Bio-Tonnen wieder ein heißes Thema

Bei Vorstellung der neuen Press-Containers: Diskussion des Bauausschusses

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dsc_0041Einen etwas ungewöhnlichen Tagungsort hatten sich gestern die Mitglieder des städtischen Bauauschusses ausgesucht, als sie sich mit Bürgermeister Michael Kölbl und Bernhard Schachner von der Abfallberatung (links) am Wertstoffhof Wasserburg trafen. Nebst der Vorstellung des neuen, sogenannten Wiege-Schleusen-Press-Containers für Rest- und Bioabfall wurde wieder einmal heiß über die Einführung von Bio-Tonnen für die Haushalte der Stadt diskutiert …

„Die kommunalen Abfallwirtschaft, wie es sie in Wasserburg seit 17 Jahren gibt, ist deutschlandweit einmalig“, erklärt Schachner den versammelten Stadträten.

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Die 40 000 Euro teuren Press-Container für Rest- und Biomüll würden vor allem von den Bewohnern der Altstadt regelmäßig genützt. Die Besonderheit der Container: Wiege-Daten und Störungen sind über eine spezielle Software am Computer einsehbar. Außerdem wird regelmäßig ein geruchabsorbierendes Mittel eingespritzt und das Design der riesigen Behälter wurde extra auf die Stadt Wasserburg abgestimmt.

Das einzige Manko: Kleinere Abfälle, wie beispielsweise Katzenstreu, die nicht in zugeknoteten Müllbeuteln eingeworfen werden, verfangen sich im Getriebe und führen bisweilen zu Störungen.

„Der wichtigste Aspekt der Container ist, dass der Nährstoff Phosphat im natürlichen Kreislauf bleibt“, so Schachner. „Werfe ich meine Lebensmittel-Reste in die Restmüll-Tonne, wird der Mineralstoff verbrannt.“ Phosphat sei aber nicht nur für den menschlichen Energiestoffwechsel und Knochenaufbau sehr wichtig, sondern wird auch als vielseitiger Dünger verwendet. Laut Schachner sei der Mineralstoff nicht künstlich nicht herzustellen, was das Kompostieren phosphat-haltiger Lebensmittel so bedeutend macht.

Seit längerer Zeit ist nun zusätzlich zu den Press-Containern auf dem Wertstoffhof eine Bio-Tonne für sämtliche Haushalte des Stadtgebietes im Gespräch.

Fast ein Jahr lang war Bürgermeister Kölbl selbst „Versuchskaninchen“ für die Bio-Tonne. In seinem Haushalt habe sich die Menge an Lebensmittel-Abfällen, die getrennt werden, mehr als verdoppelt. Was ansonsten in den Restmüll und zur Verbrennung wanderte, wird nun kompostiert. Und es sprechen laut Kölbl noch mehr Argumente für die Tonne: „Wenn ich meinen Biomüll in die Stadt fahren wollte, habe ich immer unser altes Auto genommen – aus Angst, dass die Tüte auslaufen könnte. Außerdem stinkt es halt. Die Biotonne, die ich zuhause ausprobierte habe, hat eine Schließ-Lippe zur Geruchs-Minderung – und das Hin- und Herfahren des Mülls bleibt einem natürlich erspart. Außerdem sollten auch wir unseren alten Salat nicht länger sinnlos verbrennen.“

Laut Abfallberater Schachner haben auch die Einwohner der Stadt Würzburg seit 25 Jahren die Bio-Tonne – und seien damit mehr als zufrieden.

Einwände und Fragen von Seiten des Stadtrates zum Thema Bio-Tonne:

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Peter Stenger, SPD (Bild oben: Mitte): „Wer kann mich zu der Bio-Tonne zwingen, wenn ich keinen Platz dafür habe?“ Laut Bürgermeister Kölbl und Bernhard Schachner sei eine Ermittlung des tatsächlichen Bestands notwendig, bevor man über Einzelheiten über die Einführung reden könne. Liege jedoch der Beschluss vor, stünden die Bürger unter Zugzwang. Das heißt, dass jeder Haushalt, der sich nicht durch einen eigenen Garten oder durch eine Wohnung in der Altstadt ohne Stellplatz für die Behälter befreien kann, automatisch eine Tonne bekommt. Allerdings würde laut einer Bürgerbefragung der Großteil der Einwohner für die Möglichkeit aussprechen, ihren Biomüll gleich vor der Haustüre entsorgen zu können.

„Außerdem wird es wahrscheinlich wie mit der Papiertonne: Natürlich gibt es bei der Umsetzung solcher Entscheidungen erst einmal Gegenwind. Doch ich glaube, sobald wir die Bio-Tonne in den Haushalten der Stadt eingeführt haben, sind spätestens nach einem Jahr alle glücklich damit“, sagte Kölbl.

Wolfgang Schmid, CSU (Bild oben: Zweiter von links): „Wird es auch wieder die Möglichkeit eines Sammel-Containers für mehrere Haushalte geben?“ Die Antwort: „Ja!“ Nachbarschafts-Tonnen kann sich Kölbl auch bei einer eventuellen Einführung der Biotonne gut vorstellen.  HF

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