Das Aus für den beliebten Badeplatz

Staudham: Kiosk-Pächter und Badegäste können es nicht fassen

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staudham_kDienstag, 12 Uhr, die Sonne kommt nach dem gestrigen Dauerregen erstmals so richtig zum Vorschein und schon öffnet sich die Schranke zum Badeplatz am Staudhamer See. Die Kiosk-Betreiber Jürgen und Hannelore Kleinhenz (Foto) öffnen im Sommer tagtäglich den Badeplatz, halten ihn sauber, kümmern sich um die Badegäste – und das seit 21 Jahren. Doch jetzt brauen sich über den Beiden und ihren Gästen dicke Gewitterwolken zusammen. Der Eigentümer des Sees hat quasi Eigenbedarf angemeldet. Was das für Konsequenzen hat? www.wasserburger-stimme.de …

 

 

„Wir haben keinerlei Einfluss auf den Eigentümer, können es nicht ändern“, sagt Jürgen Kleinhenz enttäuscht. Denn nach diesem Sommer soll Schluss sein mit einem der kinderfreundlichsten Badeplätze im ganzen Altlandkreis Wasserburg. Der Pachtvertrag mit dem Landkreis läuft nach 30 Jahren aus, der Eigentümer schließt die Badestelle, die es mit Unterbrechungen seit über 100 Jahren gibt, weil ihm der Trubel rund um seine Staudhamer Villa zu viel wird. Kein Wunder: Direkt neben seinem Haus verläuft die B304 und die Landwirtschaft Staudham ist auch nicht gerade ein Hort stetiger Ruhe.

Auch die Politik hat sich bereits eingeschaltet. „Zusammen mit meinem Edlinger Kollegen Matthias Schnetzer hab‘ ich mit Engelszungen auf den Grundstückseigentümer eingeredet. Wir haben verschiedene Kompromissvorschläge erarbeitet. Leider alles ohne Ergebnis“, sagt Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl. Auch die Untere Naturschutzbehörde habe mit viel Kreativität versucht, das Problem zu lösen – vergeblich, der Eigentümer blieb bei seiner Linie. Und hat damit auch noch vor dem Gesetz Recht. „Dann nämlich, wenn er beispielsweise die Fläche aufforstet und zum Schutz der jungen Forstkultur das Areal umzäunt“, weiß der Pressesprecher des Rosenheimer Landratsamtes, Michael Fischer.

Wasserburgs Bürgermeister will sich jetzt darum bemühen, den Seewieser Badeplatz direkt gegenüber zu erweitern. „Ob und wie wir die Liegewiese den Bedürfnisse von Familien mit kleinen Kindern anpassen können, wollen wir mit Vertretern des Landratsamtes und mit dem Grundeigentümer im Juli besprechen.“ Fakt ist aber auch hier: Der See-Eigentümer hat auch auf der Seewieser Seite alle Trümpfe in der Hand. HC

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Idylle pur: Der kinderfreundliche Badeplatz in Staudham. Er wird nach diesem Sommer geschlossen. Fotos: HC

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15 Gedanken zu „Das Aus für den beliebten Badeplatz

  1. Gisela Mijic

    das ist ja so so schade ……. war die schönste Seeseite ….. man konnte so schön reingehen ins Wasser, schön sandig und das Wasser war einfach ein Traum auch für Kinder und Nichtschwimmer einfach ideal …… warum verwehrt man uns das…… ich versteh die Welt nimmer 🙁

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  2. Wieder einmal zerstört das beinahe schon pathologische Ruhebedürfnis Einzelner (oder hier: eines Einzelnen) die Freizeitverhalten vieler. Ob gegen Kneipen, gegen Partys, gegen ausgelassene Jugendliche oder – wie jetzt – gegen Badebetrieb an einem See. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.
    In welche Richtung bewegen wir uns eigentlich? Mir graust’s langsam.

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  3. Ich glaube, dem Eigentümer des Sees ist nur über den Geldbeutel beizukommen. Boykott der Gastwirtschaft, die ihm ja gehört, wäre jetzt angebracht. Dann sieht er schnell, was Ruhe heißt. Der Pächter kann zwar nichts dafür, aber nach ein paar Monaten ohne Pachteinnahmen wird dem Eigentümer schnell klar, wer wirklich das Sagen hat. Der Bürger !!

