Da lacht da Inn: Mordsgaudi mim Großvater!

Und ganz vui Überraschungen - Komödie mit dem Theaterkreis noch einmal morgen

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1Wasserburg – Herzhaft lachen ist angesagt – beim Theaterstückl am Inn mit recht verwegenen Überraschungen! Großvater, i hoi di mit meim Traktor ob – und zwar direkt am Inndamm! Der Albachinger Theaterspieler Herbert Binsteiner war nebst Gattin eigens mit dem Traktor nach Wasserburg gefahren, um für ein weiteres Highlight im Rahmen der Wasserburger Nächte zu sorgen. Und die Magd Zenz kommt aus Sachsen – und sorgt für noch mehr Lacher. Marion Michel in dieser überraschenden Rolle, eine eigentlich eingefleischte Bayerin, großartig! Das ganze achtköpfige Ensemble gestern Abend beim Open Air in Bestform – mit dem verkauften Großvater“ …

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Zahlreich kam das Publikum und erlebte einen äußerst fröhlichen Abend. Kurz zum Inhalt des bekannten Stücks: Binsteiner spielt den Haslingerbauern, der den Großvater (eine Paraderolle für Helge Leuchs) für 1000 Mark einkauft. Dieser Opa treibt aber alle zur Verzweiflung.

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Sepp Christandl (links) und Helge Leuchs.

Er richtet den Salat mit Spiritus an, legt der Magd eine tote Maus ins Bett, reitet im Zirkus auf Elefanten… Bauer Kreithofer, sein Sohn und die Magd können sich wenig über die Aktivitäten des alten Herrn freuen. Und als der reiche Haslinger das Angebot macht, den Großvater für eine lukrative Summe zu kaufen, kann der Bauer nicht Nein sagen. Aber so a Schnäppchen is da Großvater gar ned!

Dieser nämlich blamiert den Halsabschneider Haslinger nach Strich und Faden, verheiratet dessen Tochter mit dem richtigen Mann, deckt überraschend ein großes Erbe auf – und hat noch seinen Spaß dabei … Zu viel soll nicht verraten werden – am morgigen Freitag heißt’s ja noch einmal Bühne frei für den verkauften Großvater!

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Da Haslinger alias Herbert Binsteiner aa amoi im Schaukelstuhl … Mist, so a Schnäppchen is a gar ned, da Großvater!

Helge Leuchs spielt den Großvater überzeugend  als einen Menschen mit feinem hintersinnigen Humor, als einen Schalk mit einem sehr weiten Herzen. Ihn als Großvater mit der Kulisse am schönen Inn – das vergisst man so schnell nicht mehr! Den armen Bauern Kreithofer, der um seine Existenz kämpft – in diese Rolle schlüpft Sepp Christandl mit besonderem komödiantischen Geschick. Denn Tragik und Komik liegen bei der Figur eng beieinander.

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Im wirklichen Leben aus Bayern: Marion Michel, verwegen sächselnd im ganzen Stück … Sonderapplaus dafür!

Sein Sohn Lois ist in der Darstellung von Jakob Schuur ein hemdsärmelloser Bursch, der immer verwegener wird im Verlauf des Stücks und auf der Suche nach seinem Glück selbiges auch findet. Dieses Glück ist Haslingers Tochter Ev. Franzi Hein hüpft ansteckend begeisternd durch die Stubn und durch das ganze Stückl, sie gibt sich mal a bissal naiv, mal charmant und immer liebenswert. Und vor allem recht bald sehr verliebt – in den Stefferl oda Xaverl oder Lois, egal.

Ohne Hemd, aber mit Hosenträgern - na, wenn ma frisch verliebt is, da is oam ned koid in da Nacht! Jakob Schurr und sei Franzi Hein.

Ohne Hemd, aber mit Hosenträgern – na, wenn ma frisch verliebt is, da is oam ned koid in da Nacht! Jakob Schurr und sei Franzi Hein.

Zu den ungewöhnlichen Dingen, die dank Großvater passieren zählt auch, dass der Knecht Albin Beschta, glaubwürdigst, zur Hochzeit einer Schwester – ganz zufällig die energische Magd Zenz aus dem Sachsenlande (siehe oben – Marion Michel) fährt, deren Wohnort er gar nicht kennt. Und heimlich dadurch ein Brief hin und her geht.

Eine Charakter-Darstellerin par excellence: Angela Sanftl - sehr stark als Haslingerin!

Eine Charakter-Darstellerin par excellence: Angela Sanftl – sehr stark als Haslingerin!

Besonders beeindruckend das Spiel des Ehepaars Haslinger, bei dem es vor Selbstsucht nur grad so brodelt. Herbert Binsteiner (am Inndamm mit dem Bulldog herumrangieren macht ihm sichtlich Spaß) und Angela Sanftl in Bestform. Im einen Moment hinterhältig und gemein, im nächsten ganz lieb und großzügig, den Großvater umgarnend. Unglaublich energisch und sehr engagiert spielt Angela Sanftl, die ihre Rolle der Haslingerin mal aufbrausend, mal verzweifelnd an der eigenen Gier verinnerlicht. Das Ende von der Geschicht? Am Freitag am besten selber erleben … Es gibt noch Karten im Vorverkauf bei der Sparkasse und an der Abendkasse!

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Stiller Beobachter: Regisseur Christian Huber.

Viel Applaus war gestern der Lohn für die großartig agierenden, acht Akteure des Theaterkreises – wohlgemerkt ganz ohne Souffleuse – um Regisseur Christian Huber, der mal wieder lieber im Hintergrund blieb.

Für schöne Musik davor, danach und zwischen den Szenen sorgten Stefan Kaindl und Dr. Robert Krämer (Foto unten). Die Haslingerin Angela Sanftl kümmerte sich auch noch zusätzlich um das Bühnenbild und die Kostüme. Das Licht und den Ton schalteten Uwe Bertram, der Chef des Belacquas höchstpersönlich, und Philip Brozovic.

2Beim Bühnenbau verantwortlich: Lorenz Grasberger und Georg Sanftl. Und für die Kulinarik am Inn sorgt das Cafe Schranne mit seinem Team um Jürgen Häuslmann bestens.

Besonders erwähnenswert und auch eine besondere Freude für das Publikum: Das sehr originelle Bühnenbild in der atemberaubenden Kulisse!

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Da lacht da Inn – und da Knecht staunt: A Tür ohne Wand – Albin Beschta beim Nausgeh aus da Stubn.

Die Türen der Stubn stehen frei im Raum – das Fenster hängt quasi frei ohne Wand – dafür mit einer Schnapsbar und mit dem freien Blick auf den schönen Inn. Wenn ned agrad da Bulldog vom Binsteiner Herbert (ein Sponsoring von Schoma-Landtechnik in Soyen) davor parkt!

Und der riesige Helium-Ballon ist die Stubn-Lampn. Und Heu und Rehe fehlen nicht ums Haus und der Schaukelstuhl für den Großvater, eh klar – der fehlt natürlich auch nicht …      rd

Fotos: Renate Drax

 

 

Hier zudem noch ein paar Eindrücke von unserer Fotografin Rosi Lebmeier:

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Siehe auch die Bilder von der Aufführung im Belacqua bei der Premiere am Dienstag.

Viel Applaus für den Großvater

 

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