Ausstellung im Museum: Göttliche Weisheit

Begleitprogramm zur Studioausstellung im Museum Wasserburg

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weisheitIm Rahmen einer Studioausstellung präsentiert das Museum Wasserburg eine außerordentliche Skulptur, die im Zuge einer Restaurierung der Filialkirche St. Jakobus d.Ä. in Schönberg „entdeckt“ wurde. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten belegen: Es handelt sich um eine Allegorie der „Göttlichen Weisheit“ in Gestalt der Göttin Minerva aus der Werkstatt der Brüder Zürn in Wasserburg um 1637! Begleitend zur Ausstellung hat die Hauptabteilung Kunst des Erzbischöflichen Ordinariats München ein Rahmenprogramm gestaltet. Mehr dazu: www.wasserburger-stimme.de …

Die Ausstellung wird im Museum Wasserburg vom 12. Februar bis 27. April in Zusammenarbeit mit der Hauptabteilung Kunst des Erzbischöflichen Ordinariats München und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gezeigt.

Die Bildhauerfamilie Zürn hat in den 1630er- und 1640er-Jahren im Raum Wasserburg und im Chiemgau herausragende Werke geschaffen. Im Zuge einer Restaurierung der Filialkirche St. Jakobus d.Ä. in Schönberg (Gemeinde Babensham) fiel der Blick auf eine frühbarocke Figur von außergewöhnlicher Qualität. Eine kunstwissenschaftliche Recherche ergab, dass sie wohl aus der Hand von Martin oder Michael Zürn stammt. Die beiden Brüder setzten in der Zeit um 1637 mit der Neuausstattung der Pfarrkirche St. Jakob in Wasserburg künstlerische Maßstäbe in der Region.

Eine restauratorische Untersuchung der Figur in den Werkstätten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege ergab, dass sie nicht nur von herausragender bildhauerischer Qualität ist, sondern auch Reste ihrer außergewöhnlich hochwertigen Originalfarbigkeit aufweist. Zu deren Veranschaulichung wurde eine Nachschnitzung der Figur veranlasst und diese mit einer Rekonstruktion der aus der Zeit um 1638 stammenden Farbfassung versehen. Dabei kamen ausschließlich historische Fasstechniken, Pigmente und Bindemittel zu Einsatz, sodass die Replik in eindrucksvoller Weise zeigt, wie man sich die Farbigkeit einer barocken Figur vorstellen muss: leuchtend, glänzend und voller Pracht.

Die Ausstellung im Museum Wasserburg präsentiert die restaurierte Originalfigur in Gegenüberstellung mit der gefassten Replik. Dazu erfolgen Erläuterungen zur Restaurierung, zur kunsttechnologischen Untersuchung der Figur, zu historischen Fasstechniken und zur Anfertigung der Replik und deren Fassung. Im kunstwissen-schaftlich-historischen Themenbereich werden Informationen zu den Zürn in Wasserburg zur Bedeutung der Figur und zu ihrer Zuschreibung gegeben. Für einen stilistischen Vergleich zeigt die Ausstellung einen der beiden Engel vom Schalldeckel der Kanzel der Wasserburger Pfarrkirche St. Jakob, die 1637/38 von den Brüdern Martin und Michael Zürn geschnitzt wurde.

Begleitend zur Ausstellung ist ein gleichnamiger, 139 Seiten starker Aufsatzband erschienen, der von der Bauer’schen Barockstiftung mitfinanzierter wurde. Die sechs reichbebilderten Texte von Restauratoren und Kunsthistorikern befassen sich mit den Zürn im Chiemgau, mit der Identifikation und Zuschreibung der Figur und deren möglichen Verwendungszusammenhängen sowie mit der restauratorischen Untersuchung der Skulptur, deren Restaurierung und der Anfertigung der Fassungsrekonstruktion. 

Begleitend zur Ausstellung hat die Hauptabteilung Kunst des Erzbischöflichen Ordinariats München ein Rahmenprogramm gestaltet:

Führungen

Sonntag, 16. Februar 2014, 14.30 Uhr, Natalie Glas M. A.

Samstag, 08. März 2014, 14.30 Uhr, Dr. Hans Rohrmann

Sonntag, 13. April 2014, 14:30 Uhr, Dipl.-Rest. Maria Seeberg und Christine Berberich

Sonntag, 27. April 2014, 14.30 Uhr, Dr. Thomas Ino Hermann

Vortragsabend

Montag, 24. März 2014, 19.30 Uhr, Sparkassensaal, Rosenheimer Straße 2, Wasserburg

Thema: Ergebnisse der kunstwissenschaftlichen Forschungen zur Allegorie der Göttlichen Weisheit aus Schönberg, Referenten: Christine Berberich, Natalie Glas M. A., Dr. Thomas Ino Hermann, Dipl.-Rest. Maria Seeberg

Sonderführungen durch die Ausstellung

Sonntag, 16. Februar 2014, 14:30 Uhr, Natalie Glas M.A.

Die Kunsthistorikerin Natalie Glas ist die eine Hälfte des Kuratorenduos der Wasserburger Ausstellung und hat die begleitenden kunstwissenschaftlichen Recherchen zur Restaurierung der Schönberger Figur durchgeführt. Im Rahmen ihrer Sonderführung wird sie auf das Wirken der Brüder Zürn in Wasserburg eingehen, die Zuschreibung der Figur an die Brüder Zürn darlegen und Thesen zum ursprünglichen Aufstellungsort der Figur zur Diskussion stellen.

Samstag, 8. März 2014, 14:30 Uhr, Dr. Hans Rohrmann

Der Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Hans Rohrmann leitet die Abteilung Kirchliche Kunst-pflege des Erzbischöflichen Ordinariats München. Auf seine Initiative hin wurde die Ausstellung in Wasserburg konzipiert und realisiert. In seiner Sonderführung wird er sich vor allem denkmalpflegerischen, restaurierungswissenschaftlichen und kunsttechnologischen Aspekten widmen.

Sonntag, 13. April 2014, 14:30 Uhr,

Dipl.-Rest. Maria Seeberg und Christine Berberich

Dipl.-Rest. Maria Seeberg ist als Restauratorin im Fachbereich Skulptur des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege verantwortlich für die Restaurierung der gefassten Ausstattung der kath. Filialkirche St. Jakobus Major in Schönberg. Frau Christine Berberich ist Studentin an der TU München, Lehrstuhl für Restaurierung, Konservierungswissenschaft und Kunsttechnologie. Beide Referentinnen werden am Beispiel von Original und Rekonstruktion erläutern, welche Ergebnisse die Untersuchung der Skulptur erbrachte und wie diese maltechnisch umgesetzt wurden.

Sonntag, 27. April 2014, 14:30 Uhr, Dr. Thomas Ino Hermann

Der Kunsthistoriker Thomas Ino Hermann ist die andere Hälfte des Kuratorenduos der Wasserburger Ausstellung. Schwerpunkt seiner Sonderführung sind ikonographische und ikonologische Fragestellungen zur Schönberger Weisheits-Allegorie: Woraus basiert das Motiv, wie entwickelte es sich, wie wurde es verwendet, wie kann man sich die Verwendung der Schönberger Figur vorstellen?

Foto: Martin oder Michael Zürn, Allegorie der Göttlichen Weisheit, um 1637; Bildnachweis: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege.

Alle infos in der Zusammenfassung: Hier klicken …

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