Bürgermeister: „Es ist fünf vor zwölf“

Ruhestörungen Altstadt: Jetzt gibt's ein Vier-Punkte-Programm

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ScherbenMit einer Art Vier-Punkte-Programm soll das Problem der nächtlichen Ruhestörungen rund um den Marienplatz in Wasserburg in den Griff bekommen werden. „Wir müssen und wir werden handeln. Es ist bei dieser Thematik fünf vor zwölf“, sagte Bürgergermeister Michael Kölbl heute bei einem Pressegespräch im Rathaus. Deshalb habe er  Mitte der Woche zu einem ‚Runden Tisch‘ geladen. Alle Verantwortlichen und Betroffenen hätten sich auf nachfolgende vier Punkte geeinigt …

Man will gemeinsam schnell die Lage an den Wochenenden auf Wasserburgs Party-Meile in den Griff bekommen.

Zerbrochene Bierflaschen, Müll und Zigarettenkippen soweit das Auge reicht, unerträglicher Lärm bis in den Morgen hinein – die Anwohner am Marienplatz haben es vor allem in der Nacht von Freitag auf Samstag, aber zum Teil auch von Samstag auf Sonntag und in den Stunden danach nicht leicht (wir berichteten). Mittlerweile hagelte es Beschwerden rund um Wasserburgs Party-Meile. Deshalb habe man bereits im vergangenen Jahr zu mehreren Sicherheitsgesprächen mit allen Beteiligten geladen, so Bürgermeister Michael Kölbl. „Mit durchaus passablem Ergebnis – zumindest in der Herrengasse hat sich die Situation seither entspannt.“

Dann aber kam es im Zeitraum zwischen Weihnachten und Neujahr wieder zu massiven Ruhestörungen am Marienplatz. Deshalb habe man sich erneut getroffen. Mit am Runden Tisch: Der Hauptausschuss der Stadt, die Polizei, die Hausverwaltungen und die Eigentümer der betroffenen Gebäude, die Wirte (meist Barbetreiber) und nicht zuletzt – die Gaststättenaufsicht des Landratsamtes. „Die eigentlich zuständig ist, wenn es um solche Dinge geht. Wir als Stadt haben allerdings auch die Möglichkeit der Sperrzeitverlängerung.“ Und diese Karte wolle man letztlich auch ausspielen – wenn man dazu gezwungen werde.

Bis dahin haben die betroffenen Gastronomien eine letzte Frist, sich an vier Auflagen zu halten. Kölbl: „Und die sind ganz klar ab sofort einzuhalten. Das haben wir den Gastronomen unmissverständlich klargemacht.“

Die vier Maßnahmen:

1. Ab Mitternacht haben die Türen der Lokale geschlossen zu sein. Es gibt eine Lautstärkenreglung in der Bar, die nicht überschritten werden darf.

2. Nach Lokalschluss müssen vom Betreiber umfangreiche Reinigungsarbeiten im größeren Umgriff um die betroffenen Barbetriebe durchgeführt werden.

3. Zeitnah muss es einen zuverlässigen Türsteher vor den Lokalen geben.

4. Getränke dürfen ab sofort nicht mehr vors Lokal mitgenommen werden.

Alle Punkte werde die Gaststättenaufsicht künftig genauer überprüfen. Kölbl: „Wenn das nicht schnell klappt, können wir noch schneller reagieren und setzen das Thema umgehend auf die Tagesordnung im Stadtrat.“ Die Sperrzeit drohe.

Hilfe hat übrigens nicht nur das Landratsamt als Aufsichtsbehörde zugesagt, sondern auch die Wasserburger Polizei: „Unsere Polizei fordert ganz klar dazu auf, Misstände sofort per Telefon zu melden. Man werde sich dann umgehend darum kümmern. Und das Gleiche gilt für die Gaststättenaufsicht in Rosenheim“, so Kölbl.

Mithelfen wollen übrigens auch die Hauseigentümer und die verschiedenen Hausverwaltungen. „Das ist auch gut so, weil uns in manchen Bereichen als Stadt die Hände gebunden sind. Die Arkaden vor den Häusern sind beispielsweise Privateigentum.“  Es liege aber natürlich im Interesse der Eigentümer, im und vor dem eigenen Haus für Ruhe zu sorgen.

Die beiden Telefonnummern für den Beschwerdefall:

Polizei: 08071/91 77 – 0

Landratsamt, Gaststättenaufsicht, Markus Wältl: 08031/392 5504

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2 Gedanken zu „Bürgermeister: „Es ist fünf vor zwölf“

  1. Es ist wohl eher 5 Wochen vor der Bürgermeisterwahl als 5 vor 12 bei den Ruhestörungen.
    Die Zustände vor den Lokalen am Marienplatz sind seit Jahren bekannt und eine Zumutung für die Anwohner. Auch Bürgermeister Kölbl, die Wasserburger Polizei und das Landratsamt sind darüber seit langem im Bilde und hätten viel früher handeln müssen. Dem Landratsamt z.B. liegen nach eigenen Angaben seit Jahren! Berge von Anzeigen gegen die wenigen Chaoten unter den Wasserburger Wirten vor. Passiert ist bisher aber gar nichts.
    Dass Michael Kölbl ausgerechnet jetzt aus seinem Tiefschlaf erwacht, darf man wohl getrost auf die aufziehende Kommunalwahl zurückführen.
    Ansonsten hätte er bereits früher Druck auf die betroffenen Wirte ausgeübt, die entsprechenden Mittel hätten ihm dazu durchaus zur Verfügung gestanden.
    Dass die erste der 4 Maßnahmen sogar hinter geltendes Recht zurückfällt, vervollständigt den desolaten Eindruck von Kölbls Ablenkungsmanöver. Ab 22.00 Uhr gelten bundesweit Lärmgrenzwerte, die bei geöffneter Lokaltür kaum einzuhalten sein dürften.

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  2. Dass sich die Situation für die Anwohner verbessern muss, ist klar, jedoch ist die Situation bei weitem nicht so schlimm, wie sie hier häufig dargestellt wird, schließlich leben wir in einer Stadt und da kann man doch nur froh sein, wenn nicht um 12 schon alles zu hat oder die Kneipen leer sind. Ich hoffe, dass Türsteher das Problem lösen können, denn eine Sperrstunde würde nur noch größere Probleme verursachen und falls nicht für Wasserburg, dann in jedem Fall für Rosenheim, Kommunalpolitiker sollten auch mal über ihre Stadtgrenzen hinausschauen und Verständnis für die Jugend beziehungsweise alle feierfreudigen Bürger zeigen.
    Für eine lebendige Stadt.

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