Bergwacht: Wasserburg hat Spezialeinheit

Bergretter vom Inn sind künftig auch überregional bei Großeinsätzen mit dabei

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bergwacht1„Nächtlicher Großbrand auf einer voll besetzten Alpenvereinshütte“, „Technischer Defekt einer voll besetzten Seilbahn bei Minusgraden und Schneefall“, „Massenanfall von Verletzten bei einer Großveranstaltung im Gebirge“, „Evakuierung nach einem großen Lawinenabgang“ – so, oder so ähnlich könnten die Meldungen zu Großeinsätzen lauten, auf die die Bergwacht Bayern vorbereitet sein möchte. Und eine wichtige Rolle spielt dabei ab sofort auch die Bergwacht Wasserburg.


Gerade diverse Seilbahnstillstände, die sich in den letzten Jahren im Alpenraum ereignet hatten, haben gezeigt, dass einzelne Bergwachtbereitschaften technisch und personell sehr schnell an ihre Grenzen kommen. Grund genug für die Bergwacht Bayern, die Neugründung einer Spezialeinheit für Evakuierungen unter ihren 116 Bereitschaften auszuschreiben.

Den Zuschlag für diese Spezialaufgaben hat nun die Bergwacht Wasserburg, für den östlichen bayerischen Alpenraum, die Bergwacht Oberammergau für den westlichen Raum erhalten.

„Unser Standort in Wasserburg, vor den Bergen und zentral zwischen Berchtesgaden und Lenggries gelegen, ist ein klarer Vorteil“, so Bereitschaftsleiter Simon Bierwirth von der Wasserburger Bergwacht. „In einer Zeit von maximal eineinhalb Stunden können wir jeden Talort zwischen Watzmann und Benediktenwand erreichen und besonderes Rettungsmaterial und speziell trainiertes und geschultes Personal an die Einsatzstelle bringen.“
Das Depot im Burgerfeld wurde mit einem eigenen Einsatzanhänger ausgerüstet, der unter anderem mit Seilen, Seilbahnbergegeräten, Großraumzelten und auch Kleidung, Schuhen und Beleuchtung für bis zu 50 Personen ausgestattet ist. Um diese zusätzliche Ausrüstung samt Fahrzeug unterbringen zu können, muss das bestehende Depot in der Franz-Winkler-Straße erweitert werden.

Das jetzige Nebengebäude wird abgerissen und durch eine neue Garage ersetzt.
„Die Bereitstellung dieser Evakuierungseinheit, aber auch die Aus- und Fortbildung für Seilbahnbergungen und Katastropheneinsätze stellt unsere ehrenamtliche Bereitschaft zweifellos vor große Herausforderungen“, so Bierwirth.

Neben der rettungsdienstlichen Betreuung der Kampenwand an Wochenenden und Feiertagen müsse die Mannschaft quasi rund um die Uhr im südbayerischen Raum auch für Großeinsätze bereit sein und in kurzer Zeit zur Verfügung stehen. „Aufgrund der guten personellen Ausstattung unserer Mannschaft sehen wir uns dieser Herausforderungen gewachsen und freuen
uns auf die Übernahme dieser interessanten Spezialaufgabe“, so Simon Bierwirth.

Mit Thomas Mittermair vom Wildfreizeitpark und Harald Niederlöhner vom Waldseilgarten in Oberreith haben die Wasserburger Bergwachtler bereitwillige Helfer für die Aus- und Weiterbildung in der Seilbahnrettung gefunden. Mittermair stellte am vergangenen Wochenende erstmals seine Anlage für eine Rettungsübung zur Verfügung. An dem 450 Meter langen Stahlseil der dortigen Flying-Fox-Anlage lassen sich ideal alle gängigen Seilbahnrettungstechniken trainieren.

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Neun Mann der Bergwacht Wasserburg erprobten über mehrere Stunden das neu erhaltene Material und übten sich in Seilbahnevakuierung, dem Transportieren von schweren Lasten im Gelände und dem Bergen von Personen mittels der Konstruktion einer Schrägseilbahn. „Ein rundum gelungener Tag“, freuten sich die Teilnehmer und auch Thomas Mittermair, der im Anschluss noch eine Brotzeit für die Mannschaft im Gasthaus Oberreith organisierte.

Werner Haas

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