Bis zu „20.000 Badewannen“ täglich

Wasserburg: 25 Jahre Kläranlage - Bürger waren sehr interessiert

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Wasserburg – Vor 25 Jahren wurde Wasserburgs städtische Kläranlage in der Odelshamer Au in Betrieb genommen. Zuvor war – wie anläßlich des Jubiläums berichtet – das Abwasser aus den Haushalten und Betrieben im Stadtgebiet Wasserburg ungereinigt aus den Kanälen in den Inn gelaufen. Am heutigen Samstag fand ein Tag der offenen Tür statt, der überraschend großes Interesse fand. Das Wetter war perfekt für eine Besichtigungstour und die Mitarbeiter der Wasserburger Kläranlage freuten sich sehr, dass auch das Thema Abwasser die Bürger anlocken kann. Sehr informativ waren die geführten Rundgänge.

Auch verschiedene Gerätschaften und Fahrzeuge wurden auf dem Gelände vorgestellt. Für eine anschließende Stärkung standen kleine Brotzeiten, Kuchen, Kaffee und Getränke bereit – die Einnahmen daraus gehen an einen sozialen Zweck. Für die Kinder gab’s derweil viel Spaß auf einer Hüpfburg und mit einem Minibagger. Außerdem konnte man einem Kanalroboter bei seiner Arbeit zusehen. Aus Anlass des Jubiläums hatte die Stadt Wasserburg eigens eine Informationsbroschüre über die Stadtentwässerung erstellt und bereits zuvor an die Haushalte verteilt. Die Broschüre war auch am Tag der offenen Tür erhältlich.

Die rund 5000 m³ Abwasser  – bei Regen sogar bis zu 20.000 m³, was in etwa 20.000 Badewannen entspricht – die täglich in der Anlage gereinigt werden, gelangen durch eine Pumpe in der Stadt auf die andere Seite vom Inn. Dort durchlauft das Abwasser als erstes eine doppelte Rechenanlage , in der die festen Stoffe, der so genannte Rechengutanfall, aus dem Wasser gesiebt werden. Davon fallen nur noch rund 150 Tonnen pro Jahr an – dank neuwertiger Technologien.

Das bereits vorgereinigte Wasser läuft nun in ein Becken, in dem pro Jahr rund 2000 Tonnen Schlamm dem Abwasser entzogen werden. Nach diesen zwei mechanischen Schritten wird das Wasser biologisch gereinigt. Dazu wird in einem separaten Becken das Wasser „belüftet“. Mittels moderner Sauerstoffsonden kommt es in diesem Becken besonders auf die nötige Menge an Sauerstoff an. Durch dieses automatische Verfahren wird der Energieverbrauch gesenkt. Das Wasserburger Wasser, das nun schon recht klar ist, wird im letzten Schritt von dem restlichen Schlamm gereinigt, ehe es nach einer Aufenthaltsdauer von rund 24 Stunden sauber in den Inn geleitet wird.

Besonders wichtig ist der Umweltschutz: Neben der Reinigung des Wassers stehe die Minimierung des Energieverbrauchs an oberster Stelle. Dank moderner Technik könne das Gas, das bei der Reinigung des Schlamms entsteht, in zwei Blockheizkraftwerken direkt vor Ort wieder in Energie umgewandelt werden. Der hohe Wirkungsgrad sorge dafür, dass rund 50 Prozent der jährlichen Energiekosten (gesamt rund 1,3 Mio. kWh), selbst erwirtschaftet werden können.

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