Bahnhof stundenweis „wia ausg’storbn“

Fritz Müller an der Haltestelle Reitmehring gelassen: Nur das Telefon klingelt viel

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Bahn 0Reitmehring/Wasserburg – A weng ausg’storbn hod er ja scho g’wirkt – heute Mittag – der Bahnhof der Stadt Wasserburg in Reitmehring. Und eine Umfrage unter wartenden Fahrgästen konnte man nicht wirklich machen, weil eine gefühlte halbe Ewigkeit lang überhaupt gar kein einziger Fahrgast da war. Geschweige denn ein Zug mit ein- und aussteigenden Menschen. Ja, a bissal ruhiger ist’s heut schon. Nur das Telefon klingelt dauernd. Die Leute haben halt viele Fragen“, sagt Fritz Müller, Reiseberater an der Verkaufsstelle im Bahnhofsgebäude gelassen. Wie er den Monsterstreik, der nun schon über zwölf Stunden andauert und vier Tage gehen soll, zusammenfasse? Ihm liege ein „Sonderfahrplan vor für zwei Tage“ – morgen Nachmittag solle es den nächsten geben. Und ganz persönlich …

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Am Tag eins des Monsterstreiks – Fritz Müller am Bahnhof Reitmehring bei seiner heutigen Hauptbeschäftigung – Fragen am Telefon beantworten.

… da halte er den Streik für „eine Profilierung“ von dem Herrn Claus Weselsky, dem Gewerkschafts-Chef der Lokführer (GdL). „Und nix anders“, sagt Fritz Müller. Selbst eigene Leut in der Gewerkschaft würden sich da distanzieren, habe er gehört. Die Fahrgäste jedoch seien ned wirklich aufgebracht und seien recht verständnisvoll. Nur Fragen hätten’s halt sehr viele.

Die Deutsche Bahn selbst, die bislang nicht auf die Forderungen der GdL eingeht (wir berichteten) geht nun per Gericht gegen den Streik der Lokführer vor. Es werde eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht Frankfurt beantragt, teilte der Konzern offiziell mit.

Das Gericht will noch heute darüber entscheiden, ob der Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn untersagt werden könne. Mit anderen Worten: Sofort per Gerichtsbeschluss beendet werden könne. Über den Antrag des Unternehmens auf eine einstweilige Verfügung solle um 16.30 Uhr mündlich verhandelt werden, heißt es.

Fotos: Renate Drax

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