Das sind die Einquartierten in Wasserburg

Wir stellen die Menschen des 30-jährigen Krieges vor - Teil 2

image_pdfimage_print

Pestarzt4BildWasserburg – Während des Zeitraums der Ausstellung „Einquartiert! Der 30-jährige Krieg in Wasserburg“ im städtischen Museum geben zwölf mannsgroße Silhouetten im Stadtgebiet Wasserburgs Auskunft über das Leben in der Garnisonsstadt zwischen 1632 und 1634. Sie erzählen subjektiv von ihren Nöten und Sorgen, lästern über ihre Zeitgenossen und warnen die Besucher des Festivals vor drohenden Gefahren. Hinter ihnen verbergen sich historische und fiktive Personen, die den Quellen des Stadtarchivs Wasserburg entstammen. Wir stellen die Menschen hinter der Silhouette in einer kleinen Serie vor. Teil 2:

Bader Huber aus der Bruckgasse in Wasserburg (Beamtenfachhochschule): „Was wollt Ihr hier, wehrte Leut? Die Pest wütet an diesem Ort. Gleich dort hinten liegen die Toten in ihren Gräbern unter Sand und Kalk, bis dass der Inn sie holen kommt. Die Häuser, wo der Sterb eingezogen ist, werden vom Rat verschlossen. Keiner kommt dann mehr raus oder rein. Nur ich geh zu ihnen, bring ihnen Medizin: Pillen aus Wunderblume, Manna, Kampfer. Viel hilft‘s nicht. Mich schützt nur meine gar furchtbare Pestmaske. Sie hält den Hauch des Todes fern.

Der Rat sorgt seit neustem für Ordnung. Mist, Unrat, Vieh und streunende Hunde mussten die Stadt verlassen. Auch die Brunnen werden nun rein gehalten. Aber zu spät ist’s! Die Totengräber- und Träger haben ein gutes Auskommen in diesem Pestjahr. Auch ich werde vom Rat bezahlt Der aber denkt trotz all der Not in den Häusern schon wieder daran die Stadttore für den Handel zu öffnen – die Einnahmen bleiben sonst aus.

Die Armen und Kranken im Bruder- und im Siechenhaus erhalten deshalb in diesem Jahr kein Geld aus der Stadtkasse.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.