Cari saluti, auf die Freundschaft!

Die Geschichte des deutsch-italienischen Austausches am Wasserburger Gymnasium

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italien 1Ob der damalige Wasserburger Leiter des Luitpold-Gymnasiums, Dr. Otto Helwig, am 18. November 1994 in Venedig ahnte, dass er den Grundstein einer nunmehr fast 22 Jahre währenden Freundschaft legte? Vielleicht hat er so etwas gehofft, als er während einer Fortbildungsveranstaltung für bayerische Schulleiter mit der Direktorin des Istituto „Mazzotti“, Tinti Pengo, ins Gespräch kam. Während der Tagung wurde nämlich diese besondere Schule in Treviso vorgestellt – und hinterließ wohl (zu Recht!) einen positiven Eindruck auf Dr. Helwig …

Fakt ist, dass im Jahr darauf, also 1995, zum ersten Mal ein Austausch zwischen den beiden Schulen stattfand, organisiert von Rosetta Stagno und Gunter Fuchs (auf deutscher Seite) und Luisa Macola und Helga Nickel (auf italienischer Seite). Interessanterweise wurde 1994 nicht nur die langjährige Freundschaft zwischen den zwei Schulen geboren, sondern auch ein Neffe der ersten italienischen Organisatorin Luisa Macola, Enrico Cappellotto, der später als Austauschschüler nach Wasserburg kommen sollte.

Insgesamt sind es mittlerweile etwa 500 deutsche und 500 italienische Schüler, die von diesem Austauschprogramm profitierten.

Das Wichtigste an diesem wertvollen Zusatzangebot der beiden Schulen ist wohl (neben den vielen Eindrücken und Erlebnissen) der meistens dadurch bewirkte Motivationsschub in Bezug auf das weitere Erlernen der jeweiligen Fremdsprache sowie die Ermöglichung eines ersten Kontakts.

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Bei einem einwöchigen Aufenthalt in einem anderen Land kann man nur einen Einblick in das Leben dort bekommen, aber viele Schüler schätzen und nutzen die Chance, die ihnen dadurch geschenkt wird. Sie reden in der Landessprache, lernen neue Wörter und Ausdrücke, interessieren sich für das, was sie sehen und erleben, fragen nach, möchten mehr wissen … und halten den Kontakt zu ihren Austauschpartnern oft über viele Jahre hinweg.

So entstehen nicht selten richtige deutsch-italienische Freundschaften. Erst vor kurzem erzählte eine ehemalige Schülerin, die vor neun Jahren am Austausch teilgenommen hat, dass sie immer noch Kontakt zu ihrer damaligen Partnerin hat.

Das ist nur ein Beispiel für die erstaunliche Harmonie, die zwischen den Mädchen und Burschen der beiden Schulen herrscht und solche Freundschaften hervorbringen kann. Aber es stimmt nicht nur die „Chemie“ zwischen den Jugendlichen, sondern auch zwischen den Erwachsenen, insbesondere zwischen den Lehrkräften, die den Austausch organisier(t)en und betreu(t)en.

Die ersten „Paare“ wurden bereits genannt. Auf deutscher Seite folgte Frau von Hesse, die nach wie vor die jetzige Organisatorin Edith Geisreiter (seit 2005) tatkräftig unterstützt.

Auf italienischer Seite gab Marzia Cardone, die Nachfolgerin von Luisa Macola, die Organisation des Austauschs vor einem halben Jahr in die ebenfalls sehr kompetenten Hände von Cristina Piccoli – und bereits jetzt ist klar, dass auch dieser Wechsel der harmonischen und erfolgreichen Kontinuität der Schulpartnerschaft nichts anhaben kann.

Fragt man sich nach dem Erfolgsrezept dieser langen Austauschgeschichte, so ist dafür sicher ein Zusammenspiel mehrerer günstiger Faktoren verantwortlich.

Eine nicht unwesentliche Nebenrolle spielt das positive Schulklima an beiden Einrichtungen sowie die Attraktivität der beiden Städte Wasserburg und Treviso und des Umlands.

So begleiten die Lehrkräfte immer wieder gerne eine Schülergruppe und die teilnehmenden Schüler besuchen sich auch gerne gegenseitig, wenn der Austausch beendet ist. Das wird erleichtert durch die günstige Lage der beiden Städte und die relative Nähe. So nutzen viele Austauschschüler und deren Familien zum Beispiel die Möglichkeit, sich während der Ferien am Meer zu treffen.

Ein wichtiger Aspekt ist die bereits angesprochene Harmonie zwischen den Schülern, zu der noch hinzuzufügen ist, dass es sich auf beiden Seiten fast ausschließlich um motivierte und zuverlässige Schüler handelt, die einen sehr guten Eindruck bei der Gastfamilie und in der „Gaststadt“ allgemein hinterlassen (was zum Beispiel auch Bürgermeister Kölbl einmal bei einem Empfang feststellte) und für die man dieses Angebot dann gerne weiter ermöglicht.

Der Hauptfaktor aber ist wohl nicht nur das Engagement der an der Organisation und Durchführung der Austauschmaßnahmen beteiligten Lehrer, sondern mehr als das: Für die Organisatoren ist dieser langjährige und ganz besondere Austausch ein Herzensanliegen.

Das war in den letzten knapp 22 Jahren so – und wird hoffentlich weiterhin so bleiben, so dass die Verbundenheit und Freundschaft zwischen dem „Mazzotti“ und dem Luitpold-Gymnasium weiter bestehen bleiben und viele weitere deutsch-italienische Schülerfreundschaften ermöglichen wird.

Andrea Heindl

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