Bereit für das Frühlingswunder!

Aus dem Leben der Wasserburger Neubürgerin Hiltrud Sander (XVII)

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Fashion models. Sketch.Sie kennen Hiltrud Sander nicht? Kein Wunder. Die Dame mittleren Alters ist Wasserburger Neubürgerin – erst seit ein paar Monaten da. Was für uns Stodara ganz selbstverständlich ist, muss die gute Frau aus Münster in Westfalen erstmal erkunden und lernen. „Hille”, wie wir sie liebevoll nennen, berichtet jede Woche von ihrem Leben als Neu-Wasserburgerin. Heute: Hiltrud ist bereit für das Frühlingswunder … www.wasserburger-stimme.de …

Unglaublich aber wahr, ich entwickle so Etwas wie tiefe Heimatgefühle für dieses… uuups…jetzt hätte ich beinahe „verschlafene Nest“ gesagt. Nein, Wasserburg ist alles andere als verschlafen. Als ich gestern mit dem Franz aus Bella Italia zurückkam, da war die Stadt rappelvoll, ziemlich laut und sehr lebendig.

Aus den Ohren der bunt verkleideten Menschen quollen Luftschlangen, das Engelchen knutschte mit dem Frosch, der Marienkäfer wollte im Sektrausch die ganze Welt begatten, Dornröschen erbrach sich direkt vor meiner Haustüre und der Josef fasste der Sandra von hinten an den Popo.

Die Hofstatt war offensichtlich das Epizentrum des närrischen Umzugs und in meiner Ledererzeile reihten sich Familien mit Kinderwägen und angeschuckerte Senioren im bierseligen Konfettitaumel harmonisch aneinander. Gemeinsam bestaunte man die überdimensional große rosa Sau oder den fahrenden Waschzuber auf Rollen und gönnte sich zwinkernd den ein oder anderen Jägermeister „to go“.

Heute ist es wieder ruhig vor meiner Haustüre und ich werde zu aller erst die Winterklamotten in den Keller bringen. Der Italienurlaub hat mich komplett verändert. Ich habe Sonne im Herzen und werde mein altes Lebensmotto „Wo keine Sonne scheint, da muss hin und wieder eine Bratwurst strahlen!“ über Bord werfen. Franz hat mich zu einem bewussteren Menschen gemacht. Ich möchte fortan Radfahren, gesund essen und die Ummantelung meines verfressenen Ichs mitsamt meiner Mäntel und Jacken einmotten. Welch eine Befreiung!

Mein Hund Püppi ist auch wieder an meiner Seite. Während mich vor dem Urlaub Püppi aus der Wohnung scheuchen musste, so bin ich es jetzt, welche die Hundedame im Morgengrauen energisch aus dem Körbchen jagt. Ab an die Frischluft, Energie tanken für einen langen Tag an der Wursttheke. Die Kolleginnen staunten nicht schlecht, als ich ihnen heute beim Schinken schneiden meine Vorfreude auf das knackig frische Frühlingsgemüse kund tat. Um diese Zeit hatte ich vor dem alles verändernden Urlaub bereits mindestens zwei Leberkäs-Panini im Magen und fröhlich rülpsend ein Spezi dazu gegurgelt.

Selbstverständlich muss ich heute auch noch zum Baumarkt um meinen kleinen Balkon mit bunten Blümchen zu bestücken. „Ob mir denn plötzlich ein grüner Daumen gewachsen sei“, fragte mich meine Mutter am Telefon, als ich ihr stolz von meinem Lebenswandel und dem bevorstehenden Großeinkauf in der Gartenabteilung berichtete.

Ja, ich war aufgeblüht. Aus Hille im Eierlikörrausch ist Hille im Frühjahrsrausch geworden. Der Franz hat mir die Sonnenseite des Lebens gezeigt. Meinen Beziehungsstatus konnte ich nun von „Es ist kompliziert“ auf ein stolzes „In einer Beziehung“ abändern. Ich rieche den Geruch nach taufeuchter Erde und spüre die Sehnsucht nach einem Neubeginn…

Mein Tipp: Verlieben Sie sich doch einfach!

Ihre Hille

 

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