Das Navi verwirrt, die Band heiß!

Die Wasserburger Stimme präsentiert erstmals im Uni: „Rock am Inn"

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HeavyCrunch_kleinFreitagabend, 20 Uhr. Es ist eine klirrend kalte Vollmondnacht. Die Adresse führt mitten ins bayerische Hinterland. Die Wege werden schmaler, die Abstände der Höfe auf den Feldern größer. Das Navi ist bereits verwirrt, rät zum Wenden. Im Schatten der Autoscheinwerfer läuft ein hungriger Fuchs am Wegesrand auf der Suche nach Beute. Plötzlich erhellt das fahle Licht des Mondes ein kleines, grünes Ortschild: Eschlbach. Ziel erreicht …

Unser Foto: Sie sind die Rock-Coverband „Heavy Crunch“, die beim ersten „Rock am Inn“ im Wasserburger Uni – präsentiert von der Wasserburger Stimme – aufspielen wird. Und zwar am nächsten Freitag, 27. März. Von links Jamie Dyde, Flo Litzlfelder, Tom Holzner, Susi Köbinger, Andreas Köbinger, Tom Tietze und Flo Köbinger.

Ein einsamer Bauernhof in der Einöde, wenige Autos stehen auf provisorischen Parkplätzen neben einem Traktor. Von irgendwoher ertönen leise Stimmen durch die Nacht, ein Gitarrenriff klingt nach, das dumpfe Echo einer Trommel zerreißt die Stille.

plakat1Nach zwei knarzenden Stadltüren finden wir uns in einem Raum wieder, der voll und ganz auf Musik ausgerichtet ist. Die Wände sind mit Postern und Bildern tapeziert, auf dem Boden verstreut Mikrofone, Bierflaschen, ein paar Verstärker, unzählige Kabel, eine Gitarre.

Es handelt sich um den Proberaum der regionalen Coverband „Heavy Crunch“, die von Adele bis ZZ-Top keine Grenzen der künstlerischen Interpretation kennt und deren abwechslungsreiche Bühnenshow für sich spricht. „Klein und gmiatle – aber wenn wir mal loslegen, hört man uns bis Minga nauf!“, versichert Jamie Dyde lachend. Der Sänger mit Vollbart ist einer der sieben Mitglieder der Band, ebenso zuständig für Akkordeon, Keyboard und Keytar, studiert Geographie und Englisch auf Lehramt. „Aber vor dem Studium war ich Tontechniker, das klingt cooler“, meint Jamie frech grinsend.

„Der Jamie ist Mädl für alles – auch unser Spaßvogel“, wirft Tom Tietze, ebenfalls Sänger, ein. Tagsüber agiert Tom, der ganz lässig mit den Händen in den Hosentaschen, Hut und „Hangover“-T-Shirt den Probenraum betritt, als vertrauenswürdiger Banker. Nach Feierabend verwandelt er sich in ein stimmungsmachendes Bühnentalent.

SusiFlo_klein„Tom ist erst seit Juni letzten Jahres bei uns – nach unserem Auftritt auf dem Wasserburger Frühlingfest 2014 hatte er uns in einer Probe überzeugt und wurde festes Mitglied“, erläutert Susi Köbinger, die einzige Frau in der Band. Denn trotz ihrer musikalischen Erfolge haben sie keinerlei Grund „abzuheben“ – oder, wie Jamie es leicht ironisch verdeutlicht: „Wir zerlegen keine Hotelzimmer!“

Susi ist außerdem Bandleaderin – gemeinsam mit Tom Holzner, Student der Produktionstechnik in Rosenheim. „Die anderen hatten einfach keinen Bock auf Chef“, lacht Schlagzeuger Tom, ebenfalls mit Hut unterwegs. Susi kümmert sich neben ihrem Job als Assistentin in der Bereichsleitung in der Eglhartinger Firma „Hörmann“ um die Organisation der Band und die Gagen. „Ich bin viel auf Facebook unterwegs, in Kontakt mit anderen Bands und kümmere mich auch telefonisch um Auftritte“, erklärt die toughe Blonde. Allerdings bekäme „Heavy Crunch“ auch häufig Konzert-Anfragen. Unterstützt werden sie zudem vom KPG Veranstaltungsservice Ebersberg.

