Denkmal-Nobelpreis“ für Wasserburg

Hypo-Kulturstiftung zeichnet Winfried Gronbach für das Frommer-Haus aus

image_pdfimage_print

aquarell_kDen inoffiziellen Bayerischen „Denkmal-Nobelpreis“, die Anerkennung von der Hypo-Kulturstiftung, erhielt dieser Tage Wilfried Gronbach aus Wasserburg. Zusammen mit seinem Architekten Richard Kröff hat der Unternehmer das alte Frommer-Haus im Herzen der Stadt derartig gelungen saniert, dass alle zusammen jetzt von der Jury in München ausgezeichnet wurden. Den Preis, der seit 30 Jahren für herausragende Leistungen im Denkmalschutz vergeben wird, gab’s bisher nur für den Landkreis Rosenheim: 1994 für Martina Pfeiffer und das Schloß Weikertsham. 

 

 

Verleihung Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung Foto: Marcus Schlaf, 05.06.2014

Foto: Juryvorsitzender Werner Schiedermair, Bauherr Wilfried Gronbach, Architekt Richard Kröff, Staatsminister Ludwig Spaenle, Vorsitzender des Kuratoriums der Hypo-Kulturstiftung Wolfgang Sprißler.

Hier die Begründung der Jury: Das Frommer-Haus in Wasserburg ist ein turmartiger viergeschossiger Eckbau mit Flach-Erkern. Er reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Als der letzte der namengebenden Eigentümer im Jahr 2003 verstarb, befand sich das Gebäude in einem abgewohnten, schlechten Bauzustand. Das Gemäuer war marode und teilweise baufällig geworden. Es fehlte jegliche zeitgemäße Haustechnik. Hinzu kam, dass das Gebäude auch in vielen Details stark reparaturbedürftig war. Dies galt für die Böden ebenso wie für die Türen und Fenster.

Der Verfall des Anwesens war offenbar. Spontan entschloss sich Wilfried Gronbach, das Gebäude trotz des schlechten Bauzustandes zu erwerben, um es instandzusetzen. Dabei ließ er sich auch nicht von der kleinen Grund- und Wohnfläche und den beschwerlich steilen Treppen sowie von schwierigen nachbarschaftlichen Verhältnissen abschrecken. Von Anfang an schwebte ihm vor, die Substanz und den Charme des Hauses weit möglichst zu bewahren.

Mit dieser Vorstellung wagte er sich, beraten von einem in denkmalpflegerischen Fragen erfahrenen Architekten, an die Instandsetzung. Eine umfängliche Bauaufnahme wurde ausgearbeitet. Eine detaillierte Baugefügeuntersuchung offenbarte die statischen Verhältnisse. Sorgfältige denkmalpflegerische Voruntersuchungen zum Ausstattungsbestand im Inneren sowie zu den Fassaden folgten. Mit größter Sorgfalt und ausgeprägter Liebe zum Detail machte sich der Bauherr dann an die Instandsetzung des Gebäudes.

Die Grundmauern des Hauses wurden außen und innen unterfangen, das aufgehende Mauerwerk trocken gelegt. Im Inneren stellte man den originalen Grundriss wieder her. Dielenböden wurden frei gelegt, historische Putze gesichert. Soweit Fenster und Türen aus früheren Jahrhunderten vorhanden waren, wurden diese restauriert. Einfallsreich machte man sich an den Einbau von Bädern, die es in dem Gebäude bisher nicht gab; Kleinstbäder sind entstanden. Durch Aufdoppelung zu Kastenfenstern gelang es, die historischen Fenster thermisch ausreichend zu ertüchtigen. Die farbliche Außenfassung des Gebäudes richtet sich heute nach dem Zustand, den das Anwesen bei einem Umbau im Jahr 1877 erfahren hatte.

Heute präsentiert sich das Frommer-Haus als Schmuckstück in der Altstadt von Wasserburg. Mit seiner Leidenschaft für das Baudenkmal Frommer-Haus mit seiner vielfältigen historischen Aussagekraft hat sich Wilfried Gronbach um Denkmalschutz und Denkmalpflege im Sinne des Denkmalpreises der Hypo-Kulturstiftung verdient gemacht.

Denkmalpreis11

Denkmalpreis13

Gronbach erhielt übrigens für das Frommer-Haus auch den Fassaden- und Sanierungspreis der Stadt Wasserburg.

 

Das Wasserburger Unikum August Frommer:

Frommer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „„Denkmal-Nobelpreis“ für Wasserburg

  1. Wolfgang Smasal

    Man kann Herrn Gronbach nur zu dieser gelungenen Sanierung gratulieren. Wasserburg ist WIEDER ein Stück schöner geworden! Mit Richard Kröff hatte er einen ausgezeichneten Architekten an der Hand, der wie kaum ein anderer zur Umsetzung solcher Projekte in der Lage ist.

    1

    0
    Antworten