Das Publikum lachte Tränen!

Brettlabend mit vier Kabarettisten sollte gar nimmer enden

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAWasserburg – Das Gesicht tat allen weh und auch der Bauch – vor lauter Lachen. Ein Abend voller Wortwitz, Fröhlichkeit und als absoluter Showdown – einen Tag nach der Wahl in Bayern – ein Abend voller äh-ähm-Dings-Sprachfehler. Wortakrobatik pur. Das Publikum im Gaberseer Festsaal lachte Tränen. Wasserburgs beliebter Kabarettist Michi Altinger lud zu einem hochkarätigen Brettlabend in die Räumlichkeiten des Inn-Salzach-Klinikums ein: Ecco Meineke, Sebastian Pufpaff (ja genau, der Name ist Programm!) und Wolfgang Krebs waren seine illustren Gäste.

„Lausbua“ Michi Altinger führte wie immer selbst durch den Abend, der am Besten an diesem Montag eines sollte – gar nimmer enden! 

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin großer Entertainer ist er und ein brillianter Texter. Und zudem auch noch ein guter Sänger mit Spiel auf der Ukulele – davon konnte sich das Publikum am Brettlabend überzeugen:

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Charmant und nicht nur Kabarettist – er ist auch ein sehr guter Sänger: Ecco Meineke. Fotos: Renate Drax.

Ecco Meineke sagte allen, wie man sich in diesem unübersichtlichen Leben aus Wahlversprechen, Kleingedrucktem und Halbwahrheiten noch zurechtfinden kann – einen Tag nach der einen und a knappe Woch vor der anderen Wahl. Das langjährige Mitglied der Münchner Lach & Schiess läutete den Abend ein. Politisch natürlich.

Er heißt wirklich so - Pufpaf.

Er heißt wirklich so – Pufpaff. Sebastian Pufpaff.

Dann folgte der, der als George Clooney des Kabaretts gilt. Das Publikum gab ihm 2010 den Prix Pantheon und seitdem reißen sich alle um ihn: Sebastian Pufpaff. „Ich hab die seriöse Schiene ausprobiert, doch der Nachname war stärker“, sagt er. Fragen stellte er selbst an diesem Abend und forderte das Publikum auf, auch im Leben alles zu hinterfragen. Zum Beispiel „Wer hat eigentlich das ABC sortiert?“ Oder was sich hinter der IAA verbirgt, wo seit 238 Jahren das Elektroauto als die Innovation der Zukunft angepriesen werde. Der Nicht-Bayer fühlte sich recht wohl und Satz für Satz war gleich zu setzen mit Lacher für Lacher.

Lausbua Michi Altinger landet Volltreffer mit seinen Brettlabenden im Gaberseer Festsaal.

Lausbua Michi Altinger landet Volltreffer mit seinen Brettlabenden im Gaberseer Festsaal.

Michi Altinger bedauerte in seinen Zwischenrufen zu den einzelnen Programmpunkten vieles – zum Beispiel auch die Einführung des Navis im Auto. Was seien das für schöne Erlebnisse gewesen – ja geradezu Sternstunden – als er noch nach dem Weg fragen durfte. Vor allem auf selbigem zu ganz abgelegenen Ortschaften, wo er Auftritte hatte früher am Beginn seiner Karriere. „Des warn Orte, do hods no Aerobic gem und koa Zumba. Do host no am Lem teilgnomma. Und do ham mi d’Leit no fragn kenna ‚Host glei hergfundn?‘ – war des schee!“

Übers Glück hat er auch sinniert, der Altinger Michi. Nämlich genau da, wo viele Leut‘ radlfahren, da sei das Glück dahoam – in Dänemark zum Beispiel. So würde es in einer Statistik stehen. Er könne das gut verstehen. Sein Radl stehe in der Garage und er sei froh und glücklich darüber, dass er damit ned fahrn müsse.

Horsti durfte ganz breit grinsen - nach diesem Wahlerfolg. Wolfgang Krebs, auch optisch eine seiner vielen Paraderollen.

Horsti durfte ganz breit grinsen – nach diesem Wahlerfolg. Wolfgang Krebs als Seehofer. Auch optisch eine seiner vielen Paraderollen.

Auch optisch mit genialer Ähnlichkeit und breitem Grinsen stand aber dann am Ende er auf der Bühne: Wolfgang Krebs – unser aller Horsti (Seehofer). An Tagen wie diesen – eben einen Tag nach dem großen Wahlerfolg in Bayern – noch breiter grinsend und sich selbst auf der Bühne bejubelnd: „Danke für den Applaus, ich weiß mich wirklich zu schätzen.“ Entweder konsequent oder inkonsequent, aber nicht dieses ewige Hin und Her! Das ließ er den Horsti sagen. Und auch Wolfgang Krebs als Beckstein fehlte nicht – wenn auch nur aus zeitlichen Gründen im Hintergrund beim Umziehen laut übers Mikro redend. Zum Beispiel mit dem sichtlich angetrunkenen und einer deutlichen Artikulation sowieso nicht mehr mächtigen Ortsvorsitzenden der Veteranen, dem Schorsch. Dessen Anliegen ganz aktuell volksentscheid-gerecht: das Sch…Ehrenamt!

Der absolute Höhepunkt des Abends: Krebs als Edmund Stoiber.

Der absolute Höhepunkt des Abends: Krebs als Edmund Stoiber.

Katze platzen lassen und Bombe aus dem Sack

Liebe Wasserlasser, nein Wasserträger und Butter-Bürgerinnen – ähm Kräuterbutter-Bürger ähm Wasserburger und -bürgerinnen: Absoluter Höhepunkt des Abends war die Begegnung mit Stoiber – „64 Jahre alt und 70 Jahre davon bei der CSU“ –  der auch noch etwas sagen wollte nach Horst Seeteufel. Unglaublich die Wortakrobatik des Kabarettisten in dieser Rolle. Niemand kam aus dem Lachen mehr heraus – mit der Stoiberschen Aufforderung, die hingeworfenen Wortbrocken „einfach selber zu sortieren”. Am Besten gleich auf dem Nachhauseweg.

Das nächste Brettl ist am 31. März 2014!

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