Ursprüngliche Idee: „Wild Hogs“ als erster Bandname

Die Band, deren Mitglieder fast alle in den Zwanzigern sind, sei laut Susi erst seit Anfang 2015 in der jetzigen Konstellation zusammen. „Der letzte Neuzugang war unser E-Gitarrist Flo Litzlfelder, Außendienstler bei OVB24“, sagt die sympathische Band-Chefin. Im festen Kader sind seit Beginn der Cover-Karriere „Heavy Crunch“ Susis Bruder Andreas Köbinger, Bass-Gitarrist und im echten Leben Theologe an der Uni Würzburg sowie ihr Cousin Flo Köbinger, E-Gitarrist und als Projekteinkäufer bei Odu in Mühldorf beschäftigt. „Andreas ist unser Professor Dr. Dr. …“, bemerkt Tom Tietze unverzüglich. Allerdings verstecke der Bassist den vernünftigen Theologen geschickt hinter seinem Instrument, sobald er dieses in der Hand habe, ergänzt Flo Litzlfelder schmunzelnd.TomJamie_klein

Auf den Bandnamen „Heavy Crunch“ seien sie per Zufall gekommen. „Die erste Idee war ‚Wild Hogs‘“, berichtet Tom Holzner schmunzelnd. „Doch für die ‚Wildschweine‘ gab es nur Zustimmung von einem, alle anderen waren dagegen.“ Also begann die Suche nach neuen Vorschlägen. „Wir haben dann ein Wörterbuch aufgeschlagen und sind bei dem englischen Wort ‚crunchy‘ stehen geblieben“, klärt Susi auf. „Einer warf dann spaßeshalber die Aussage ‚Hey! Bleiben wir doch knusprig!‘ ein – und so entstand daraus peu à peu ‚Heavy Crunch‘.“ „Schließlich sind wir ja eine harte Rock-Band“, bemerkt Jamie lachend.

Frühlingsfest Wasserburg vor „gefühlt 6000 Leuten“

„Heavy Crunch“, die ihre Wurzeln in Wasserburg und Umgebung haben, spielten schon in München, Freising, Reit im Winkl und vielen anderen Orten der Region. „Unser schönster Auftritt aber war ganz klar die „Fit and Fun After-Wiesn Party“ auf dem Wasserburger Frühlingsfest letztes Jahr“, ist Tom Holzner überzeugt und bekommt unmittelbar zustimmendes Nicken der anderen Bandmitglieder. „Da waren gefühlt 6000 Leute“, lacht Flo Köbinger. „Eine Wahnsinns-Stimmung.“ „Im Vergleich zu 2014 haben wir heuer in etwa doppelt so viele Auftritte“, erklärt Susi stolz. Andreas Köbinger ergänzt, sie stünden monatlich einmal auf der Bühne.

„Und jetzt geht es erst richtig los. Am 27. März rocken wir die Wasserburger Disko ‚Universum‘, im April kann man uns auf dem Ebersberger Festival ‚Zwei Tage Wach‘ live erleben“, rundet Flo Litzlfelder das anstehende Programm ab. Für weitere Anfragen, sowohl telefonisch unter der Nummer 0178/1873379 als auch per Mail an info@heavycrunch.de, seien sie immer offen für neue Ideen, teilt Susi mit. „Über unsere Facebook-Seite laufen die aktuellsten Infos rund um die Band.“

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Als Partyband komme es ihnen vor allem auf die Stimmung an. Susi: „Wir wollen, dass die Besucher unsere Songs gleich an den ersten Takten erkennen, mitsingen und sich auf der Tanzfläche austoben.“ Mindestens 80 Songs spielen sie aus dem Stegreif – die Palette reicht von Rock über Pop bis hin zu aktuellen Charts. Und dass auch alles perfekt sitzt auf der Bühne, dazu gehört regelmäßiges Proben. „Der Freitagabend gehört für mindestens drei Stunden der Band“, versichert Jamie.

„Im Prinzip kann man uns als eine seriöse Band mit Niveau beschreiben“, beteuert Tom Tietze mit ernster Miene. Stille. Sekunden später folgt allgemeines Gelächter. Die Band ist fröhlich und sympathisch – sehr …

mb

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