Asyl: Paten treffen sich wieder

Infoabend mit Beate Bajusz im evangelischen Gemeindehaus

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beateIm evangelischen Gemeindehaus in Wasserburg trifft sich am Mittwoch, 21. Januar, um 19.30 Uhr wieder der Helferkreis Patenprojekt Asyl. An diesem Abend wird Beata Bajusz (unser Foto), die im evangelischen Dekanat in Rosenheim beschäftigt ist, etwas darüber erzählen, wie man einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling in der Familie unterbringen kann.

Es ist für junge Menschen viel einfacher, sich in unserer Welt zurechtzufinden, wenn sie einen „familiären“ Anschluss haben. Die Bewältigung des persönlichen Schicksals und das Verarbeiten der Gesamtsituation ist eine so große Herausforderung für einen jungen Menschen, dass es gut ist, in einem „geschützten“ Umfeld aufgenommen zu werden.

Für Interessierte wird es Weiterbildungsangebote geben. Wer sich dazu entschließt, einen jugendlichen Flüchtling aufzunehmen, wird während dieser Zeit in allen pädagogischen und sonstigen Fragen betreut.

 

Beata Bajusz ist seit dem 1. Oktober 2014 als Mitarbeiterin im Dekanatsbezirk Rosenheim. Täglich erreichen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) zu Fuß, per Bahn oder auf anderem Wege die Region rund um Rosenheim. Die Einrichtungen der Jungendhilfe, so auch der Diakonie Rosenheim, kommen an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Ausbau weiterer Unterbringungsstellen ist geplant. Auf Bitten von Stadt und Landkreis Rosenheim will auch die evangelische Kirche einen konkreten Beitrag leisten, um diese riesige Aufgabe im Bereich der Jugendhilfe bewältigen zu können.

Die besondere Situation der Flüchtlinge und insbesondere der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Dekanatsbezirk Rosenheim hat das Dekanat nun zur Einrichtung einer befristeten Projektstelle veranlasst. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Landeskirche, der GlücksSpirale und der Schatt-Stiftung konnte jetzt eine Projektstelle im Dekanat realisiert werden.  Das Evang.-Luth. Dekanat möchte mit diesem Weg nicht nur zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten erschließen, sondern einen Lösungsweg gehen, der auch dazu beiträgt, die Integration und Akzeptanz zu erhöhen. Die Aufgabe von Frau Bajusz ist es, Menschen zu finden, die bereit sind, einen oder mehrere unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Sie sollen quasi die Rolle von Pflegeeltern einnehmen und sich um die jungen Menschen kümmern, ihnen ein Zuhause auf Zeit bieten.

Grundlage für diese Entscheidung ist die Überzeugung, dass es für junge Menschen viel einfacher ist, sich in unserer Welt zurecht zu finden, wenn Sie einen „familiären“ Anschluss haben. Die Bewältigung des persönlichen Schicksals und das Verarbeiten der Gesamtsituation ist eine so große Herausforderung für einen jungen Menschen, dass es gut ist, in einem „geschützten“ Umfeld aufgenommen zu werden. Da sich das Dekanat aber auch der Verantwortung gegenüber den Familien bewusst ist, wird Frau Bajusz in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kirchengemeinden Informationsveranstaltungen organisieren und durchführen. Als zweiter Aufgabenblock steht dann die Erarbeitung und Durchführung eines Weiterbildungsangebotes für Interessierte an. Der dritte Baustein ihrer Tätigkeit wird die Begleitung der Familien in allen pädagogischen und sonstigen Fragen während der Zeit sein, wo sich ein Jugendlicher im Haushalt befindet.

Gerade dieser Aspekt war es, der Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler veranlasst hat, die Schirmherrschaft für dieses Projekt zu übernehmen und sich innerhalb der Landeskirche für das Projekt einzusetzen. Sie sagte: „Ich finde es großartig, wenn es auf diesem Wege gelingt, einigen der jungen, motivierten und vom Schicksal gezeichneten Flüchtlingen außerhalb der Massenunterkünfte eine neue Chance zu bieten. Die Menschen, die einen Jugendlichen aufnehmen, bei ihrem Engagement zu unterstützen und sie pädagogisch und beratend zu begleiten, macht dieses Projekt so einmalig.“

Beate Bajusz wird mit Ihrer Arbeit, den Familien ein Stück Sicherheit geben, damit trotz der kulturellen und sprachlichen Barrieren diese anspruchsvolle Aufgabe gemeistert werden kann.

Noch müssen einige Vorarbeiten geleistet werden. Aber bereits im ersten Quartal 2015 sollen die ersten Informationsveranstaltungen stattfinden.

Alle Interessierten im Dekanat Rosenheim können sich direkt an Beate Bajusz wenden. Per Mail beata.bajusz@elkb.de oder über die Rufnummer 0162/2659152.

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