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  4. The Guardian

    Also langsam aber sicher schwillt auch mir der Kamm. Da hat man den Wasserburgern schon den letzten Biergarten genommen (Fletzinger-Areal) und jetzt nimmt man ihnen auch noch einen der beliebtesten Badeseen. Wasserburg verliert immer mehr an Attraktivität, was die Freizeitgestaltung betrifft. Kein Wunder, dass die Kinder sich woanders beschäftigen und es dann hier auch wieder zu Konfliktsituationen kommt. In unserer Gegend wird sich bald ein neuer Slogan breit machen, der dann heißt: Natur, nein Danke.
    Wohin will man eigentlich steuern? Nicht jeder will ins Badria. Das fängt beim Geldbeutel an und hört bei einer Chlorunverträglichkeit auf. Man wird doch wohl in der Lage sein, eine Lösung für das Problem der nächtlichen Ruhestörungen zu finden. Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass man als Anlieger seine nächtliche Ruhe möchte, gebe aber zu bedenken, dass der See gewiß lange vor der Villa bestand und man als Käufer in Seenähe, welcher offen zugängig ist, mit gewissen Einschränkungen zu rechnen hat. Ich kann auch nicht verlangen, dass, wenn ich mir ein Haus in ländlicher Idylle baue, der Bauer seinen Mist wegen meiner Person, der die Sache im wahrsten Sinne des Wortes vielleicht stinkt, nicht mehr auf die Felder ausfährt. Da muß ich mir halt überlegen, was ich bereit bin, zu tolerieren.
    Mit besten Grüßen Euer Guardian

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  5. Sabine Riemer

    „Ois wos Recht is…..“

    Ein offener Brief zum Betreff: Staudhamer See und seine Eigentümer

    Der Staudhamer Badesee als solcher hat, wie wir nun alle wissen, eine Geschichte, die bis ins Jahr 1898 zurückgeht. Die Eigentümer des Grundstücks haben sich über Generationen darauf geeinigt, dass die Bevölkerung den See von dieser Seite aus benutzen darf, die Gemeinden waren sich mit der Familie einig. Soviel zur Historie…
    Ehrlich, ich als Badegast mache mir selten Gedanken, wem ein Badesee gehört. In der Regel ist man in der Nähe aufgewachsen, hat an dem See schwimmen gelernt, wie schon die Eltern und auch vielleicht die Großeltern. Eventuell ist man auch Neubürger und freut sich, dass ein Badesee direkt in der Umgebung liegt – mit dem Radl leicht zu erreichen ist. Und, natürlich kommen auch immer ein paar Auswärtige, die den See und seine Lage – in diesem Fall den Staudhamer See – zu schätzen wissen.
    Niemals macht man sich doch Gedanken – WEM der See gehört. Der Staudhamer See ist gefühlt einfach „unser See“. Die Ereignisse jetzt, machen jedoch jedem bewusst, dass der See „jemandem“ gehört und dass Sie sich, Herr Irlbacher, in den wenigen Sommerwochen durch uns Badegäste ,auf`s massivste“ gestört fühlen müssen.
    Es wurde von Ihnen eine Gesetzeslücke gefunden, um den Badestrand schließen zu können – nach „Artikel 32 des Bayerischen Naturschutzgesetzes“, wenn: „insbesondere die Beschädigung der Forstkultur zu erwarten ist“.
    Ja aber… ist sie das denn ? Ich kenne kaum einen Badestrand, der so gepflegt ist, keine leeren Flaschen, keine kaputte „Forstkultur“ und wenn es einer mit dem Radl wagt, auf der Liegewiese zu fahren, kommt bisher sofort der Ruf: „Radl bitte in den Fahrradständer !“.
    Am Abend ist Schluss und die ganz besonders lebenshungrigen, die vielleicht nachts die Idee haben, noch an einen See zu fahren, werden sich mit denen, die Spätabends den (bald neuverpachteten ?!) Gastronomiebetrieb, vielleicht etwas lautstark verlassen, die Waage halten. Die Wirtschaft existiert immerhin das ganze Jahr – die B304 auch, der Badebetrieb – auch für hartgesottene Schwimmer nur wenige Wochen – von den lauwarmen Nächten ganz zu schweigen. Und auf Basis des besagten Artikels 32 das gegenüberliegende Schilf zu roden und nötige Parkplätze zu bauen – ist das „forst -und umweltschonender“?
    Also wenn ich mir`s so überleg …, is des doch nua a Ausred – Entschuldigung, Herr Irlbacher, i derf Ihre Worte wiederholen „Sie meng einfach nimma“ , aber wos genau is damit gmoand?
    ICH bitte Sie jetzt einfach, das Ganze noch einmal zu überdenken, als Wasserburger, oder auch als „fast Edlinger“ – wie auch immer…!!
    Muass des sei? Woher der Ärger und der Frust, sie haben`s doch wirklich schön in Staudham!
    Nachdem Sie anscheinend jegliche Stellungnahme verweigern, müssen Sie sich solche Fragen nun leider anhören. I woaß jetzt zwar – es is eana Recht „Nein“ zu sagen, aber … WO bleibt die Moral bei der Geschicht`……?
    Und i frog Sie und mich weiterhin: Ois wos „Recht“ is, is des in dem Fall gleichbedeutend mit richtig ?“

    Mit Grüßen aus Edling

    Sabine Riemer

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    1. Rupert Martl

      Ach, könnte ich doch nur mehr als einen“gfoid ma“ vergeben, für den Beitrag von Sabine Riemer. Großartig.

