Das Zuhause verloren – Spendenkonto

Bachmehring unter Schock - Bürgermeister: „Bitte helft mit!"

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Schockierende Bilder: Das war einmal ein gemütlicher Hauseingang im Bachmehringer Waldweg. Fotos: Renate Drax

Schockierende Bilder: Das war einmal ein gemütlicher Hauseingang im Bachmehringer Waldweg. Fotos: Renate Drax

Er kämpft mit den Tränen - Arif Cetin, seine Frau Zelia und die beiden Kinder stehen unter Schock.

Er kämpft mit den Tränen – Arif Cetin, seine Frau Zelia und die beiden Kinder stehen unter Schock.

Bachmehring – Der Schock steht allen ins Gesicht geschrieben. Vier der sieben betroffenen Häuser müssen abgerissen werden, heißt es heute vor Ort. Ein Spendenkonto hat Eiselfings Bürgermeister Rupert Oberhuber vor einer Stunde spontan eingerichtet – und zwar unter dem Kennwort „Brandopfer Bachmehring“ bei der VR Bank Rosenheim-Chiemsee – BLZ 711 601 61 – Kontonummer 40 39 41 310. „Bitte helfen Sie mit. Ihr Geld kommt zu hundert Prozent den Brandopfern zugute“, sagt der Bürgermeister. Arif Cetin kämpft mit den Tränen. Der Vater von zwei Kindern (sieben und acht Jahre alt) und seine Frau Zelia haben Zuflucht in einer leerstehenden Wohnung gefunden.

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„Das Wichtigste ist, dass meiner Familie nichts passiert ist – niemand verletzt wurde,“ sagt Arif immer wieder gegenüber der Wasserburger Stimme. Er sei selbst in der Arbeit gewesen, die Kinder zum Glück am Nachmittag in der Eiselfinger Grundschule. Zelia habe plötzlich ein Knistern gehört und seltsamen Rauch bemerkt im Haus.

Und dann so etwas wie eine Explosion – erst jetzt sei ihr wirklich klar gewesen, das Haus brennt. Sie sei auf die Straße gelaufen, erzählt ihr Mann und aus dem Nebenhaus seien schon die Flammen hochgeschlagen. Zum Glück sei die Feuerwehr schnell da gewesen. Eine Versicherung? Die haben sie nicht wirklich, sagt Arif. Für ihn als kleine Familie seien doch die Beiträge viel zu teuer.

Vor Ort am heutigen Mittwoch: Eiselfings Bürgermeister Rupert Oberhuber im Gespräch mit Einsatzkräften der Bachmehringer Wehr.

Vor Ort am heutigen Mittwoch: Eiselfings Bürgermeister Rupert Oberhuber im Gespräch mit Einsatzkräften der Bachmehringer Wehr.

Dreizehn Wehren – über 200 Einsatzkräfte

Dreizehn Wehren kamen – über 200 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen. Mit der ersten Ungewissheit, wer ist noch in den Häusern. Eine ältere Frau musste aus ihrem Haus gerettet werden und kam mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus, wie berichtet. Auch die Männer der Bachmehringer Wehr stehen heute noch massiv unter den Eindrücken des gestrigen Nachmittags. In der Siedlung mit so vielen eng stehenden Häusern und Wohnungen war es schwer, alle Einsatzkräfte schnell zu koordinieren, die Drehleitern von allen Seiten an die Häuser zu bekommen. Von Haag bis Obing kamen die Feuerwehrler. Jeder Handgriff musste sitzen. „Die Angst, es ist noch jemand in den Gebäuden – man könne womöglich jemanden übersehen, die sitzt einem im Nacken,“ sagt ein junger Mann von der Bachmehringer Wehr.

Das war einmal ein Moped, das vor dem Haus des rentner-Ehepaares geparkt stand.

Das war einmal ein Moped, das vor dem Haus des Rentner-Ehepaares geparkt stand.

Das Spendenkonto ist eingerichtet. Ab sofort können Sie helfen (siehe oben). Das Rentner-Ehepaar, in deren Haus das Feuer laut Polizei begann, steht vor dem Nichts, wie die Bilder beweisen. Als das Feuer ausbrach, waren sie beim Singer beim Einkaufen, sagt der Bürgermeister. Sie seien ausfindig gemacht worden, als die Wehren im Einsatz waren. Man könne sich vorstellen, wie groß der Schock für das Ehepaar war. Und auch die anderen betroffenen Familien – wie die junge Familie Cetin – haben vieles verloren. Sie alle kamen jetzt bei Verwandten oder Freunden unter und können dort vorerst bleiben. Die Anwohner helfen, wie sie können. Man hält zusammen.

Auch das Auto vorm Hauseingang brannte aus.

Auch das Auto vorm Hauseingang brannte aus.

Sofern für die Gemeinde im Überweisungstext Name und Anschrift der Spender eindeutig ersichtlich sind, wird die Gemeinde Eiselfing unaufgefordert eine steuerlich wirksame Spendenbescheinigung ausstellen. Alternativ können die Spendenbescheinigungen auch bei der Gemeindeverwaltung, Oskar Pircher unter 08071/90 97 11 beziehungsweise hauptamt@eiselfing.de angefordert werden.

Die Brand-Ursache ist auch heute nach wie vor unklar. Die Kripo ist vor Ort. Aufgrund der Schilderungen der Betroffenen und der Anwohner gehe man von einer Explosion aus, die aber auch erst im Nachhinein durch das Feuer passiert sein könne. Die Häuser stammen aus dem Jahr 1963, sagt Bürgermeister Oberhuber. Vier Häuser sollen komplett abgerissen werden, sagen Anwohner am Brandort. Für die betroffenen Familien im Bachmehringer Waldweg ist heute nichts mehr, wie es war. Sie haben ihr Zuhause verloren… (Siehe auch unseren Kommentar in der Rubrik „Des moanan mia“.)

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