„Bessa, wia aufeinander schiaßn“

Wie Christoph „Stofferl" Well auf Wasserburg und auf „Schurle und Jockel" traf

image_pdfimage_print

P1030395Er begründete mit seinen Brüdern Michael und Hans eine bayerische Legende: Die Biermösl Blosn, die jahrzehntelang – oft zusammen mit Gerhard Polt – die deutschen Musik- und Kabarett-Bühnen ebenso dominierte wie entsprechende TV-Sendungen. Jetzt, gut zwei Jahre nach der Auflösung der legendären Brüder-Blosn, ist Christoph „Stofferl“ Well in eigener Sache unterwegs. Für die TV-Serie des BR „Stofferl Wells Bayern“ dreht er gerade in Wasserburg – und findet’s „wirkle toll am Inn“. Wir trafen Well bei seinem Besuch in der Stadt …    

Er kurvt mit seiner alten BMW, Baujahr 1953, durch ganz Bayern und nennt das schön altmodisch „strawanzen“. Vom niederbayerischen Straubing ist er gerade heraufstrawanzt ins oberbayersiche Wasserburg. „Natürlich fahr‘ ich das alles mit meiner Beiwagenmaschine. Do kenn i nix“, sagt der Stofferl und grinst lausbübisch.

Überhaupt hat er sich eine jugendliche Unbekümmertheit bewahrt, die er auch bei seinem Dreh in Wasserburg immer wieder aufblitzen lässt. Er scherzt mit dem Publikum, dass in großen Haufen an seinen Drehorten spontan stehen bleibt und geht ganz offen und fröhlich mit den Künstlern um, mit denen er gerade dreht und musiziert.

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Wie zum Beispiel mit den Musikanten Andreas Schuur (rechts) und Jockel Liebig (Mitte), den Wasserburgern nicht nur vom Frühlingsfest, sondern auch von vielen anderen Festivitäten als „Schurle und Jockel“ bekannt. Zusammen mit Well musizierten die beiden am Sonntag hinter der Frauenkirche. „Wos? Du bist vom Niederrhein“, fragte Stofferl überrascht den Jockel. Und als dieser bejate, freute sich Well: „Siegst a’s, s’Musizieren mit den verschiedenen Volksstämmen is‘ doch bessa, wie wenn ma aufeinaner schiaßn.“

Der Well Stofferl quetschte den Jockel dann so richtig aus. Warum er denn und wie er denn vom Rhein an den Inn gekommen sei. „Durch’s Studium in Rosenheim und weil Wasserburg so schön ist“, sagte der Jockel. Und was denn der Unterschied zwischen den Menschen am Niederrhein und in Oberbayern sei, wollte Stofferl auch noch wissen. „In Bayern ist das Schweigen eine Kultur. Mit dem Schweigen kann man jede Menge ausdrücken“, so Jockel Liebig philosophisch. Dem Rheinländer hingegen sei das Schweigen verdächtig und lästig zugleich. „Das geht gar nicht. Da muss ständig geredet werden.“

Dann spielten und sangen die Drei zusammen ein wunderbares Lied vom „Bayerischen Sommer“, ehe sich der Well Stofferl wieder auf seine Maschine setzte und davonrollte. Doch vorher lobte er noch Wasserburg in den höchsten Tönen: „Ich war ja schon im Badria und in Eiselfing bei Auftritten, in die Altstadt bin ich bisher aber noch nicht runter gekommen. Da hatte ich ja bisher wirklich was versäumt. Wasserburg ist einfach sagenhaft schön.“

Christoph Well und sein Team um den Aiblinger Produzenten Boris Tomschiczek drehen noch bis Mittwoch in der Stadt und im Altlandkreis. Die Folge über Wasserburg wird irgendwann 2015 zu sehen sein. Wir berichten rechtzeitig. BS

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