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      1. Chapeau, Sabine Riemer!!!

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    2. Super, vor allem für die Erklärung von „Recht“ und „richtig“. Glückwunsch und volle Zustimmung.

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  6. ALSO GANZ EHRLICH ,,,, ich finds scho granatenmäßig schod, dass der Seekiosk zua gmacht wern soi ,,,,, das sind ja schon Generationen einer Familie, die da zum See baden gehen. Haben dort Natur und Schwimmen gelernt und nun soll alles vorbei sein . —- Diese zwei netten Menschen bemühen sich seit gut 21 Jahren um das Sauberhalten und Pflegen des Sees und die Parkplätze, respektieren die Wünsche der Badegäste und erfüllen sie mit Herzblut. Auch auf die Jugend wird geachtet, dass sie es nicht übertreibt. Abends werden Kontrollgänge gemacht, ob sich doch nicht jemand verirrt hat. Das soll auf einmal aufhören ,,,,,, nur weil sich 2 Personen gestört fühlen, aber hunderte dort Ruhe und Entspannung finden …………

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  7. Harald Däullary

    „Die Wahrung des Gemeinwohls steht vor der Beachtung des privaten Nutzens“
    …so stehts eigentlich im neuen Testament.

    Haben doch die Vorfahren mit der Verpachtung in über 100 Jahren genug Geld damit verdient, daß man es jetzt nicht mehr mögen muß. Wenn man keine Parkplätze mehr kassieren muß, keine Badegäste und Ruhestörenden mehr da sind, über was kann man sich dann noch aufregen? Einsamkeit in der Staudhamer Idylle.

    Kein Besitz macht Freude, wenn der Freund fehlt.

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  8. Wolfgang Smasal

    Treffender kann man es nicht schreiben! Danke für Ihren Beitrag Frau Riemer!

    Dass Herr Irlbacher als Besitzer einen beliebten Badeplatz schließen kann, indem er dort Bäume pflanzt, ist schade, aber natürlich ein geschickter Schachzug.
    Aber ob man eine solche Machtposition auch wirklich ausüben will, und eigene, wenn auch berechtigte Interessen, vor das Gemeinwohl stellen will, ist eine ganz andere Frage.
    Was bleiben denn für Alternativen als schöner Badeplatz für die Wasserburger und Edlinger? Den gegenüber in Seewies auszubauen hatte die CSU schon im Wahlprogramm vorgeschlagen und ich habe mir den deshalb mal angesehn. Dort drüben einen gleichwertigen Ersatz zu schaffen, dürfte ausgesprochen schwierig werden.
    Die Kiesgrube in Viehhausen ist so gut wie gar nicht erschlossen und die Adler Kiesgrube ist verlandet und was dort mal Wasser war, ist nur noch stinkende Entengrütze.
    Ich schließe mich also der Bitte von Frau Riemer an Herrn Irlacher an das ganze nochmal zu überdenken.

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    1. (3) „Der Genuß der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet. Dabei ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen. Staat und Gemeinde sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen, Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen.“ Art. 141, Abs. 3 Bayerische Verfassung

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      1. Ich schließe mich dem Kommentar von Frau Riemer voll und ganz an.
        Und eigentlich wurde ja schon alles gesagt.
        Es dürfte allerdings doch keine Schwierigkeit sein, den See abends „abzusperren“, wie es auf der Reitmehringer Seite auch geschehen ist. Auch hier gab es anfangs Proteste, aber mittlerweile hat man sich daran gewöhnt und die nächtlichen Gelage sind damit doch auch verschwunden.
        Ich warte nur darauf, dass als nächstes die Gastwirtschaft ebenfalls als ruhestörend empfunden wird und man sie schließt.
        Und ist eventuell auch die Verlegung der B304 geplant?

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      2. Rupert Martl

        Mei, Edmund, wenn er hoid nimma mog, da Schober. Do hoift koa graue Soim. (Verfassung?), schmunzel.
        Moand da Rupert
        PS. Mein „thumb up“ host.

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  9. I had a Dream !
    Ich hatte einen Traum.
    Ich schlief und träumte. Ich Träumte, dass es sich die Fam. Irlbacher noch einmal überlegt hat, den Badeplatz zu schließen und aufzuforsten.
    Der Badeplatz bleibt den Kindern mit ihren Müttern, den älteren Bürgern, behinderten Menschen, den Kindern mit dem Surfbrett und allen anderen Badegästen erhalten.
    Vielen Dank Fam. Irlbacher, vielen, vielen, vielen Dank. Es bleibt also alles beim alten.
    Ich wurde in meinem Traum durch ein vorbeifahrendes Auto an meinem Fenster gestört und wachte auf.
    Jetzt merkte ich erst , dass es ein schöner Traum war.

    Ein Badegast

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