Bilanz: Ein halbes Jahr blaue Tonne

Wir sprachen mit Bernd Schachner, dem Leiter der Wasserburger Abfallwirtschaft

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IMAG0214Seit gut einem halben Jahr gibt es in Wasserburg die blaue Papiertonne. Welche Vorteile oder auch Nachteile haben sich seit der Einführung der blauen Tonne herauskristallisiert? Darüber sprachen wir mit Bernhard Schachner von der städtischen Abfallwirtschaft in Wasserburg …

IMAG0199_BURST002„In den letzten Jahren hat die Anzahl privater Entsorgungsunternehmen zugenommen. Deshalb landete immer weniger Papier in Sammelbehältern der Wasserburger Vereine“, betont Schachner. So sei die Menge an Papiermüll von 112,10 Kilogramm pro Einwohner im Jahr 2007 auf 80,36 Kilogramm im Jahr 2015 gefallen. Das läge hauptsächlich an der Papiertonne von eigenständigen Unternehmen, deren Tonne vor der Haustür steht. „Die Bürger mussten so keine Zeitungsbündel mehr schnüren.“ Deshalb sei der Schritt zur Umstellung des Systems unausweichlich gewesen, „damit das Recycling für die Stadt weiter attraktiv bleibt“, so der Leiter der Abfallwirtschaft.

Auf die Frage, warum nicht beide Systeme parallel laufen könnten, meinte Schachner: „Beide Varianten gleichzeitig, verursachen zu viele Kosten und bringen somit der Stadt keine Einnahmen mehr. Man müsste zwei verschiedene Teams zur Entsorgung losschicken und das ist nicht zweckmäßig.“

Schachner weiter: „Die Papiertonne wird inzwischen gut angenommen. Viele Wasserburger sind froh, den Papier-Müll nicht mehr wegbringen zu müssen. Besonders außerhalb der Altstadt ist es angenehm, dass das Papier jetzt abgeholt wird. Und vor allem ältere Menschen profitieren von dieser Lösung.“ Mittlerweile seien die gesammelten Papiermengen wieder angestiegen. Und einige Bürger hätten die Behälter von privaten Firmen wieder gegen die der Stadt eingetauscht.

Hört man sich in der Stadt um, ist aber auch eines klar: Nicht alle finden die Tonnen-Lösung optimal.

„Ich mache mir Sorgen, dass das Wasserburger Stadtbild irgendwann nur noch voll von Mülltonnen ist. Denn nicht jeder bringt die Abfallbehälter im Haus unter und zur Abholung stehen auch alle draußen“, sagt ein Betroffener.

IMAG0203Nur noch für Glas und Plastik: Die Wertsoffinsel am Parkhaus Überfuhrstraße.

Seit Januar haben die meisten Haushalte diese eigene Tonne – bis auf 40 Häuser in der Altstadt, die aus Platzgründen keine Abfallbehälter unterbringen konnten. Diese haben aber immer noch die Möglichkeit, das Papier am Wertstoffhof abzugeben.

Michi Schober 

 

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4 Gedanken zu „Bilanz: Ein halbes Jahr blaue Tonne

  1. Ich finde die Dinger immer noch so Stadt verschönernd wie am Anfang.

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    1. Ich fände es gut, wenn es wenigstens eine Möglichkeit irgendwo in der Altstadt gäbe wo man sein Papier auch außerhalb der Öffnungszeiten vom Bauhof abgeben könnte. Die sind für mich nicht zu schaffen und die Tonne im Haus ist leider sehr schnell voll – weil jetzt weniger oft geleert wird und für eine größere kein Platz ist. So nehm ich mein Papier jetzt oft irgendwo hin mit.

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      1. Ja , da stimme ich ihnen Detail zu, aber irgendwo hin ist auch nicht O.K. ! Das meinen die Bewohner des Altlandkreises anscheinend auch und benutzen unsere Stadt als “ Müllhalde“ egal ob Restmüll oder Papier , alles findet sich
        wieder an den Wertstoff- Inseln. Manche sind so freundlich und hinterlassen noch ihre Adresse. Bin mal gespannt was das werden soll, wenn der gelbe Sack oder die Biotonne erst noch kommen.!? Das wird für Sie sicher das nächste Problem werden.

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        1. sorry, mit irgendwo meine ich Orte, wo ich auch berechtigt bin es zu entsorgen – zb in die Papiertonnen der Zweitwohnung. Gelber Sack und auch Biotonne sind eine gute Sache, die hoffentlich bald eingeführt werden. Für die Biotonne wird in unserem Haus ebenfalls kein Platz sein, aber hier habe ich schon eine Alternative – einen Komposter für den Balkon. Den gelben Sack kann man ja in der Wohnung lagern und muss dann nur noch daheim sein, wenn er rausgestellt werden muss oder alternativ wäre es natürlich großartig, wenn die Container an den Wertstoffinseln erhalten blieben, wenn man es mal nicht schafft. Ich fände es gut, wenn solche Sachen immer so niedrigschwellig wie möglich angeboten werden, so lang es noch finanzierbar ist. Man möchte ja Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen bei der Mülltrennung bewegen und dann ist es gut, wenn es mehrere Möglichkeiten zur Entsorgung gibt und alles so einfach wie möglich ist, so das alle mitmachen können

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